Schopper in Schwenningen
: So fasziniert ist Ministerin vom Boxing VS

Kultus- und Sportministerin Theresa Schopper hat sich in der Turnhalle der Schwenninger Friedensschule ein umfassendes Bild vom Trainingsalltag des Boxvereins Boxing VS gemacht.
Von
Jochen Schwillo
Oberndorf
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Die Landtagsabgeordnete Martina Braun (von links) und die Kultus- und Sportministerin Theresa Schopper ließen sich von Vereinspräsidenten Marko Juric gerne über die Arbeit von Boxing VS informieren.

Jochen Schwillo

Die Halle gehört zu den wichtigsten Trainingsorten des Vereins – und bot der Ministerin einen unmittelbaren Einblick in die Strukturen, Herausforderungen und Erfolge des regionalen Leistungszentrums.

Schon beim Betreten der Halle wurde deutlich, wie lebendig der Boxsport in der Doppelstadt verankert ist.

Kinder, Jugendliche und Erwachsene trainieren hier regelmäßig Seite an Seite, begleitet von erfahrenen Trainern und einem engagierten Vereinsumfeld. Für Schopper war es ein ungewohnter, aber sichtlich beeindruckender Blick hinter die Kulissen einer Sportart, die sie bislang vor allem aus der Distanz kannte.

Besonderer Kampf 1971

Die Ministerin erinnerte sich an ihre erste bewusste Begegnung mit dem Boxen: „1971 hat mich mein Vater geweckt, um mit ihm den legendären Kampf zwischen Muhammad Ali und Joe Frazier zu sehen.“ Seitdem sei der Sport für sie eher ein Randthema gewesen – „umso spannender ist es, heute zu sehen, wie professionell und pädagogisch wertvoll hier gearbeitet wird“, betonte sie. Der Besuch sei für sie „eine echte Bereicherung“.

Ermöglicht wurde der Termin durch die Landtagsabgeordnete Martina Braun, die für Schopper einen Thementag rund um den Sport organisiert hatte. Braun begleitet den VS-Boxclub seit Jahren, besucht regelmäßig Wettkämpfe und Meisterschaften und kennt die Entwicklung des Vereins aus nächster Nähe. „Die Disziplin, die dieser Sport vermittelt, ist beeindruckend – und sie tut unserer Gesellschaft gut“, sagte sie am Rande des Besuchs.

Juric stellt Verein vor

Marko Juric, Präsident von Boxing VS, nutzte die Gelegenheit, um den Verein ausführlich vorzustellen. Die heutige Struktur geht auf das Jahr 2008 zurück, als der traditionsreiche Boxring Schwenningen (gegründet 1952) und der Boxclub Villingen fusionierten. Seitdem hat sich Boxing VS zu einem der erfolgreichsten Boxvereine Baden-Württembergs entwickelt – mit zahlreichen Titeln, internationalen Turnierteilnahmen und einer stetig wachsenden Jugendabteilung.

Juric erinnerte auch an die schwierige Phase während der Corona-Pandemie. „Die Zwangspause hat uns sportlich und organisatorisch enorm gefordert“.

Jugend wird gefördert

Ein Schwerpunkt des Vereins ist die Jugendförderung. Juric erläuterte der Ministerin das Trainingskonzept, das auf „mindestens elf Säulen“ basiert – von Technik und Distanzgefühl über Präzision und Athletik bis hin zu mentaler Stärke und sozialer Kompetenz. „Wir bilden unsere jungen Sportler langfristig und strukturiert aus. Erst wenn die Grundlagen sitzen, geht es in den Wettkampf“, erklärte er. Dieser Ansatz sei einer der Gründe für den nachhaltigen Erfolg des Vereins.

Wichtige Sponsoren

Auch die finanziellen Rahmenbedingungen wurden offen angesprochen. Der jährliche Mitgliedsbeitrag von 90 Euro decke längst nicht mehr die steigenden Kosten für Wettkämpfe, Ausrüstung und Fahrten. „Ohne Sponsoren könnten wir viele unserer Athleten nicht an Turnieren teilnehmen lassen“, so Juric. Die Ministerin nahm diese Hinweise aufmerksam auf.

Selbstvertrauen gewonnen

Besonders interessiert zeigte sich Schopper an den persönlichen Geschichten der Jugendlichen, die für ihren Besuch eigens von der Schule freigestellt wurden. Viele von ihnen haben durch den Boxsport Struktur, Selbstvertrauen und neue Perspektiven gewonnen.

Wichtiges Projekt

Großen Eindruck hinterließ bei der Ministerin das Projekt „Fight for your Life VS“, das als „Schule des Lebens“ gilt.

Es richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene aus schwierigen sozialen Verhältnissen oder mit Migrationshintergrund und vermittelt ihnen durch den Boxsport Werte wie Disziplin, Respekt, Durchhaltevermögen und Teamgeist. Seit 2024 ist die ProKids-Stiftung offizieller Träger des Projekts.

Der Besuch endete mit einem intensiven Austausch über die Bedeutung des Sports für Bildung, Integration und Persönlichkeitsentwicklung. Für den Verein war der Termin eine Gelegenheit, seine Arbeit sichtbar zu machen – für die Kultusministerin ein Einblick in ein System, das weit mehr vermittelt als sportliche Leistung.

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