Teure Netzpläne
: Glasfaserausbau könnte Unterkirnach über eine halbe Million Euro kosten

Die nächste Etappe beim Glasfaserausbau in Unterkirnach ist geplant – doch trotz Fördermitteln stehen der Gemeinde hohe Investitionen bevor.
Von
Ulrich Schlenker
Oberndorf
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Im Heidelbeerweg in Unterkirnach gibt es Häuser mit langsamer Internetverbindung. Ein Glasfaseranschluss könnte für deutliche Verbesserung sorgen.

Ulrich Schlenker

Die ins Auge gefasste nächste Etappe der Glasfaserverlegung könnte Unterkirnach trotz kräftiger Förderung durch Bund und Land mehr als eine halbe Million Euro kosten.

Jochen Cabanis, Geschäftsführer des Zweckverbands Breitbandversorgung Schwarzwald Baar, stellte dem Gemeinderat die Pläne des künftigen Glasfaserausbaus in Unterkirnach vor. Er machte deutlich, dass es um mehr als nur die 22 Objekte geht, deren Internetzugang als schlecht versorgte „graue Flecken“ eingestuft werden und deren Glasfaseranschluss deshalb vom Staat stark gefördert wird.

„Unsere Planung nimmt alles rein, was wir künftig im Ort brauchen. Wir können alle Trassenanlieger mit Glasfaser versorgen“, ließ der Breitbandexperte wissen. Er nannte das Ziel, mit dem geplanten Ausbauschritt weitere 105 Unterkirnacher Objekte an die Glasfaser anzuschließen, für die es keine staatliche Förderung gibt.

1,4 Millionen Euro

Die von Cabanis vorgelegte Karte an möglicherweise neuen Glasfasertrassen sieht unter anderem eine Anbindung von Gehöften im Ackerloch über den Stadthofweg und die Straße Am Wald sowie einen Anschluss von Häusern im Heidelbeerweg vor. Aber auch zu einzelnen Gehöften wie dem Ferienhaus auf dem Schlossberg oder zum Neuhäusle zeigt die jetzt vorgelegte Planung neu zu verlegende Glasfasertrassen.

„Unsere Kostenschätzung beläuft sich auf 1,4 Millionen Euro“, ließ Cabanis wissen. Weil er mit einer Förderung von 50 bis 60 Prozent rechnet, kommt bei einer kompletten Realisierung auf Unterkirnach ein Eigenanteil von 0,6 bis 0,7 Millionen Euro zu.

Trassenführung ändern

„Können wir die Trassenführung noch ändern?“, fragte Patrick Seng. „Bei manchen Trassen wie beim Neuhäusle versorgen wir nur ein Objekt, bei anderen wie dem Stadthofweg eine ganze Anzahl“, begründete der Gemeinderat seine Überlegung. „Wir werden mit Blick auf die Finanzierbarkeit Prioritäten setzen müssen“, schlug Martin Kuberczyk in die gleiche Kerbe.

Susanne Ciampa äußerte die Befürchtung, dass auch in dem nun diskutierten Ausbauschritt nicht alle Gewerbegebiete mit schneller Glasfaser versorgt werden können. Bürgermeister Andreas Braun verwies darauf, dass der Abendgrund und der Roggenbachweg in der Planung berücksichtigt seien. „Aber werden wir uns das alles leisten können?“, äußerte Ciampa Zweifel.

So geht es weiter

Was sind die weiteren Schritte? Der Gemeinderat muss über die Priorität bei der Trassenführung und die daraus resultierende Höhe des Budgets entscheiden. Zweckverbandsgeschäftsführer Cabanis bestätigte, dass eine Aufteilung in zwei oder drei Bauabschnitte möglich sei. Für Trassen, bei denen schon im nächsten Jahr mit dem Bau begonnen wird, könnte die Glasfaserversorgung der „Grauen Flecken“ und anderer Anlieger bis Ende 2027 realisiert werden.

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