Neue Spielzeit in VS
: Hochkarätiges Programm von Konzerten über Theater bis Kabarett

Mit seiner letzten Spielzeit setzt Andreas Dobmeier noch einmal ein Ausrufezeichen hinter zwei Jahrzehnte Kulturarbeit in Villingen-Schwenningen.
Von
Martina Zieglwalner
Oberndorf
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Präsentieren die Spielzeit (von links): Nina Jüngling, zuständig für Marketing und Kommunikation, der neue und der scheidende künstlerische Leiter, Jens Daryousch Ravari und Andreas Dobmeier, und Sandra Bummel, Leiterin des künstlerischen Betriebsbüros.

Zieglwalner

Die Menschen zu berühren und etwas in ihnen zum Klingen zu bringen, hat sich Andreas Dobmeier für seine letzte Saison als Verantwortlicher für die Bühnen der Stadt Villingen- Schwenningen zum Ziel gesetzt. Er verabschiedet sich mit einem Programm, das unter dem Leitmotiv „Resonanz“ nochmals Maßstäbe setzt, ob Begegnungen mit renommierten Künstlern oder Deutschlandpremieren.

Es sei seine 20. und endgültig letzte Spielzeit, die er für 2026/27 zusammengestellt hat, betont der Künstlerische Leiter, der in den vergangenen Monaten seinen Nachfolger Jens Daryousch Ravari mit den Aufgaben vertraut gemacht hat. Er wolle besondere Momente für das Publikum ermöglichen, sich mit einem Paukenschlag und einer Liebeserklärung an die Kultur zurückziehen, verdeutlicht Dobmeier.

So reiht sich bei der Präsentation des neuen Programms ein Höhepunkt an den anderen. Gleich zur Eröffnung der Spielzeit gastiert beispielsweise die Pianistin Anna Vinnitskaya am Samstag, 26. September, bei den Meisterkonzerten. Elisabeth Leonskaja, Grande Dame des Klaviers, ist ebenso im Franziskaner zu erleben wie der schwedische Starklarinettist Martin Fröst.

Auftakt-Konzerte bringen dem Nachwuchs die Musik näher, das junge Podium bietet Studenten der Hochschule für Musik Trossingen oder Preisträgern von „Jugend musiziert“ eine Plattform.

Dominique Horwitz gastiert in Villingen

„Eine große Bandbreite vom klassischen Drama über psychologische Thriller bis zum musikalischen Spektakel“, bringt Dobmeier das Angebot rund um Schauspiel, Musiktheater und Boulevard im Theater am Ring auf den Punkt. Da ist Nathalie O’Hara in dem für den Theaterpreis Faust nominierten Stück „Alice – Spiel um dein Leben“ zu sehen, Dominique Horwitz zeigt eine Neudeutung von „Faust“, Ann-Kathrin Kramer und Harald Krassnitzer kommen ebenso nach Villingen wie Janina Hartwig und Caroline Beil. Mit der Komödie am Kurfürstendamm, dem Ohnsorg-Theater Hamburg oder dem Schlossparktheater Berlin seien erstklassige Häuser vertreten. „Das ist eine Qualität, die sonst nur auf den Bühnen der Metropolen zu finden ist“, betont Dobmeier.

Gute Qualität

Beim Musiktheater warten das Musical „Line 1“, die Oper „L’Orfeo“ von Claudio Monteverdi oder eine Revue zum 100. Geburtstag der Comedian Harmonists auf die Zuschauer.

Auch das Tanztheater decke eine breite Mischung ab, die von Ballett über Athletik bis zu Hip-Hop reicht. Stolz ist Dobmeier, dass zwei Stücke ihre Deutschlandpremiere feiern: Das Bayerische Junior Ballett München bringt die Inszenierung „Was Ihr wollt“ vor der Premiere am Nationaltheater in Villingen auf die Bühne, ebenso startet die Koresh Dance Company aus Philadelphia ihre Deutschland-Tournee im Schwarzwald.

Popkonzert mit „(S)Trong 2gether-K-Pop“

Beim Kabarett versprechen Matthias Deutschmann, Max Uthoff, Andreas Rebers oder Simone Solga gute Unterhaltung. Ein großes Spektrum ist ebenso bei der Comedy-, Kleinkunst- und Musikreihe in der Neckarhalle geboten bei einer Zaubershow mit Mellow, Liza Kos oder dem Pop-Konzert „(S)Trong 2gether-K-Pop“, eine Band, die inzwischen Stadien füllt, verweist Ravari auf den Erfolg der Social Media-Stars.

Jugendtheater greift Abiturthemen auf

„Eine breite Palette an Perspektiven zu drängenden Themen der Gegenwart“ umfasse die von Wolfgang Niess moderierte Reihe „Autor im Gespräch“, umreißt Dobmeier die Diskussionen mit Holger Stark, Frank Sieren, Joana Osman oder Ryyan Alshebl.

Gerade an Schüler richtet sich das Jugendtheater, das auch Abiturthemen wie „Der zerbrochene Krug“ von Heinrich von Kleist oder „Mario und der Zauberer von Thomas Mann aufgreift.

Theater für Kinder

Und der Nachwuchs kommt beim Kindertheater mit Stücken wie „Pippi Langstrumpf“ oder „Eine Woche voller Samstage“ auf seine Kosten. Als Sonderveranstaltungen runden ein Irish Folk-Festival oder ein Auftritt der Thomas Gansch Blasmusik Soupergroup die Spielzeit ab.

Froh sind Dobmeier und sein Nachfolger Ravari, dass es trotz Einsparungen gelungen ist, ein solch hochwertiges Paket an Kulturveranstaltungen für die Menschen in der Region zu schnüren. Dass Villingen-Schwenningen durchaus einen Namen bei renommierten Bühnen und Orchestern habe, sei immer wieder zu spüren, betonen beide. Gerade das Franziskaner genieße einen hervorragenden Ruf bei Musikern in ganz Europa. Dies stelle die Kulturschaffenden aber auch vor die Herausforderung, das Haus für künftige Generationen zu erhalten. So hoffen Ravari und Dobmeier, dass die Spielzeit 2026/27 entsprechend dem Motto auf große Resonanz im eigentlichen Sinn stößt, um weiter solche Künstler engagieren zu können.

Die Abonnements

Die Pakete
 Im Theater am Ring gibt es die sechs Festabonnements Schauspiel, Musiktheater, Theater-Mix, Boulevard, Tanz und Kabarett mit einer Ermäßigung von bis zu 35 Prozent auf die Einzelkartenpreis im freien Verkauf. Im Franziskaner Konzerthaus gibt es die beiden Festabonnements Meisterkonzerte Großer Zyklus mit renommierten Orchestern und Solisten sowie Kleiner Zyklus mit vielfältiger Kammermusik. Zudem besteht die Möglichkeit, sich aus den Veranstaltungen im Theater am Ring, im Franziskaner und in der Neckarhalle bei gleichzeitiger Buchung ein Wahlabonnement mit sechs oder mit vier Veranstaltungen zusammenzustellen.

Vorverkauf
Die Festabonnements sind ab sofort im Amt für Kultur, Telefon 07721/ 82 23 12 oder unter E-Mail tickets@villingen-schwenningen.de buchbar. Wer sein Festabonnement behalten möchte, muss nichts unternehmen, da es sich am Dienstag, 23. Juni, automatisch verlängert. Die Buchung der Wahlabonnements ist ab Montag, 27. Juli, möglich. Karten im freien Verkauf gibt es ab Montag, 17. August, unter anderem beim Tourist-Info & Ticket-Service in Villingen im Franziskaner Kulturzentrum in der Rietgasse 2 und in Schwenningen im Bahnhof in der Erzbergerstraße 20, außerdem an den Vorverkaufsstellen von Kulturticket Schwarzwald-Baar-Heuberg.

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