St. Hubertus in Schwenningen: Bunt und vielfältig ist dieser Kindergarten

Die Kinder und die Erzieher des katholischen St.-Hubertus-Kindergartens aus Schwenningen freuen sich aufs Jubiläumsfest zum 60-jährigen Bestehen.
Jochen Schwillo1965 wurde der katholische St. Hubertus-Kindergarten im Wohngebiet Rinelen in Schwenningen als ein Ort für Kinder und Eltern feierlich eingeweiht.
Vorbereitung Am Samstag, 12. Juli, ab 11 Uhr feiert die Kindertagesstätte an der Langen Halde 15 ihr 60-jähriges Bestehen. Die Kinder haben sich in den vergangenen Wochen eifrig auf ihre Auftritte vorbereitet, wie Joana Haralambidis berichtet, die seit acht Jahren die Leitung des Kindergartens innehat. Unterstützt wird sie von einem Team aus 18 Mitarbeitenden. „Wir sind sehr dankbar, dass wir genug pädagogische Fachkräfte haben“, so Haralambidis. Derzeit besuchen 82 Kinder die Einrichtung im Schwenninger Stadtteil Rinelen, wobei Ende des Monats, 22 Vorschulkinder in die Grundschule verabschiedet werden.
Viele Nationen Das Motto des Jubiläums wurde auch gewählt, um die Vielfalt der rund 15 Nationalitäten zu würdigen, die im Hubertus-Kindergarten zusammenkommen. Früher kamen die Kinder überwiegend aus dem direkten Umfeld von Rinelen. Auch heute versucht die Einrichtung, Kindern aus der Nachbarschaft vorrangig Plätze anzubieten, jedoch besuchen mittlerweile Jungen und Mädchen aus ganz Schwenningen den Kindergarten. Diese Entwicklung spiegelt die zunehmend komplexe Situation bei der Vergabe von Kindergartenplätzen wider, wie Joana Haralambidis erläutert.
Das Programm
Programm Zum Jubiläum des Kindergartens erwartet die Besucher ein abwechslungsreiches Programm mit Beiträgen der drei Kindergartengruppen und einer Kleinkindergruppe. Die Kinder konnten zwischen sechs Projektgruppen wählen: Darunter eine Theatergruppe, die sich auf die Gestaltung des Familiengottesdienstes vorbereitet hat, der von Pfarrer Albrecht Zepf geleitet wird. Es gab zudem eine Kochgruppe, die internationale Gerichte zubereitet hat – die Besucher können am Festtag Kostproben probieren, wie Haralambidis ankündigte. Ab 14 Uhr stehen weitere Besonderheiten auf dem Programm, darunter Auftritte einer Trommelgruppe, einer Turngruppe und Tanzgruppe.
Selbst die Kleinsten aus der Krippengruppe präsentieren ihr „Handwerkertalent“. Ergänzt wird das Fest durch Dieter Sirringhaus und sein Kasperletheater sowie leckeres Eis. Auch die Eltern unterstützen das Jubiläum mit viel Engagement.
Die Geschichte
Geschichte Der Ursprung des St. Hubertus-Kindergartens geht auf die Initiative des damaligen Stadtpfarrers Gebhard Branz zurück. Die katholische St. Franziskus-Kirchengemeinde erkannte früh die Bedeutung des neuen Wohngebiets Rinelen und erwarb ein Grundstück an der Langen Halde mit langfristigen Plänen für ein Gemeindezentrum und eine eigene Kirche. Doch angesichts des steigenden Bedarfs an Kinderbetreuung rückte der Bau eines Kindergartens in den Vordergrund. „Es war nicht mehr zu verantworten, die vielen Kinder sich selbst zu überlassen oder ihnen lange Wege in entfernte Einrichtungen zuzumuten“, betonte Branz damals.
So entstand eine richtungsweisende Kombination aus Kindergarten und Gemeindesaal, deren moderne Bauweise und Ausstattung für die damalige Zeit bahnbrechend waren. Der Bau kostete rund 712 000 Mark. Am 13. Februar 1965 wurde der Hubertus-Kindergarten schließlich eröffnet, zunächst mit zwei Gruppen. Durch den Zuzug von Familien ins Wohngebiet Rinelen und später auch an den Deutenberg wurde 1987 eine dritte Gruppe hinzugefügt. 1994 zog sich die katholische Kirche aus ihren Gemeindetätigkeiten im Kindergarten zurück, wodurch das Untergeschoss fortan als Bewegungsraum genutzt wurde.
Renovierungen
Renovierungen In den folgenden Jahren folgten Renovierungsmaßnahmen: 2005 wurde der Turnraum erneuert, 2007 das Dach saniert und eine Photovoltaikanlage installiert. Ab 2009 gab es weitere Umbauarbeiten, darunter ein neues Büro, eine vergrößerte Küche, neue Fenster und ein renovierter Eingangsbereich. Im Oktober 2019 wurde schließlich eine Krippengruppe eingerichtet.
Pädagogik In der pädagogischen Arbeit hat sich vieles gewandelt, was vor allem auf veränderte Lebenssituationen der Familien und neue Ansätze in der Erziehung zurückzuführen ist, erklärte Joana Haralambidis. Dennoch bleibt Bewegungserziehung ein zentraler Bestandteil: regelmäßige Turntage, Bewegungsbaustellen, Aktivitäten im Garten sowie Spaziergänge zu nahe gelegenen Spielplätzen und durch den Wald fördern die Entwicklung der Kinder im St. Hubertus-Kindergarten, der sich seit 60 Jahren auch als ein Ort der Wertevermittlung sieht.