Pflanzen und Tiere in Bad Dürrheim
: Biologische Artenvielfalt auf fünf Kilometern

Mitglieder des Schwarzwaldvereins Bad Dürrheim unterwegs auf dem Biodiversitätspfad in der Kurstadt.
Von
Martin Gruhler
Oberndorf
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Kathrin Schwab vom Umweltbüro Donaueschingen (rechts) führte Mitglieder des Schwarzwaldvereins Bad Dürrheim in einer Exkursion durch den Biodiversitätspfad

Martin Gruhler

Mitglieder des Schwarzwaldvereins schnürten dieses Mal ihre Wanderschuhe, um unter kompetenter Führung den Dürrheimer Biodiversitätspfad zu erkunden.

Der Termin war vom Schwarzwaldverein-Vorsitzenden Reinhard Lucht für die Exkursion kurz vor Pfingsten gut gewählt worden. Der gefühlt überlange Winter hatte sich kurz nach der „Kalten Sophie“ auch auf der Baar endgültig verabschiedet.

Handschuhe und Pudelmütze liegen wegen nicht mehr erwartbarer Frosttemperaturen mittlerweile in der Kleiderkommode. Dafür waren Sonnenbrille sowie Sonnenschutzcremetube wichtige Utensilien für die zweieinhalbstündige Rundtour durch die Wiesen im und südlich des Kurparks sowie in dem Waldgebiet in Richtung Aasen und zurück. Die Führung leitete Kathrin Schwab, die in Bonn Agrarwissenschaften studiert hat. Die Neudingerin ist für das Donaueschinger Umweltbüro tätig, das im Gemeindeverwaltungsverband Hüfingen, Bräunlingen, Donaueschingen integriert ist und an dem wegen Umweltangelegenheiten auch Bad Dürrheim ein Stück weit angedockt ist.

Der Biodiversitätslehrpfad führt über rund fünf Kilometer mit 13 Infoschildstationen, auf denen viel grundlegendes Wissen über die biologische Artenvielfalt in Wiesen und Wald vermittelt wird. Zu Beginn der Tour verließ die Gruppe im Kurpark die regulären Wege, um direkt in die Wiesen zu gelangen. Die Kurgärtnerei hatte dafür eine besondere Schneise für einen temporären Grünpfad gemäht. In der Wiese konnte verschiedenste Gräser sowie Kräuter und Blumen ausgemacht werden.

Ein Bienenhotel

Ein Bienenhotel wurde entdeckt. Die mit viel Idealismus gemachten Behausungen für Wildbienen gedacht sieht Schwab mittlerweile kritisch. Die Wildbienen hätten ihr Zuhause zumeist am Boden und eben nicht in künstlich geschaffenen Holzlöchern. Aus dem Kurpark hinaus führte der Weg in eine Allee mit verschiedensten gesetzten Baumarten. Durch einen Tunnel unter der zu den Ostbaarorten hinauf führenden Landstraße gelangte die Zehnerschaft an ein Niedermoor mit seinem Eigenleben. In Sichtweite döste uninteressiert eine Büffelherde.

An den Wegsäumen wurde die Kleintierwelt mit der großen Insektenwelt aufgezeigt. Angelegte Buntbrachen wurden erklärt, in denen eine mit einheimischen Wildkräutern und Blühpflanzen angesäte Fläche auf früherem Ackerland genutzt wird. Der Scheitelpunkt der Schleife war kurz vor dem ersten Bauernhof von Aasen erreicht. Von dort erfolgte der Aufstieg an einer kleinen Kapelle vorbei durch einen prächtigen Mischwald im Gewann Hell.

Material für Schlehenlikör

Auch Schwarzdornsträucher wurden dort entdeckt. „Daraus kann dann Schlehenlikör gemacht werden“, wusste Ulla Lucht. Recht steile An- und Abstiege machten den Schwarzwaldverein-Senioren auf dem Rundgang konditionell kaum etwas aus.

Über die Hirschhalden-Brücke und den neu ausgebauten steilen Waldfahrweg hinab gelangte die Mitglieder des Schwarzwaldvereins an den Weiher unweit des Schützenhauses – ein richtiges Naturschatz-Kästle. „Das Stillwasser ist für die Biodiversität von ganz besonderer Bedeutung“, erläuterte Schwab. Besonders viele Pflanzen- und Tierarten haben sich dort ihren Lebensraum auserkoren. Frösche sowie Kröten quaken hier aktuell um die Wette und kleinste bis zu größeren Flugkünstlern malen Kreise in die Luft.

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