Spendenabend nach Großbrand: Sie halten zusammen für Villingen

Gemütlich, kulinarisch und kulturell ging es beim Spendenabend für die Betroffenen des Großbrandes in der Villinger Gerberstraße im Innenhof des Theaters am Turm zu.
Birgit HeinigEigentlich wollten die regionale Wirtschaftsförderung und die städtische WIR GmbH zusammen mit den Händlern der Gerberstraße und der Paradiesgasse der Bevölkerung im Rahmen des „Abendflairs“ einen weiteren Feierabend ausrichten.
Doch nach dem Großbrand waren die Voraussetzungen dafür nicht mehr gegeben. Statt ganz abzusagen, kreierten die beiden Wirtschaftsförderer – diesmal zusammen mit dem Theater am Turm (TaT) – einen Spendenabend zu Gunsten der vom Brand Betroffenen.
Für den TaT-Vorsitzenden Leslie Ade und sein Team war es Ehrensache, der Veranstaltung Raum zu geben und sie tatkräftig zu unterstützen. Der ansonsten von den Mietern der Gerberstraße als Parkraum genutzte Innenhof wurde Dank von der Stadt spendierter Freiparkscheine für das Tonhallen-Parkhaus freigeräumt, Biertischgarnituren, gemütliche Sitzecken und Liegestühle – das Mobiliar des Stadtstrandes – aufgestellt und zwei mobile Verpflegungsstationen installiert.
Die Spendensumme
Darin gaben sowohl Fabian Pons vom Pizza-Truck „Forza“ Pizzen als auch die regionale Wirtschaftsförderung Getränke gegen eine Spende ab. Rund 4300 Euro kamen auf diese Weise zusammen, wie Cinja Schwer von der WIR am Tag danach verkünden kann.
Stadtführungen
Nicht nur gemütliche Sitzgelegenheiten und leckere Verpflegung, dazu Gespräche in lauer Abendstimmung waren am Kaiserturm zu genießen. Spontan hatten sich zudem zehn Stadtführer bereiterklärt, Interessierten im Halbstundentakt so manche Villinger Besonderheit nahezubringen.
Von Jörg Westermann organisiert, führten der Angelexperte Christian Föhrenbach an die Brigach, Cora Worms und Claudia Dinser in den Kaiser- und Klaus Richter in den Johanneskirchenturm. Barbara Bouyer erzählte Histörchen vom Kloster St. Ursula, über Hans Kraut und die Pest, Franz Kleinbölting von Graf Berthold, Ortrud Jörg-Fuchs von der Johanneskirche und Henry Greif am Bickenkreuz über die einstige Bickenkapelle. Auch Manfred Schröter und Peter Stratmann gaben ihr historisches Wissen über die Stadt rund um die Schaffneigasse preis.
„Abendflair“ geht weiter
Am Rande der letzten von drei, eigentlich nur zwei Veranstaltungen des „Abendflairs“ blickte Citymanager Thomas Herr zufrieden auf den Spendenabend als Abschluss. Eine Wiederholung wurde sowohl von den beteiligten Händlern als auch von den Besuchern eingefordert, sagt er. Deshalb werde der „Markt on Tour“ in der Gerber-/Paradiesgasse auf jeden Fall auch noch nachgeholt.
Und im nächsten Sommer – so denn die Mittel bereit stehen – werde man sich erneut den Stellen innerhalb der Stadtmauer zuwenden, die von Passanten nicht so stark wie andere frequentiert werden und ihnen einen „Abendflair“ verpassen, versprach Herr.