Ortssenioren in Trossingen: Großer Zulauf beim Programm

Die Ortssenioren zeigten sich begeistert vom Chirurgie Museum Asklepios in Tuttlingen. Von Beate Müller von Aesculap erfuhren sie Wissenswertes rund um die Kunst der Medizin.
Ingrid KohlerVor genau einem Jahr im Rahmen des 25-jährigen Bestehens der Trossinger Ortssenioren wurden Roberta Zuber als Vorsitzende und Ewald Weigert als Stellvertreter gewählt.
Noch wenige Monate zuvor hatte eine Auflösung des Ortsseniorenrates zur Frage gestanden, da es keine Nachfolger im Vorstandsteam gab.
Dass sich Roberta Zuber und Ewald Weigert zur Verfügung gestellt haben, zeigte sich von Anfang an als ein Glücksgriff, denn mit neuen Ideen haben beide ein Jahresprogramm 2025 zusammengestellt, das von Seiten der Senioren auf durchaus positives Echo und großen Zulauf gestoßen ist.
Es richtet sich an alle Senioren ab 60 Jahren aus Trossingen und Schura. Es gibt keine Mitgliedschaft, denn der Ortsseniorenrat Trossingen ist kein Verein.
Erfolgreiche Modenschau
Die Zusammenkünfte mit den unterschiedlichsten Vorträgen sind in aller Regel einmal monatlich im Altenzentrum Dr. Karl-Hohner-Heim. Einen riesen Erfolg gab es bereits im März mit der ersten Modenschau von Senioren für Senioren im Bekleidungshaus Weinmann in Trossingen.
Jetzt fuhren rund 40 Senioren mit dem Bus nach Tuttlingen zur Besichtigung und Führung durch das Chirurgie Museum Asklepios von Aesculap. Aufgeteilt in zwei Gruppen machten die Trossinger eine Reise durch die Geschichte der Medizin mit über 800 Exponaten auf drei Etagen mit insgesamt 540 Quadratmetern Fläche. Im Erdgeschoss befindet sich die große Asklepios-Statue mit dem Schlangenstab. Die Schlange sei schon immer Sinnbild der Medizin gewesen, erläuterte Beate Müller von Aesculap, die eine Gruppe mit ihrer rund zweistündigen Führung mit ihrem breitgefächerten Fachwissen begeisterte.
1899 die Marke Aesculap angemeldet
Gottfried Jetter gilt als Pionier der „heilenden Messer“ und eröffnete 1867 seine erste kleine Chirurgiemechaniker-Werkstatt in Tuttlingen. Im Jahr 1878 hatte er bereits 120 Mitarbeiter. Jetters Schwager Karl-Christian Scheerer übernahm bereits 1877 die kaufmännische Leitung.
Die Gründer nutzten den glücklichen Zufall, dass aus ihren Initialen J und S das typische Signet für die Medizin, der Schlangenstab gebildet werden kann. Schon 1889 wird der Schlangenstab und 1899 die Marke Aesculap angemeldet und geschützt. Noch heute befindet sich der Schlangenstab in stilisierter Form auf jedem Instrument von Aesculap. Auch Hippokrates, der göttliche Arzt aus Kos, der als der eigentliche Begründer der abendländischen Heilkunde gilt, ist mit seinen Aphorismen („schlechte Ärzte sind wie nutzlose Pflanzen, sie kommen am häufigsten vor …“) und dem Eid des Hippokrates zu sehen.
Feldchirurgie war „gruselig“
Der alte OP-Saal und die Feldchirurgie waren für die Senioren eher „gruselig“. Die besseren Ärzte seien im Feld gewesen, erklärte Beate Müller, „innerhalb von drei Minuten schafften sie eine Unterschenkelamputation“.
Anästhesie wurde 1846 erstmals durch einen Zahnarzt mit Schwefeläther praktiziert. Als Revolutionär der Diagnose galt Wilhelm Conrad Röntgen, der die Röntgenstrahlen im Jahr 1895 entdeckte. Eine mehr als spannende Sammlung von Arztinstrumenten – die ältesten sind ausgegraben aus den Ruinen von Pompeji im ersten Jahrhundert nach Christi – befindet sich in Vitrinen.
Viele Produkte noch in reiner Handarbeit gefertigt
Großes Interesse hatten die Trossinger Senioren an Hüftendoprothesen und Knieprothesen. Einige hatten sogar ihren persönlichen Ausweis mit Implantaten von Aesculap mit dabei und wissen jetzt, welches so wichtige „Ersatzteil“ ihr Leben nach schmerzhaften Zeiten wieder lebenswert macht. Weitere Exponate sind der Endoskopie, Neurochirurgie, der Urologie und der Gynäkologie sowie dem Dentalbereich gewidmet.
Aesculap habe heute mehr als 25 000 Produkte, von denen viele noch in reiner Handarbeit gefertigt werden, betonte Beate Müller. „Wir haben den weltweit größten Marktanteil in der Neurochirurgie und sind viertgrößter Produzent in der Endoprothetik. Seitdem Jahr 1976 ist Aesculap Teil der B. Braun Melsungen AG. Rund 3700 Mitarbeiter sowie rund 350 Auszubildende arbeiten aktuell am Firmensitz in Tuttlingen, weltweit sind es rund 13000.
Angebote im zweiten Halbjahr
Die Termine
Am Donnerstag, 25. September, ab 18.30 Uhr steht im Konzerthaus Trossingen die zweite Bürgerwerkstatt zur Neugestaltung des Rudolf-Mschkeplatzes an, bei der sich Senioren mit einbringen können. Am Samstag, 27. September, beginnt um 9 Uhr am Rathaus die Müllsammelaktion gemeinsam mit Asylbewerbern. Hilfsmittel wie Zangen und Säcke werden gestellt. Am Montag, 29. September, ab 14.30 Uhr gibt es in der Stadtbücherei den Reisebericht „Begegnungen – Südostasien im Bild“ mit Manfred Nester. Anschließend ab 16.30 Uhr informiert Salvatore Martinelli, Direktor des Deutschen-Harmonikamuseums, zum Thema „Hilfe mit dem Handy“. Er hilft auch gerne bei Problemen mit dem Handy weiter. Handys sollten mitgebracht werden. Am Montag, 27. Oktober, ab 14.30 Uhr berichtet im Dr. Karl-Hohner-Heim eine Mitarbeiterin des Kreissozialamtes Tuttlingen unter dem Motto „Wenn die Eigenmittel nicht reichen“ über die Finanzierung im Pflegeheim. Am Montag, 24. November, steht ab 14.30 Uhr im Dr. Karl-Hohner-Heim der Jahresabschluss an mit Information über die Aufgaben des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge mit Bernhard Diehl aus Konstanz, mit anschließendem Jahresausklang.