Skurriler Fall in Brigachtal
: Staubsauger-Einsatz endet mit Polizeibesuch

Ein Brigachtaler saugt kurz sein Auto – wenig später steht die Polizei vor der Tür. Der Grund: seine Nachbarn.
Von
Marc Eich
Oberndorf
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Während der Mann in Brigachtal zum Staubsauger griff, griff sein Nachbar zum Telefon – um die Polizei zu alarmieren.

Christin Klose/dpa-tmn

Die Geschichte lässt gewisse Spannungen in der Nachbarschaft erahnen – oder ist das womöglich einfach „typisch deutsch“? In den sozialen Netzwerken wird ein Einsatz der besonderen Art in Brigachtal geschildert, der für viel Kopfschütteln sorgt.

Es ist Sonntagmorgen und ein Bürger Brigachtals nutzt den Tag nach dem Urlaub, um ein ungewolltes Mitbringsel aus seinem Auto zu entfernen: Sand hatte auf der Fahrerseite die Matte verschmutzt. „Habe mir nichts dabei gedacht und mein Auto heute kurz ausgesaugt“, schreibt der Mann in dem Beitrag.

Das, was dann passierte, konnte er „kaum glauben“. Denn: Zwei nette Polizeibeamte seien plötzlich vor ihm gestanden. Die Nachbarn hätten sich wegen des Staubsaugens beschwert. Drei Minuten sei das Saugen gegangen, berichtet der Betroffene auf Nachfrage.

„Lieber Nachbar, sprich mich doch einfach selbst an und trage so dazu bei, dass unsere Polizisten für so einen schlimmen Vorfall nicht ausrücken müssen“, schreibt er sarkastisch und lobt gleichzeitig die Beamten für ihr freundliches Auftreten. Unterstützung erhält er von zahlreichen Kommentatoren unter dem Beitrag. Die zeigen sich „sprachlos“, dass „man immer gleich die Polizei rufen muss“. Einigen sei es neu, „dass es in Deutschland verboten ist, am Sonntag zu saugen“. Wieder andere setzen auf Dialog statt Rufe nach Ordnungskräften – in diesen hätte der Brigachtaler aber zumindest mit dem Beschwerdeführer nicht treten können, da er anonym blieb.

Der Polizei sind solche Einsätze nicht neu

Wegen so etwas die Beamten rufen – muss das echt sein? Polizeisprecher Marcel Ferraro weiß aus seiner Erfahrung: „So etwas kommt vor allem vor, wenn da schon etwas länger in der Nachbarschaft schwelt.“ Durchaus kennen die Beamten auch „spezielle Kandidaten“, die häufig wegen Nichtigkeiten zum Hörer greifen, um mutmaßliche Bagatelldelikte anzuzeigen. „Wenn wir das Gefühl haben, dass wir ausgenutzt werden, prüfen wir die Notwendigkeit“, so Ferraro.

In diesem Fall zeigt der Polizeisprecher aber durchaus Verständnis für den Sachverhalt. „Wenn es sich da um einen Staubsauger handelt, der besonders laut ist, dann geht das am Sonntag nicht“, macht Ferraro deutlich. Es handele sich dabei aufgrund der Lärmbelästigung um eine Ordnungswidrigkeit.

Polizei muss auch Ordnungswidrigkeiten nachgehen

Reflexartig dürfte nun vielen der Satz in den Kopf schießen: „Hat die Polizei denn nichts Besseres zu tun?“ Ferraro erklärt: „Wenn nichts anderes Dringenderes ist, dann fahren wir vor Ort hin und schauen uns das an“, so der Sprecher. Schließlich muss die Polizei – nach eigenem Ermessen – auch Ordnungswidrigkeiten nachgehen.

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