Sunthausen trauert um Horst Klann
: Der Schaffer eines Urlaubsparadieses findet die letzte Ruhe

Der Unternehmer Horst Klann machte aus dem Sunthauser See ein Ferienidyll mit Mobile-Homes und Schlaffässern. Im Mai verstarb er mit 83 Jahren – sein Vermächtnis lebt weiter.
Von
Cornelia Spitz
Oberndorf
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Ein gefragtes Urlaubsidyll ist der Sunthauser Campingplatz.

Michael Pohl

Es herrscht Hochsaison. Urlaubsfreuden blühen am idyllischen Sunthauser See. Feriengäste genießen ihre Auszeit in der Natur. Was sie nicht wissen: Dass all das ein Vermächtnis von Horst Klann ist.

Der verdiente Unternehmer hatte den Campingplatz in dem Bad Dürrheimer Ortsteil einst übernommen und mit viel Gespür zu dem vielfältigen Anwesen ausgebaut, das er heute ist – mit Mobile-Homes, Schlaffässern und ganz vielen Annehmlichkeiten auch für die Wohnmobilisten. Im Mai ist Horst Klann nach langer Krankheit im Alter von 83 Jahren verstorben.

Horst Klann ist im Alter von 83 Jahren verstorben. In Sunthausen wird er unvergesslich.

Foto: Privatarchiv Tietböhl

Seine Tochter Angelika Weißhaar und seine Lebensgefährtin Bärbel Tieböhl sitzen gemeinsam am Tisch im Seestüble. Ein helles, freundliches Ambiente umgibt sie – es war eines seiner letzten großen Projekte am Campingplatz, erzählt Bärbel Tietböhl und lächelt. Sie erinnert sich noch gut an die Anfänge.

Einst gab es einen anderen Plan

Seine Tochter Angelika Weißhaar hat ihn damals „auf sein Geheiß hin“ ersteigert, sie schüttelt noch immer ungläubig lächelnd den Kopf, als sie sich daran erinnert. Eigentlich habe Horst Klann mit dem Campingplatz einst eine ganz bestimmte Vision gehabt: Inklusion war ihm wichtig. Er wollte hier gemeinsam mit dem Fischerhof Menschen mit Beeinträchtigung eine Möglichkeit zur Beschäftigung geben, erzählt sie. Dass das nicht klappte, weil sich eine geplante Kooperation zerschlug, habe ihn sehr beschäftigt.

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Ein schöner Platz im Grünen: der Sunthauser See.

Foto: Cornelia Spitz

Und auch der Plan B, den Campingplatz zu vermieten, ging nicht auf. Immer wieder versuchte Horst Klann mit „neuen“ Mietern sein Glück – „einer schlimmer als der andere“, erzählen die Frauen rückblickend.

So nahm er schließlich das Ruder selbst in die Hand. Wie passend: Denn an diesem sonnigen Nachmittag im Seestüble in Sunthausen wird rasch klar, dass Horst Klann auch ein Macher war, ein Unternehmer durch und durch, weit über die Grenzen seiner früheren Firma, der Donaueschinger Klann Spezial-Werkzeugbau GmbH, hinaus.

Idealismus und Weitblick

Und menschlich? Ein positiver, konstruktiver und tatkräftiger Mann muss er gewesen sein, wie im Gespräch mit den beiden Frauen immer wieder durchklingt. Und ein vorsorglicher: 2019 legte er den Sunthauser Campingplatz in jüngere Hände, in die von Bärbel Tietböhls Sohn Marc. Er darf nun auf- und ausbauen, was Horst Klann mit ganz viel Idealismus und Weitblick aus dem einst unscheinbaren Sunthauser Tourismusbetrieb gemacht hat: einen Platz im Grünen für Ferien-, Saison- und Dauercamper, der für viele seiner treuen Gäste dank vieler Annehmlichkeiten längst zum zweiten Zuhause geworden ist.