Soziale Arbeit in Trossingen
: Inklusion mit Herz, Trommel, Sport und Rad

Die Stiftung Liebenau hat seit zwei Jahren in Trossingen neue, inklusive Angebote etabliert, ist aber offen für weitere Aktivitäten und Projekte.
Von
Ingrid Kohler
Oberndorf
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Isabel Krichel-Bonstein, hier im Kreativraum des Bildungs-, Begegnungs- und Förderzentrums (BBF) der Stiftung Liebenau im Sebastian-Blau-Weg 11 in Trossingen, ist die Ansprechpartnerin für Angebote, wenn es um Kooperationen rund um die Inklusion geht.

Ingrid Kohler

Mitten im Neubaugebiet Albblick steht neben einem Wohnhaus mit 24 Plätzen für Gemeindeintegriertes Wohnen im Justinus-Kerner-Weg das Bildungs-, Begegnungs- und Förderzentrum (BBF) im Sebastian-Blau-Weg im Mittelpunkt.

Das BBF ist ein Förderbereich und gleichzeitig eine Tagesstruktur für erwachsene Menschen mit höherem Assistenzbedarf. „Also Menschen, die zu schwach sind für die Werkstatt, die wir in Spaichingen haben“, erläutert Isabel Krichel-Bonstein von der Stiftung Liebenau. In den Räumen im Sebastian-Blau-Weg wird gemeinsam mit einigen Bewohnern aus dem Justinus-Kerner-Weg, aber auch mit Menschen, die von „außen“ kommen, gebastelt, Musik gehört, gesungen und gegessen. Manchmal gibt es Spaziergänge. Ganz neu und von allen bereits sehr geliebt sind Fahrradtouren durch Trossingen.

„Wir haben von der Aktion Mensch ein Tandemrad gestiftet bekommen, das gemeinsam von einer behinderten Person mit einem Betreuer oder einer Betreuerin gefahren wird“, freut sich Isabel Krichel-Bonstein. „Für die Schwächeren steht ein Rad zur Verfügung, bei dem zwei Personen vorne sitzend sich von einem hinten sitzenden Betreuer oder einer Betreuerin fahren lassen.“

Alter von 20 bis Mitte 50

Die Menschen, die im BBF betreut werden, sind im Alter von Anfang 20 bis Mitte 50. Dank bereits bestehender Integrationspartner ist im Bildungs-, Begegnungs- und Förderzentrum an einigen Tagen der Woche immer etwas geboten. „Seit genau einem Jahr findet jeden zweiten Montag im Monat das Trano-Treffen statt“, erzählt Isabel Krichel-Bonstein. Hierbei handelt es sich um ein gemeinsames Projekt mit dem Asylhelferkreis Troasyl.

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Die Leiterin Gisela Forn und ihr Helferteam kommen mit Bewohnern des Flüchtlingsheims, um gemeinsam zu spielen, zu basteln, Waffeln zu backen und vor allem auch um zu reden. „Das ist seit einem Jahr eine ganz tolle Runde“, weiß Krichel-Bonstein. Ganz neu ist eine Inklusive Fußballgruppe für junge Erwachsene in Kooperation mit der Spielvereinigung Trossingen. Gespielt wird jeden Freitag von 17 bis 18 Uhr auf dem Rasenplatz der Spielvereinigung im Stadion.

Viele Kooperationen

Wer den Rhythmus liebt, der ist richtig bei der inklusiven Trommelgruppe, die jeden Mittwoch von 17 bis 18 Uhr mit einer Musiklehrerin der Stiftung Liebenau in den BBF-Räumen stattfindet. Die Trommeln hierfür sind vor Ort vorhanden. Eine weitere Kooperation besteht mit der Volkshochschule Trossingen. „In jedem Semester wird ein Veeh-Harfen-Kurs angeboten, der in unseren Räumen durchgeführt wird“, so Krichel-Bonstein.

Projektpartner gesucht

„Theater und Musik“ sei ein weiteres Projekt, das jeden Mittwoch mit Studenten der Hochschule für Musik, die schon lange Kooperationspartner ist, und einigen behinderten Menschen stattfinde. Der nächste Auftritt ist für den 15. Juli geplant. Auch mit der Solwegschule sowie dem Stadtjugendreferat gibt es inzwischen gemeinsame Aktionen. „Wir sind aber jederzeit offen für neue Kooperationen, um unser Angebot zu erweitern“, betont Isabel Krichel-Bonstein. Auch seien weitere Teilnehmer an den bereits bestehenden Angeboten jederzeit willkommen. Weitere Informationen gibt es unter isabel.krichel-bonstein@stiftung-liebenau.de.