Nach dem Massensturz 2025: Riderman in Bad Dürrheim begeistert Radsportfans – und diesmal läuft alles rund

Zielsprint beim Riderman 2026 auf der Salinenstraße in Bad Dürrheim: Das verbesserte Sicherheitskonzept hat sich bewährt.
Heinz Wittmann- Bad Dürrheim feierte mit Riderman und „Jan Ullrich Cycling Festival“ ein gelungenes Wochenende.
- Das verbesserte Sicherheitskonzept mit Startblöcken bewährte sich – keine Massenstürze.
- Jan Ullrich fuhr mit einer Gruppe mit und traf Fans, dazu Messe, Kinder- und Oldtimerformate.
- Teilnehmende reisten aus ganz Deutschland und dem Ausland an, rund 1300 Starterinnen und Starter.
- Frauen waren deutlich in der Minderheit: Beim Zeitfahren 27 Frauen, bei Männern 448 gewertet.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
„Alles ist top gelaufen“, sagte Rik Sauser vom Riderman-Veranstalter Sauser GmbH über das Radsport-Großevent im Gespräch mit unserer Redaktion. Das nochmals verbesserte Sicherheitskonzept mit den verschiedenen Startblöcken hatte sich bewährt.
Zwar gab es auch in diesem Jahr beim Riderman vereinzelt Stürze, aber nicht einen solchen Massensturz wie im vergangenen Jahr, der zum Abbruch der Veranstaltung geführt hatte. Cycling-Messe, Kinderlaufradrennen, Oldtimer-Präsentationsfahrt – für jeden war etwas dabei, alle kamen auf ihre Kosten. Der ehemalige Tour-de-France-Sieger Jan Ullrich radelte mit einer Gruppe und feierte am Abend mit den Fans.
Im Mittelpunkt standen die zahlreichen Rennen. Aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland kamen die Starter des Riderman. Michael Leisterer nahm bereits zum siebten Mal am Riderman teil. Der 36-jährige Mann aus Esslingen fährt im Jahr 10.000 bis 11.000 Kilometer auf dem Rad. „Ein Etappenrennen für Hobbyfahrer ist schon etwas ganz Besonderes“, so Leisterer. „Die gemütlichen Startzeiten gefallen mir hier besonders.“
Im vergangenen Jahr hatte er beim Riderman allerdings einen Sturz. „Das war am Samstag. Ich bin in einer Gruppe gefahren und ohne Vorwarnung hat es vor mir gestockt. Da bin ich auf den Vordermann aufgefahren und der Rahmen meines Rades ist gebrochen.“ Leisterer sah im Nachhinein den Sturz aber sogar als Segen an. „So konnte ich am Sonntag nicht starten und war nicht in den Massensturz verwickelt.“
Teilnehmer sind überwiegend männlich
Arndt von Horn und sein Sohn Michel von Horn kamen aus dem Ruhrgebiet, genauer aus Essen, in die Kurstadt. Während Vater Arndt alle drei Etappen bestritt, begnügte sich sein 20-jähriger Sohn Michel mit dem Rennen am Sonntag. „Ich war etwas erkältet, habe auch erst jetzt wieder mit dem Radfahren angefangen, da haben mir die 95 Kilometer am Sonntag gereicht“, so Michel von Horn.

Arndt von Horn und dessen Sohn Michel von Horn kamen aus Essen nach Bad Dürrheim, um beim Riderman zu starten.
Heinz WittmannDa konnte sein 57-jähriger Vater natürlich nur müde lächeln. Arndt von Horn absolviert eigenen Angaben zufolge im Jahr 17.000 Kilometer auf dem Drahtesel. In diesem Jahr hatte er sogar bei einer speziellen Staffel-Triathlon-WM im slowakischen Bratislava teilgenommen.
„Es ist eine sehr schöne Strecke, alles gut organisiert und ausgeschildert“, sagte Laura Linder. Die Radlerin aus Meßstetten bestreitet auch sehr gerne Triathlon-Wettbewerbe, so wie beispielsweise den in Zell am See. „Gute Zeiten sind mir schon wichtig. Ich möchte auch die Fahrerinnen gut vertreten. Schade, dass doch vergleichsweise wenige weibliche Starter am Riderman dabei sind“, so Linder.

Laura Linder war eine von nur 27 weiblichen Starterinnen beim Einzelzeitfahren des Riderman.
Heinz WittmannIn der Tat: Waren beispielsweise im Einzelzeitfahren bei den Männern 448 Teilnehmer gewertet, waren es bei den Frauen lediglich 27. Linder kann sich dieses Missverhältnis nicht erklären und wirbt dafür, dass künftig mehr weibliche Teilnehmer am Riderman mitfahren.
Bürgermeister wird zum Radsportfreund
„Die Ridermanstarter sind im Allgemeinen sehr angenehme Leute“, hat Jonathan Berggötz festgestellt. Der Bad Dürrheimer Bürgermeister ist durch den Riderman, der am Wochenende zum 26. Mal ausgetragen wurde, Radsportfreund geworden. Berggötz: „Ja, als Kind, da habe ich auch die Tour de France verfolgt. Aber so richtig zum Fan geworden bin ich erst, seit ich hier mit den Leuten vom Riderman zu tun habe.“ Klar, jedem gefalle es nicht, aber die Straßen müssten eben für so ein Rennen gesperrt werden. „Es gibt immer Leute, die sich beschweren. Man muss aber auch mal den Mehrwert sehen, den so eine Veranstaltung für unsere Stadt und die ganze Region hat.“
Alleine die Übernachtungszahlen sind beim Riderman sehr hoch. Viele der rund 1300 Starterinnen und Starter aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland belegen die Hotels der Stadt und der Region.

Nach den Anstrengungen stoßen die Teilnehmer auf das erfolgreiche Rennen an. Prost!
Heinz WittmannFür das leibliche Wohl war beim Riderman bestens gesorgt. Für die Teilnehmer gab es Getränke vom Bad Dürrheimer Mineralbrunnen. Und natürlich war nach den Anstrengungen auch ein Bier erlaubt.