Rathaus in Marbach
: Ein Ort der Begegnung für die Bürger

Rund 80 Gäste bewunderten den neu gestalteten Saal im Marbacher Rathaus. Der Umbau begann im März. Oberbürgermeister Jürgen Roth lobte die gelungene Modernisierung.
Von
Ursula Kaletta
Oberndorf
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Ein Haus mit viel Geschichte: Das über 120 Jahre alte Rathaus in Marbach.

Ursula Kaletta

Eine Einweihungsfeier in einem Rathaus, das vor genau 120 Jahren geplant und gebaut wurde, gibt es nicht in jeder Gemeinde. Jedoch aber in Marbach.

Rund 80 Personen trafen sich, um mit Ortsvorsteherin Irina Ebauer und ihrem Ortschaftrat das besondere Ereignis zu begehen. Anlass zu dieser Einladung war der neugestaltete Rathaussaal, den die Gäste mit Bestaunen und Bewundern betraten.

„Wunderschön, so groß, man erkennt ihn nicht wieder“, so war es von den Besuchern zu hören. Viele von ihnen erinnerten sich an die frühere Einrichtung. „Hier stand der Ofen, dort waren die Fenster, aus denen man geschaut hat.“

Schon bald nach ihrem Amtseintritt hatte die Ortsvorsteherin gemeinsam mit ihrem Gremium die ersten Vorbereitungen für einen Umbau des Rathaussaales in Angriff genommen. Wunsch war es, ihn zu vergrößern, auch mit dem Ziel, dass er viele interessierte Einwohner bei den öffentlichen Ortschaftsratsitzungen oder sonstigen Veranstaltungen, zum Beispiel bei Trauungen, genügend Platz bietet.

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Sechs Handwerksfirmen und TDVS an Arbeiten beteiligt

Mit den ersten Arbeiten wurde am 31. März dieses Jahres begonnen. Sechs Handwerksfirmen sowie die Technischen Dienste Villingen-Schwenningen (TDVS) waren daran beteiligt, am 11. Juli konnte der neue gestaltete Raum bezogen werden.

Es ist nicht nur ein Rathaus, in dem die Marbacher Ortsverwaltung ihre Aufgaben tätigt, sondern viel mehr als ein Verwaltungsgebäude, so Irina Ebauer in ihrer Begrüßungsrede, mit der sie die Gäste zu einer Reise in die Vergangenheit mitnahm. In den Mauern lebe nicht nur Geschichte, sondern auch Gemeinschaft, Wandel, Verantwortung und das Gefühl von Heimat. Es sei der Dreh- und Angelpunkt des Ortes, ein Ort, an dem alle Fäden zusammenlaufen.

Zu Kulturdenkmal ernannt

Das Haus wurde 1905 vom Villinger Architekt Karl Nägele als Schulhaus geplant, im Dezember 1906 wurde es eingeweiht. Zwischen den Jahren 1907 und 1911 wurde das Schulhaus erweitert, zwischen 1929 und 1932 war wegen wachsender Bevölkerung ein Anbau erforderlich. Im Jahr 1966 wurde aus dem Schulgebäude der Kindergarten, bis es 13 Jahre später zum Rathaus wurde. Im Jahr 2016 wurde es zum Kulturdenkmal.

„Es ist nicht nur ein Gebäude aus Stein und Mörtel, sondern ein Ort, der geprägt ist von Leben und Wandel, und der Wandel geht weiter“, fuhr die Ortsvorsteherin fort. Neue Projekte für die Zukunft und neue Formen der Begegnung zeigen: Das Haus bleibt lebendig. Es soll ein offenes Haus bleiben – ein Ort, an dem jede Bürgerin und jeder Bürger mit seinen Fragen, Sorgen und Ideen willkommen ist.

Harmonie zwischen alter Bauweise und den neuen Strukturen

„Gut gemacht, ihr seid auf dem richtigen Weg“, sagte Oberbürgermeister Jürgen Roth und sprach Glückwünsche zum guten Gelingen über die entstandene Harmonie zwischen der alten Bauweise und den neuen Strukturen aus. Dem Ortschaftrat, dem derzeit drei Generationen angehören, wünschte er, dass er kluge Entscheidungen treffen möge, die von den Bürerinnen und Bürgern erwartet werden.

Nach dem offiziellen Teil konnten die Besucher im Zelt auf dem Rathausplatz, aufgestellt von der Marbacher Feuerwehr, bei Gesprächen und kulinarischen Angeboten gemütlich verweilen. Letztendlich wieder ein Beweis, dass das Marbacher Rathaus ein Ort der Begegnung ist.