Solar Butterfly im Mittelpunkt
: Umweltaktivist Louis Palmer macht Station in Schwenningen

Der Schweizer Pionier Louis Palmer hat mit seinem Solar-Tiny-House weltweit für Aufmerksamkeit gesorgt. Jetzt kommt er nach Schwenningen an die Hochschule.
Von
Jochen Schwillo
Oberndorf
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Über den Besuch des Umweltaktivisten Louis Palmer mit seinem Solar Butterfly informieren Christoph Reich (von links), Henriette Stanley, Francesca Hermann und Thomas Bleile.

Jochen Schwillo

Wer den Solar Butterfly einmal gesehen hat, vergisst ihn nicht: ein futuristisches Tiny House auf Rädern, das sich wie ein Schmetterling entfaltet und seine 60 Quadratmeter großen Solarpaneele ausbreitet. Mit diesem ungewöhnlichen Gefährt hat der Schweizer Solarpionier und Umweltaktivist Louis Palmer die Welt umrundet – und genau dieses Symbol für klimafreundliche Innovation macht nun erneut Halt in der Region.

Am Dienstag, 9. Juni, kommt Palmer an den Campus Furtwangen der Hochschule Furtwangen (HFU), am Mittwoch, 10. Juni, folgt der Campus Schwenningen. Willkommen sind nicht nur Studierende, sondern ausdrücklich auch die interessierte Bevölkerung.

Palmer wurde weltweit bekannt als erster Mensch, der die Erde in einem solarbetriebenen Fahrzeug umrundete – ein Projekt, das ihn zu einer Symbolfigur für Klimaschutz und technische Innovation machte. Für die Hochschule Furtwangen ist sein Besuch ein starkes Signal. Christoph Reich, stellvertretender Rektor und Prorektor für Forschung und Nachhaltigkeit, betont, wie eng Nachhaltigkeit mit Forschung, Lehre und Campusentwicklung verknüpft ist. Die HFU arbeite an Projekten zur Energieoptimierung in Unternehmen, integriere Nachhaltigkeit systematisch in die Studiengänge und entwickle neue spezialisierte Masterprogramme, betont der Professor. Auch der Campus selbst befinde sich auf dem Weg zu einer EU‑Zertifizierung, die den Ressourcenverbrauch transparent macht und kontinuierliche Verbesserungen fordert.

„Der Besuch von Louis Palmer passt perfekt“, sagt Reich. „Er zeigt Lösungen auf, macht sie sichtbar und greifbar – und genau das brauchen unsere Studierenden.“

Idee entstand aus früheren Begegnungen

Die Idee, Palmer erneut in die Region zu holen, entstand aus früheren Begegnungen. Bereits im Mai des vergangenen Jahres war er in Furtwangen zu Gast – ein Besuch, der auf große Resonanz stieß. „Die Rückmeldungen waren überwältigend positiv“, erinnert sich Francesca Hermann, die in Furtwangen für Stadtmarketing und Eventmanagement zuständig ist. Viele hätten sich gewünscht, Palmer noch einmal zu erleben. Dieser Wunsch wird nun erfüllt.

In Furtwangen erwartet die Besucher am Dienstag, 9. Juni, ein umfangreiches Programm. Von 13.30 bis 17 Uhr gibt es auf dem Robert‑Gerwig‑Platz sowie direkt am Solar Butterfly verschiedene Aktionen, begleitet von Experten an den sogenannten Zukunftstischen. Zusätzlich hält Palmer ab 14 Uhr zwei öffentliche Vorträge, die sich an Studierende, Schulen und die Bevölkerung richten. Der Solar Butterfly wird dabei zum zentralen Anlaufpunkt, an dem nachhaltige Technologien und innovative Materialien anschaulich präsentiert werden.

Verschiedene Zukunftstische bieten Raum für Austausch

Demselben Prinzip folgt der zweite Tag am Mittwoch, 10. Juni, am Campus Schwenningen. Dort wird Palmer erneut Impulsvorträge halten, während Studierende und Gäste den Solar Butterfly besichtigen können. Am Nachmittag richtet sich das Programm vor allem an die Bevölkerung. Verschiedene Zukunftstische – etwa zu Wasserstoff, Energieversorgung oder industriellem Wandel – bieten Raum für Austausch.

Interaktive Stationen

Auch die IG Metall ist beteiligt. Deren Vertreter Thomas Bleile betont, wie wichtig es sei, Wege aufzuzeigen, wie Wirtschaft und Klimaschutz zusammengehen können. Die Gewerkschaft wolle bewusst zeigen, dass Transformation und Beschäftigungssicherung kein Widerspruch seien.

Ein besonderer Höhepunkt ist die öffentliche Abendveranstaltung am Mittwoch, die um 19 Uhr im Raum E 0.02 des Campus Schwenningen beginnt. Palmer spricht über die Weltreise des Solar Butterfly und zeigt, wie das solarbetriebene Tiny House rund um den Globus Menschen, Unternehmen und Institutionen inspiriert hat. Im Anschluss können die Besucher an interaktiven Stationen selbst in die Themen Nachhaltigkeit, Energiezukunft und technologische Transformation eintauchen.

Fachkräfteallianz der Region ermöglicht Programm

Ermöglicht wird das umfangreiche Programm durch die Fachkräfteallianz der Region, die Fördermittel des Landes Baden‑Württemberg einsetzt. Die Allianz vereint über 20 Partner, die sich für Fachkräftesicherung und wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit einsetzen. Nachhaltigkeit und Innovation seien dabei zentrale Themen, erklärt die Allianz. Palmers Besuch zeige eindrucksvoll, dass klimafreundliche Technologien weltweit Arbeitsplätze schaffen und neue Märkte eröffnen können – ein wichtiger Impuls für eine Region, die stark von Automobil‑ und Kunststoffindustrie geprägt ist.

Die Organisatoren rechnen an beiden Tagen mit großem Interesse. In Furtwangen werden rund 800 Studierende erwartet, dazu zahlreiche Gäste aus Schulen und der Öffentlichkeit. Auch in Schwenningen laufen die Vorbereitungen, um den Besucherstrom zu koordinieren. Sollte das Wetter nicht mitspielen, werden Teile des Programms in Innenräume verlegt, auch wenn der Solar Butterfly seine volle Wirkung natürlich im Freien entfaltet.

Vortrag

Anmeldungen
Die Teilnahme an der öffentlichen Abendveranstaltung Schwenningen in Raum E 0.02 am Mittwoch, 10. Juni, ab 19 Uhr ist kostenfrei. Aufgrund der begrenzten Plätze wird eine vorherige Anmeldung empfohlen unter https://bit.ly/3PPF0Ps.

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