Spannung im Unterkirnacher Regen: Mit Kraft und Technik kämpfen sie sich durch

Kraftanstrengung im strömenden Regen: Die siegreichen „Spezi-Köpfer“ ziehen sich ganz nach oben aufs Siegertreppchen
Rainer BombardiDer Himmel hatte seine Pforten geöffnet und das Nass prasselte in Strömen auf die Hobbymannschaften nieder, die sich am ersten Tag des zweitägigen Festes der Tauziehfreunde „Wadenkrampf“ beteiligt hatten.
Turnierorganisator Horst Schickler und Oberschiedsrichter Jürgen Weißer konnten angesichts der Witterung nur vier Teams begrüßen.
Doch der Wettbewerb, der folgte, hatte es in sich. Er bot dem Publikum, das sich unter dem Schutz der Zeltüberdachungen einfand, ein kurzweiliges Spektakel.
Drei Mannschaften und die sich rasch zum haushohen Favoriten herauskristallisierenden „Spezi-Köpfer Hofgrund“ aus der Nähe des Steinwasenparks traten in einer Gruppe jeden gegen jeden an.
Wieviele Personen einem Team angehörten, spielte keine Rolle, sofern das Gesamtgewicht von 555 Kilogramm nicht überschritten wurde. In jeder Begegnung in der Vorrunde gab es zwei Züge, so dass sich die Teams entweder unentschieden trennten oder als Sieger und Verlierer vom Platz gingen. Punkt 18 Uhr startete das Hobbyturnier, welches bisher während jedem der drei Tauziehfest stattgefunden hat.
Schwierige Bedingungen
In diesem Jahr folgten den unbezwingbaren Tauziehern aus Hofgrund der einheimische Tauziehnachwuchs, die Feuerwehr Oberkirnach und die „EGTauzieher.“
Horst Schickler erinnerte sich an die Veranstaltung, als bei schönstem Wetter 16 Teams teilnahmen und das siegreiche Team erst nach Einbruch der Dunkelheit ermittelt war.
„Damals hat alles zusammengepasst. Die Anforderungen sind heute mit Sicherheit herausfordernder“, meinte er mit Blick auf den nassen Untergrund.
Training und Schuhe entscheiden mit
Aber auch das Training in der Vorbereitung und die Schuhe sind eine wichtige Grundvoraussetzung für den Erfolg. „Die Technik steht beim Tauziehen eindeutig im Vordergrund“, lachte Schickler, dass Kraft alleine nicht genügt.
Bereits am frühen Nachmittag zogen die einheimischen Tauziehfreunde einen mit Passagieren voll besetzten, 15 Tonne schweren Bus entlang einer Strecke von 40 Metern Hauptstraße rund neun Sekunden schneller vom Start über die Ziellinie als in leerem Zustand.
Bewirtung zugesagt
Für die Roggenbachschule war dies zunächst eine schlechte Meldung, hätten sie doch bei einer Zeitüberschreitung von einer Spende der Tauziehfreunde profitiert.
Diese zeigten in ihrem Jubel über die gewonnene Wette dennoch ein großes Herz und sicherten zu, während des ersten Schulfestes nach der Sanierung der Roggenbachschule die Bewirtung vor und hinter den Tresen zu übernehmen.