Suche nach Endlager
: Gebiete im Schwarzwald-Baar-Kreis sind noch im Rennen

Update bei der Endlagersuche: Nur noch fünf Prozent der Landesfläche kommen dafür infrage. Zwei Gebiete im Schwarzwald-Baar-Kreis werden noch in Betracht gezogen. Wie es weitergeht.
Von
Aleksandar Mitrevski
Schwarzwald-Baar-Kreis
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Atommüll: In Ahaus stehen hochradioaktive gelbe CASTOR Behälter vom Typ THTR, die aus Atomkraftwerken zwischengelagert werden. (zu dpa: «Sachsen nicht mehr im Rennen um Atommüll-Endlager»)

Atommüll: In Ahaus stehen hochradioaktive gelbe CASTOR Behälter vom Typ THTR, die aus Atomkraftwerken zwischengelagert werden.

Guido Kirchner/dpa
  • Endlagersuche läuft: Nur noch knapp fünf Prozent der Landesfläche gelten als geeignet.
  • Zwei Granitgebiete bei Triberg und Vöhrenbach bleiben im Schwarzwald-Baar-Kreis im Rennen.
  • Sie bestanden Prüfschritte 1 und 2 der rvSU weitgehend und liegen derzeit in Kategorie C.
  • BGE will Ende 2027 Standortvorschläge an das BASE schicken – Bund entscheidet danach.
  • Ein Endlager soll bis 2050 gefunden sein, rund 27.000 Kubikmeter Müll lagern in 16 Zwischenlagern.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Wie schön wäre es, wenn man radioaktiven Müll einfach ohne große Sorgen in die Restmülltonne werfen könnte? Ganz so einfach ist es leider nicht. Hochradioaktive Abfälle müssen zwischen hunderttausenden bis einer Million Jahre tief unter der Erde gelagert werden.

Einen geeigneten Ort dafür zu finden, eine wahrliche Mammutaufgabe – die sich noch Jahrzehnte hinziehen wird, obwohl Deutschland schon längst keine Atomkraftwerke mehr betreibt. Verständlich, da kein Mensch diese Abfälle vor der eigenen Haustür haben möchte.

Irgendwo muss ein Platz aber gefunden werden, dazu gibt es keine Alternative. Diese schwierige Aufgabe fällt auf die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) zurück. Seit 2020 untersucht die BGE deutschlandweit Flächen, die für eine Endlagerung geeignet sind. 25 Prozent der Landesfläche waren bis vor Kurzem noch im Rennen.

Im Schwarzwald-Baar-Kreis gibt es zwei Standorte, die sich mit einem (bisher) passenden Gebiet überschneiden. Einer davon, der Triberger Granitkomplex, betrifft unter anderem Schonach, Schönwald, Königsfeld, Triberg und St. Georgen. Das Gebiet reicht bis in den Kreis Rottweil und den Ortenaukreis. Der zweite Granitkörper liegt bei Vöhrenbach (Eisenbacher Granitkomplex) und erstreckt sich bis in den Kreis Breisgau-Hochschwarzwald.

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Schwarzwald-Baar-Kreis weiterhin dabei

Jetzt hat die BGE den neuesten Stand bei der Endlagersuche bekannt gegeben: Die Orte, die für die Lagerung infrage kommen, sind von 25 Prozent der gesamten Landesfläche auf knapp fünf Prozent geschrumpft. Ein großes Gebiet auf der Ostalb etwa ist rausgefallen.

Für den Schwarzwald-Baar-Kreis ist das jedoch nicht der Fall: Die zwei Gebiete bei Triberg und Vöhrenbach werden weiter in Betracht gezogen. Sie haben die Prüfschritte 1 und 2 der repräsentativen vorläufigen Sicherheitsuntersuchungen (rvSU) weitestgehend bestanden.

Endlager soll bis 2050 stehen

Damit ist aber noch nicht alles in Stein, oder besser Granit, gemeißelt. Ende 2027 will die BGE Standortvorschläge an das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) übermitteln. Bis dahin müssen die Gebiete im Schwarzwald-Baar-Kreis aber noch zwei Prüfschritte durchlaufen.

Das BASE übernimmt abschließend die „übertägige Erkundung“. Welche Standorte erkundet werden, darüber entscheidet am Ende der Bund. Verbindlich ist die Einschätzung also nicht.

Rund 27.000 Kubikmeter hochradioaktiver Müll sind in 16 Zwischenlagern untergebracht. Ein Endlager soll bis 2050 gefunden sein.

Akribische Prüfungen notwendig

Die zwei Gebiete, die bisher für eine Endlagerung geeignet sind und teilweise im Schwarzwald-Baar-Kreis liegen, befinden sich im zweiten Prüfschritt der BGE. Das heißt, sie sind „überwiegend gut bewertet“ und befinden sich in der Kategorie C. Um in der Kategorie A, der „besten Eignung“, zu landen, sind weitere Schritte nötig. Zunächst wird untersucht, ob am Standort gewisse Grenzwerte eingehalten werden können. In zwei Teilschritten folgen darauf der Vergleich mit ähnlich geeigneten Gebieten sowie eine Sicherheitsüberprüfung. Am Ende entscheidet der Bund, welche Standorte weiter verfolgt werden sollen.