Stadtentwicklung VS: Bäumchen-wechsle-dich mit der VHS

Das Gebäude Bürkstraße 1 ist jetzt als neuer VHS-Standort im Gespräch.
Cornelia HellwegBei der Diskussion über die geplante neue Kindertagesstätte Innenstadt Schwenningen in der Sitzung des Technischen Ausschusses am Dienstagabend sah sich Bürgermeister Detlev Bührer veranlasst, aktuelle Überlegungen zum künftigen Standort der Volkshochschule (VHS) Schwenningen öffentlich zu machen.
Bisher an der Metzgergasse beheimatet, war zuletzt im Gespräch, dass die VHS zusammen mit der Stadtbibliothek und den städtischen Verwaltungsstandorten in Schwenningen auf das Rössle-Areal verlegt wird. Ist das jetzt passé?
„Jetzt sag’ ich’s doch“, so der Bürgermeister. „Für das Gebäude Bürkstraße 1 gibt es die Idee, die Volkshochschule dorthin zu verlegen.“ Das ist ein neuer Sachstand – getrieben offenbar von dem Bemühen, eine Nachnutzung für die Immobilie zu finden. Nachdem die Verwaltungszusammenlegung in Schwenningen nicht mehr dort stattfindet, stünde das Gebäude ab Oktober 2025 wohl leer. Bis September nutzt die Duale Hochschule in VS die Räume für Lehrveranstaltungen. Und einfach verkaufen an einen Externen ginge offenbar auch nicht, weil es in das vom Land geförderte Sanierungsgebiet fällt. Was also tun mit dem Gebäude? Was das für die Rössle-Pläne bedeuten würde, kam in der Sitzung nicht zur Sprache.

Das VHS-Gebäude an der Metzgergasse. Sind die Tage gezählt?
Foto: Cornelia HellwegAuslöser war die geplante Vergabe des Neubaus der Kita Innenstadt an einen Generalunternehmer am Standort Bürkstraße 1 – sprich im rückwärtigen Bereich der Immobilie. Die Kita wird dringend benötigt, weil sowohl die evangelische Wilhelmspflege als auch der katholische Franziskus-Kindergarten schließen beziehungsweise schon geschlossen sind. Die neue Kita soll fünf Gruppen Platz bieten und zum 1. August 2026 in Betrieb gehen.
Wieder kein Holzbau geplant
Die Notwendigkeit der Kita war im Technischen Ausschuss unumstritten. Allerdings gab es Kritik daran, dass der Neubau nicht in Holzbauweise umgesetzt wird. „Überall, wo man hinsieht, baut man mit Holz – nur wir nicht als großer kommunaler Waldbesitzer“, sagte Ulrike Salat (Grüne). „Wir wollen gerne Holz, bekommen aber kein Holz.“ Sie fragte den Bürgermeister, was der Gemeinderat tun müssen, um dessen erklärten Willen auch umgesetzt zu bekommen.
Die Verwaltung hatte damit argumentiert, dass die Vergabe materialoffen zu erfolgen habe. Die Leistungsbeschreibung umfasst nach Angaben von Martin Kimmich vom Amt für Gebäudewirtschaft und Hochbau (GHO) rund 100 Seiten. Bürgermeister Bührer gab zu bedenken, dass man die Vergabe jetzt nur noch schlecht stoppen könne. Und selbst wenn, es dann einer Verzögerung von einem Jahr für den Bau der Kita zur Folge habe.
Auch Dirk Gläschig (FW) und Jens Löw (SPD) kritisierten, dass wieder mit Stahl und Beton gebaut werde und nicht mit Holz.
Nachdem dieser Aspekt so breiten Raum in der Diskussion einnahm, kam die Info seitens der Verwaltung, dass „nicht ein einziges Holzbau-Angebot abgegeben wurde“. Von den drei Bietern habe lediglich einer ein „Hybrid-Angebot“ abgegeben, und das sei 1,1 Millionen Euro teuerer als der günstigste Bieter mit 5,1 Millionen Euro.
„Keine 1 B- sondern 1 S-Lösung“
Dirk Sautter (CDU) sagte, er habe sich etwas anderes gewünscht. Es bestehe die Gefahr, dass das Entwicklungskonzept für die Schwenninger Innenstadt aufgeweicht werde. Fraktionskollege Dietmar Wildi meinte, der geplante Neubau habe zwei Schönheitsfehler. Zum einen werde dafür was von der wertvollen Grünfläche des Mautheparks abgeknapst, zum anderen sei die Bürkstraße 1 nicht notwendig.
„Das ist keine 1 B- sondern eine 1 S-Lösung.“ Schließlich stimmte mit elf Ja-Stimmen bei einem Nein und zwei Enthaltungen ein große Mehrheit für die Vergabe an den vorgeschlagenen Generalunternehmer.
