Radfahren in VS: Fahrradstraßen motivieren zum Umstieg aufs Rad

Die farblich markierten Fahrradstraßen in Villingen-Schwenningen sollen Sicherheit und Sichtbarkeit erhöhen.
Emelie BaischDie Fahrradstraßen in Villingen-Schwenningen erfreuen sich wachsender Beliebtheit – sowohl bei Alltagsradlern als auch im Radsport. „Ich finde die bisherigen Fahrradstraßen in VS sehr sinnvoll. Sie motivieren definitiv mehr Leute, sich aufs Rad zu setzen“, sagt Philipp Bernhard, Vorsitzender des Radsportclubs 1886 Villingen. Für ihn sind die speziell ausgewiesenen Strecken ein Gewinn für die Mobilitätswende in der Doppelstadt.
„Sie ermöglichen den Radfahrern, schneller und sicherer durch die Städte zu kommen“, erzählt Bernhard weiter. Besonders im Alltag seien die Vorteile spürbar. Im Vergleich zu herkömmlichen Straßen gelten hier besondere Regeln: Radfahrende haben Vorrang, dürfen nebeneinander fahren und müssen von anderen Verkehrsteilnehmern nicht nur beachtet, sondern auch geschützt werden.
Kaum Kritik von Autofahrern
Auch die Stadtverwaltung bewertet die bisherigen Erfahrungen mit den neuen Fahrradstraßen überwiegend positiv. „Fahrradstraßen befinden sich in der Regel in Wohngebieten mit Tempo 30. Fast alle Parkplätze konnten erhalten bleiben. Für Anlieger hat sich wenig geändert“, heißt es aus der Pressestelle der Stadt Villingen-Schwenningen. Beschwerden von Autofahrern habe man bislang nicht erhalten.
Erste Umsetzungsstufe fast vollständig
Die erste Umsetzungsstufe des Radverkehrskonzepts ist in weiten Teilen bereits Realität. So wurden die Carl-Haag-Straße und die Bert-Brecht-Straße vollständig umgesetzt und markiert. Auch das kurze Stück der Sturmbühlstraße nahe der Arminstraße wurde fertiggestellt, wie die Pressestelle mitteilt.
Anders sieht es bei der Brigachstraße aus: Hier sind Beschilderung und bauliche Voraussetzungen bereits erfolgt, die farbliche Markierung soll allerdings erst im Laufe diesen Jahres folgen. Auch die Mozartstraße ist noch nicht realisiert. Ihre Umgestaltung hängt an einer geplanten Deckensanierung und könnte sich – je nach Witterung – bis 2026 verzögern.
Weitere Straßen im Fokus
Mit der zweiten Umsetzungsstufe nimmt die Stadtverwaltung weitere Strecken in Angriff. In Umsetzung für 2025 sind unter anderem die Martin-Luther-Straße, die Schillerstraße und der Forellenweg. Ein geplanter Lückenschluss in der Bert-Brecht-Straße soll voraussichtlich 2026 erfolgen. Für andere Projekte wie die weitere Sturmbühlstraße, den Albrecht-Dürer-Weg oder die Sebastian-Kneipp-Straße ist, laut Pressestelle, derzeit noch kein konkreter Zeitrahmen bekannt.
Klarer Wunsch nach Ausbau
Der Vorsitzende des Radsportclubs sieht in Villingen-Schwenningen noch Handlungsbedarf. Für ihn steht fest: „Das Netz der Fahrradstraßen muss weiter ausgebaut werden, damit ein langfristiger Mobilitätswechsel in unserer Stadt stattfinden kann.“ Dabei gehe es nicht nur um Quantität, sondern vor allem um Qualität und Sicherheit. Als negatives Beispiel nennt er den Radstreifen auf der Richthofenstraße in Villingen. Dieser endet vor einer Ampel an einem 20 Zentimeter hohen Randstein – dort stehe man als Radfahrer mitten im Autoverkehr, ohne schnelle Möglichkeit, die Gefahrenstelle zu verlassen.
Ein langfristiger Erfolg könne nur durch umfassende Aufklärung gelingen, betont Bernhard: „Aufklärung ist der entscheidende Punkt, damit das Miteinander im Straßenverkehr funktioniert.“