Tag der Biene in Mühlhausen: Diese Gefahren bedrohen die Bienen

Bezirksvorsitzender Kai Glunk (Dritter von rechts) und Werner Baumann (rechts) vom Bezirksbienenzüchterverein Schwennignen erläutern am Schaukasten das Treiben der Bienen.
Rainer Bombardi- Tag der Biene in Mühlhausen: Viele Gäste an der Mühle informierten sich über Imkerei.
- Am Schaukasten erklärten Kai Glunk und Werner Baumann das Bienenverhalten.
- Bienen stechen nur bei Bedrohung, ruhiges Verhalten wurde den Besuchern empfohlen.
- Honigverkostung zeigte Unterschiede der Sorten, das Umfeld lockte viele an.
- Gefahren für Völker blieben Thema – Varroa, Viren, asiatische Hornisse und Melezitose.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Ein öffentlichkeitswirksamer Höhepunkt im Terminkalender des Bezirksbienenzüchtervereins Schwenningen ist der Tag der Biene, zu dem der Verein erneut an die Mühle im Dorfkern von Mühlhausen eingeladen hatte.
Bereits zum vierten Mal waren sie dort zu Gast, um der Bevölkerung das Leben der Bienen, deren Nutzen für ein intaktes Ökosystem, die Imkerei und alles rund um die Honigarten näherzubringen. Auch die Möglichkeit einer Honigverkostung war inbegriffen, um vor Ort die Unterschiede einzelner Honigsorten erfahren zu können.
Die Besucherresonanz auf dieses Angebot war in der sommerlich-idyllischen Umgebung wie in den Vorjahren erfreulich gut. Das Interesse an den Aktivitäten der Bienenvölker und ihren Produkten war ungebrochen und zog zahlreiche Interessierte zum Schaubienenkasten, der auf dem Gelände zwischen Mühleweiher und Mühle platziert war.
Bezirksvorsitzender Kai Glunk und der Dauchinger Imker Werner Baumann beantworteten dort bereitwillig alle Fragen rund um das Thema Bienen und erläuterten am Schaukasten ausführlich deren Arbeitsschritte und Wirken. Rasch nahmen sie den Gästen die Angst vor den umherschwirrenden und summenden Bienen, die aus dem Schaukasten flogen, um wenig später den eingesammelten Nektar wieder in den Bienenstock zurückzubringen.
Wann sie ihren Stachel ausfahren
Bienen fahren ihren Stachel nur aus, wenn sie sich bedroht fühlen, etwa aufgrund hektischer Bewegungen, wurde erläutert. Da Bienen ihren Stachel nur zur Abwehr von Gefahren einsetzen, da sie danach selbst nicht mehr überlebensfähig sind, ist ein ruhiges Verhalten in ihrer Gegenwart oberstes Gebot.
Im Untergeschoss und vor der Mühle informierten sich die Besucher an den einzelnen Ständen über die einzelnen Honigsorten. Wer die Geselligkeit bevorzugte, nahm das kleine kulinarische Angebot in Anspruch und ließ es sich an einer der aufgebauten Biergarnituren gut gehen.
„Seit wir uns entschlossen haben, den Tag der Biene, verbunden mit einem Sommerfest, von unserem Lehrbienenstand an die Mühle zu verlegen, ist das Interesse an unserm Wirken wesentlich höher“, wies Glunk auf die prädestinierte Lage der Dorfmitte im Fadenkreuz zweier stärker befahrener Straßen hin.
Krankheiten und Gefahren
Dass dennoch nicht alles eitel Sonnenschein ist, liegt an den Krankheiten und Gefahren, welche die Bienenvölker bedrohen können. Zu ihnen zählt der Dauerbrenner Varroa-Milbenbefall, aber auch der Befall mit Viren wie die amerikanische Faulbrut. Vor einigen Jahren kam die Gefahr eines Eindringens der asiatischen Hornisse hinzu, die in Windeseile ganze Völker vernichten kann.
Am Nachmittag war Jürgen Vosseler, Vorsitzender des Bezirksimkervereins Trossingen zu Gast und berichtete, dass er in den Waben das zuckerhaltige Produkt Melezitose feststellte, welche bereits in der Wabe das Auskristallisieren des Honigs beschleunigt. Wenn diesem von einer bestimmten Blattlausart ausgehenden Vorgang nicht rechtzeitig entgegengewirkt wird, lässt sich der Honig nicht mehr schleudern und die Völker sterben ab.
„Mit entsprechendem Aufwand lässt sich vieles abwenden, doch der Zeitbedarf, den der Imker dafür aufbringen muss, nimmt kontinuierlich zu“, erläuterte Glunk.
