Sommer in Villingen-Schwenningen: So schützen Pflegeeinrichtungen ihre Bewohner vor der Hitzewelle

In Villingen-Schwenningen setzen Pflegeeinrichtungen bei hohen Temperaturen unter anderem auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. (Symbolfoto)
carballo - stock.adobe.com- Pflegeheime in Villingen-Schwenningen reagieren auf Hitzewarnung mit Schutzmaßnahmen.
- Seniorenresidenz am Kaiserring: Nachtlüften, stündlich 150–200 ml, kein Zuckergetränk.
- Digitale Temperaturüberwachung – bei Hitze kühle Tücher, Zimmerwechsel und Sonnenschutz.
- ArteCare: Klimaanlagen, Ventilatoren, morgens lüften, tagsüber Rollläden zu und Licht an.
- Trinkangebote mit Gurke, Zitrone und Kräutern; Kleidungstipps und Hinweise für Ausflüge.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wenn die Temperaturen über 30 Grad steigen, wird die Hitze für Pflegeeinrichtungen und ihre Bewohner schnell zur Herausforderung. Der Deutsche Wetterdienst hat eine Hitzewarnung vor hohen Temperaturen herausgegeben. Besonders für ältere Menschen können diese zur Gefahr werden. Wie Pflegeeinrichtungen in Villingen-Schwenningen ihre Bewohner schützen, haben wir bei der Seniorenresidenz am Kaiserring und dem ArteCare Pflegezentrum nachgefragt.
Besonders gefährlich kann die Hitze für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie für Bewohner mit Demenz werden, sagt Paul Lubina, Einrichtungsleiter der Seniorenresidenz am Kaiserring. Gerade bei demenziell erkrankten Menschen sei es schwierig zu erkennen, wenn sie unter der Hitze leiden. „Dafür sind wir da, dass wir sie pflegen“, so der Einrichtungsleiter.
Nachts werden die Fenster von 22 bis 6 Uhr geöffnet, damit kühle Luft ins Gebäude gelangt. Tagsüber achten die Pflegekräfte darauf, dass die Bewohner stündlich etwa 150 bis 200 Milliliter trinken. Zuckerhaltige Getränke seien dabei ungeeignet.
Kontrolle im Alltag
Lubina betont, dass die Bewohner zwar in der Einrichtung leben, aber weiterhin selbst über ihren Alltag entscheiden. Die Pflegekräfte unterstützen sie dabei, mit den hohen Temperaturen zurechtzukommen. Eine Besonderheit ist ein digitales Temperaturüberwachungssystem, auf das das Personal rund um die Uhr zugreifen kann. Dabei wird die Temperatur in den einzelnen Stockwerken angezeigt. Steigen die Werte zu stark an, können die Pflegekräfte reagieren. Etwa, indem sie Bewohner aus ihren Zimmern holen oder ihnen kühle Tücher bereitstellen.
Bei Aktivitäten im Freien wird verstärkt auf den Sonnenschutz geachtet, erklärt Lubina. Die Bewohner tragen Sonnencreme und Hüte, zudem steht ausreichend zu trinken zur Verfügung. Ergänzend gibt es Obst wie Wassermelonen oder Erdbeeren, die dabei helfen, die hohen Temperaturen besser zu verkraften, so der Einrichtungsleiter.
Wasser mit Extras
Auch im ArteCare Pflegezentrum in Villingen-Schwenningen greifen ähnliche Maßnahmen. Einrichtungsleiterin Alla Kärcher nennt vor allem den Einsatz von Klimaanlagen und Ventilatoren in den verschiedenen Räumen. Morgens wird gelüftet, anschließend bleiben die Rollläden geschlossen, damit die Hitze draußen bleibt. Mineralwasser steht jederzeit zur Verfügung und wird häufig mit Gurken- oder Zitronenscheiben sowie Kräutern aus dem eigenen Garten ergänzt. Das komme bei den Bewohnern gut an, so Kärcher.
Besonders wichtig sei aus Kärchers Sicht die Kommunikation mit den Bewohnern. Viele ältere Menschen nehmen ihr Durstgefühl nicht mehr richtig wahr, daher wird gezielt darauf geachtet, dass sie ausreichend trinken. Auch bei außerhäuslichen Terminen oder bei der Abholung durch Angehörige wird darauf hingewiesen, genügend Flüssigkeit mitzunehmen. Ebenso spielt die richtige Kleidung eine Rolle. Luftige Kleidung und eine Kopfbedeckung sind bei Aktivitäten im Freien besonders wichtig. Während dieser werden die Rollläden geschlossen und mit künstlichem Licht gearbeitet, um die Hitze im Gebäude zu reduzieren.
Die Einrichtungsleiterin verweist darauf, dass viele Maßnahmen auch im privaten Umfeld üblich seien. Der entscheidende Unterschied: „Zuhause funktioniert das alles automatisch“, sagt Kärcher. In Pflegeeinrichtungen seien die Bewohner dagegen auf Unterstützung angewiesen, um die hohen Temperaturen gut zu überstehen.