Nachruf auf Ludwig Kühn
: Maria Tann lag dem Unterkirnacher am Herzen

Ludwig Kühn, ein warmherziger Mann, der immer ein Ohr für andere Menschen hatte, ist am 14. Juni  im Alter von 97 Jahren in Unterkirnach gestorben.
Von
Hella Schimkat
Unterkirnach
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Ludwig Kühn hat bis ins hohe Alter in seiner kleinen Werkstatt im Haus gearbeitet. Hier hat er eine prächtige Kerze hergestellt und verziert.

Ludwig Kühn hat bis ins hohe Alter in seiner kleinen Werkstatt im Haus gearbeitet. Hier hat er eine prächtige Kerze hergestellt und verziert.

Hella Schimkat
  • Unterkirnach trauert: Ludwig Kühn starb am 14. Juni im Alter von 97 Jahren.
  • Er schrieb über Unterkirnach, führte durch die Jakobuskirche und fertigte Kerzen.
  • Maria Tann prägte ihn – er verfasste eine Chronik und hielt Kontakt zu Schulbrüdern.
  • Beruflich war er Lehrer und später Schulamtsdirektor in Villingen-Schwenningen.
  • Auszeichnungen: Bürgermedaille Unterkirnach und Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Bis ins hohe Alter war er in seinem Haus tätig, stellte Kerzen her und schrieb viel über die Gemeinde Unterkirnach, zum Beispiel über Dialektausdrücke in Unterkirnach. Als er noch Auto fahren konnte, war er oft im Archiv des Unterkirnacher Rathauses zu finden.

Die Jakobuskirche im Ort kannte er in- und auswendig, machte Führungen über die vielseitigen Kirchenfenster, bis hoch in den Turm kletterte er, und Besucher folgten ihm, denn in luftiger Höhe hatte er auch noch viel zu erzählen.

Seine große Liebe galt dem ehemaligen Kloster Maria Tann, in dem er in den Jahren 1946 bis 1949 bei den damaligen Schulbrüdern ein Lehrervorseminar absolvierte. Er schrieb eine umfangreiche Chronik über Maria Tann und verlegte sie selbst in einem Buch.

Maria Tann hat ihn geprägt

Maria Tann habe ihn sehr geprägt, erzählte er immer wieder, auch hatte er noch lange Kontakt mit den letzten Schulbrüdern, die 1969 Maria Tann verließen.

Mit Hubert Buhl, dem letzten Priester für Unterkirnach, wanderte er immer wieder auf dem Jakobsweg, wo Hubert Buhl immer wieder Zeichnungen von dem Weg und anderen Pilgern anfertigte.

Ludwig Kühn wurde am 8. Januar 1929 in Baden-Baden geboren. Er verbrachte seine Kinder- und Jugendjahre in Baden-Baden und Hornberg/Schwarzwald. 1945 absolvierte er eine militärische Kurzausbildung als Panzergrenadier. Nach einer Schussverletzung und einem Lazarettaufenthalt floh er aus der französischen Gefangenschaft. Er arbeitete als Bauhilfsarbeiter und Gehilfe eines Sprengmeisters und eines Steinmetzes.

Nach seinem Seminar in Maria Tann besuchte er die Pädagogische Akademie Lörrach von 1949 bis 1951. Nach seinem ersten und zweiten Staatsexamen für das Lehramt und einem Zusatzstudium für Kunsterziehung war er an mehreren Schulorten tätig, und war anschließend in Villingen-Schwenningen von 1972 bis 1992 als Oberschulrat, Schulamtsdirektor und stellvertretender Amtsleiter tätig.

Vorsitzender im Pfarrgemeinderat

Er war Vorsitzender im Pfarrgemeinderat St. Gallus und St. Jakob Unterkirnach. In seiner Freizeit war er unter anderem mit kunsthandwerklichen Arbeiten für die St.-Jakob-Kirche in Unterkirnach tätig. Er renovierte, skizzierte, fotografierte und schrieb viel.

Im Jahr 2004 wurde er mit der Bürgermedaille von Unterkirnach geehrt, 2005 wurde er mit der Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet. Altbürgermeister Gerold Löffler zeigt sich zutiefst betrübt und erklärt: „Ich habe mich sehr gut mit Ludwig Kühn verstanden und ihn sehr geschätzt, er hat sich unermüdlich für die Erforschung der Gemeinde und ihrer Kultur sowie im gleichen Maße um Maria Tann bemüht.“

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