Schauübung in Unterkirnach: Feuerwehr rettet Kinder aus Obergeschoss

Mit größter Vorsicht bringen die Einsatzkräfte während des angenommenen Brandes die auf der Dachterrasse versammelten Kinder und Erzieher in Sicherheit.
Rainer BombardiDie Übung sollte den Einsatzkräften und dem Erziehungspersonal wichtige Erkenntnisse für den Ernstfall liefern, der hoffentlich nie eintritt.
Im Vorfeld hatte das Kindergartenpersonal unter der Leitung von Karina Auber die Kinder über die Funktionen der Feuerwehr und das Verhalten im Ernstfall informiert. Doch nun hatte die Probe des Ernstfalls noch einmal eine ganz andere Dimension.
Die in unmittelbarer Nachbarschaft zum Kindergarten beheimatete Feuerwehr war rasch vor Ort, inspizierte die Lage und startete einen Löschangriff, bei dem sie das Wasser vom Hydranten am Eingang zum Freigelände des Kindergartens bezog.
Personen werden gerettet
Parallel galt es die Lage zu checken und damit zu beginnen, die in der Einrichtung anwesenden Personen zu retten.
Rasch stellte sich heraus, dass im Bewegungsraum im Obergeschoss bis zum Brandausbruch gerade eine Gruppe mit 24 Kindern und diverse Fachkräfte ihren Spaß gehabt hatten.
Da aufgrund der starken Rauchentwicklung im Erdgeschoss ein Durchkommen ins Freie laut Übungsannahme nicht mehr möglich war, versammelten sie sich auf der Terrasse im Obergeschoss der Einrichtung. Dort war die Feuerwehr bereits damit beschäftigt, zwei Leitern am Balkongeländer aufzustellen, über welche die Rettung von Kindern wie Personal erfolgte.
Mit einem Seil abgesichert
Alle Personen deren Rettung über die Leiter erfolgte, sicherten die Einsatzkräfte zuvor mit einem Seil ab. Glücklicherweise führt von der Dachterrasse noch eine Rutsche ins Freigelände, über die sich ebenfalls einige Personen in Sicherheit bringen konnten.
Die Einsatzkräfte der Feuerwehr achteten darauf, dass alles koordiniert ablief. Am Ende hatten sie 24 Kinder und einen Jugendlichen mitsamt dem Erziehungspersonal in Sicherheit gebracht.
Parallel zur Rettung über die Dachterrasse drangen Atemschutzträger in das mit dichtem Rauch gefüllte Erdgeschoss ein, um nach vier weiteren Brandopfern zu suchen, die sich zum Zeitpunkt des angenommenen Brandausbruchs im Erdgeschoss befunden hatten.
„Zufrieden mit dem Ablauf der Probe, die im Beisein zahlreicher Zuschauer ablief war Kommandant Tobias Weißer. „Wir haben den Ernstfall an einem Ort geprobt, der aufgrund der zahlreichen Kinder vor Ort auf seine Art besonders anspruchsvoll war“, erläuterte Weißer.
Kinder lernen
Zudem lernten die Kinder die Feuerwehr du deren Aufgaben von der praktischen Seite kennen. Die Erkenntnisse auf dieser nicht alltäglichen Situation wird die Feuerwehr in ihren nächsten Sitzungen diskutieren. Weißer dankte zudem Daniel Beha für die Moderation der Probe und der Altersmannschaft, die vor Ort die Verkehrssicherung übernommen hatte.
Froh über den Ablauf war auch Einrichtungsleiterin Karin Auber – insbesondere, weil das Personal der drei Kindergarten- und zwei Krippengruppen mit maximal 90 Kindern zählenden Einrichtung im Ernstfall weiß, was zu tun ist.
Nach der Probe überreichte Kommandant Tobias Weißer dem Kindergarten einen Scheck über 400 Euro mit dem sich die Einrichtung fünf Bobby-Car-ähnliche Feuerwehrautos besorgte, auf denen die Kinder in Zukunft erste Erfahrungen als Einsatzkraft sammeln können. Weißer erläuterte, dass die Spende aus dem Erlös des Osterfeuers stammt, welcher je zu einem Drittel an den evangelischen, den katholischen Kindergarten und die Jugendfeuerwehr geht.
Erste Erfahrungen sammeln
Um den Kindern einen ersten Eindruck der Feuerwehrtätigkeiten zu geben, bot die Feuerwehr zudem an, im Freigelände mithilfe eines Strahlrohrs erste Erfahrungen mit dem Löschen zu sammeln.