Stellenmarkt rund um VS: Weniger Stellen, Arbeitslosenzahl sinkt leicht

Weniger Arbeitsstellen, weniger Ausbildungsplätze: Die Arbeitsmarktzahlen haben aktuell im Vergleich zum Vormonat ein wenig Besserung.
dpa/Sina SchuldtDer Betreuungsbezirk entspricht den Landkreisen Schwarzwald-Baar, Rottweil und Tuttlingen. Die Entlastung bei den Arbeitslosen war zu gleichen Teilen bei der Agentur für Arbeit als auch bei den Jobcentern spürbar: Sowohl bei der Arbeitslosenversicherung als auch in der Grundsicherung waren jeweils 41 Personen weniger arbeitslos als im Mai.
Auch auf dem Ausbildungsmarkt ist kurz vor den Sommerferien noch viel Bewegung: Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober 2024 meldeten sich im Agenturbezirk 2331 Interessenten für eine Ausbildung, 60 weniger als im Vorjahreszeitraum (minus drei Prozent).
Zugleich meldeten Unternehmen aus der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg 3815 Berufsausbildungsstellen, das entspricht einem Minus von 413 (minus zehn Prozent). „Unternehmen sind in diesem Jahr zurückhaltender bei der Meldung von Ausbildungsangeboten. Diese Entwicklung betrifft insbesondere das Verarbeitende Gewerbe. Hintergrund können hier die wirtschaftlichen Unsicherheiten, aber auch die Besetzungsschwierigkeiten in den letzten Jahren sein“, wägt Sylvia Scholz, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit, ab. Sie unterstreicht jedoch: „Jeder unbesetzte Ausbildungsplatz ist eine ungenutzte Chance!“
Obwohl die absolute Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen im Vergleich zum Vorjahr rückläufig ist, bleibt der Ausbildungsmarkt ein Bewerbermarkt. Auf 100 Ausbildungsstellen kommen rein rechnerisch 61 Bewerberinnen und Bewerber.
Ausbildungsplätze frei
Viele Unternehmen bieten noch Plätze für den Berufseinstieg an. Bei der Agentur sind aktuell 1823 gemeldete Ausbildungsstellen noch nicht besetzt – das bedeutet gute Chancen für alle, die auf der Suche sind.
Die meisten Angebote gibt es in den Berufen Kaufmann/-frau im Einzelhandel (233), Verkäufer/in (124), Zerspanungsmechaniker/in (107), Industriemechaniker/in (79), Fachwirt/in Handel (73), Industriekaufmann/-frau (65), Mechatroniker/in (64), Fachkraft Lagerlogistik (64), Maschinen- und Anlagenführer/in (43) und Werkzeugmechaniker/in (37).
„Es ist auch kurz vor den Sommerferien noch möglich, ein Match mit einem potenziellen Ausbildungsbetrieb zu finden. Wichtig ist es, jetzt ins Handeln zu kommen“, so Scholz. Sie empfiehlt Schülerinnen und Schülern sowie ihren Eltern, die Berufsberatung der Agentur für Arbeit zu kontaktieren.
Quote liegt bei 4,8 Prozent
Die Arbeitslosenzahlen für den Teilbezirk Schwarzwald-Baar weisen 9165 Personen arbeitssuchend aus und 5883 Arbeitslose, 4,8 Prozent (Mai 2025: 5951), davon sind 55,9 Prozent Männer, 44,1 Prozent Frauen. In Altersgruppen bilden die über 50-jährigen 34,3 Prozent den größten Anteil. Altersunabhängig bilden weitere Personengruppen sind beispielsweise Ausländer mit 41,4 Prozent und Langzeitarbeitslose mit 27,5 Prozent.
1152 Personen vermittelt
In Lohn und Brot vermittelt werden konnten 1152 Personen (Mai: 1259). Seit Jahresbeginn summiert sich dies Zahl auf 7790 Personen, die eine neue Arbeitsstelle fanden.
In Wiedereingliederungsmaßnahmen befinden sich 270 Personen (Mai: 287), hinzu kommen 19 Personen, für die eine Sonderregelung für ältere Personen gilt. 1050 Personen befinden sich in Weiterbildung, es werden Beschäftigungszuschüsse bezahlt oder haben eine Fremdförderung. Im Juni waren den Agenturen für Arbeit für den Schwarzwald-Baar-Kreis 1309 Arbeitsstellen gemeldet, gegenüber Mai ist das ein Rückgang von 90 oder sechs Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 315 Stellen weniger (minus 19 Prozent).
Arbeitgeber meldeten im Juni 374 neue Arbeitsstellen, das waren 57 oder 13 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Seit Jahresbeginn sind 2101 Stellen eingegangen, das ist eine Abnahme gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 895 oder 30 Prozent. Zudem wurden im Juni 462 Arbeitsstellen abgemeldet, 72 oder 18 Prozent mehr als im Vorjahr. Von Januar bis Juni gab es insgesamt 2218 Stellenabgänge, im Vergleich zum Juni 2024 ist das eine Abnahme von 829 oder 27 Prozent.