Nach dem Großbrand in Villingen
: So wichtig ist der Brandschutz

Wie ist es mit dem Brandschutz in den eigenen vier Wänden bestellt? Nach dem Großbrand in der Villinger Innenstadt gibt es dazu viele Fragen.
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(red/pm)
Oberndorf
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Um seine Familie und sein Eigenheim vor den Folgen eines Brandes zu schützen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Brandschutz-Experte Oliver Kienzler und seine Kollegen in der Region beraten hierzu nicht nur Gewerbebetriebe fachkundig, sondern auch Privatpersonen und Hausbesitzer.

Oliver Kienzler

Der Großbrand in der Villinger Innenstadt Mitte Juni habe die Bevölkerung in Villingen-Schwenningen und in der Region aufgeschreckt, sagt Oliver Kienzler. Er ist Fachplaner für vorbeugenden Brandschutz und Inhaber der Firma OKI Brandschutz aus Villingen.

Vielen sei bewusst geworden, wie schnell ein Feuer um sich greift und wie machtlos man zuschauen muss, wie in wenigen Minuten ein ganzes Gebäude ein Raub der Flammen wird. Neben den Opfern, welche in den Häusern ihr Hab und Gut verloren haben, müssten auch viele Gewerbetreibende jetzt schauen, ob und wie es weiter geht, schreibt Kienzler.

Bereits zwei Tage nach dem Brand und seit her fast alle zwei Tage erhält der Villinger viele besorgte Anfragen, wie man denn sein zuhause effektiv vor solchen immensen Brandfolgen schützen könne.

Feuerlöscher?

Der Experte, der hauptsächliche klein- und mittelständische Unternehmen aller Branchen, sowie Kommunen und Institutionen rund um das Thema Brandschutz berät und betreut, erklärt, dass die meisten Gedanken der Leute sofort in Richtung Feuerlöscher gehen. Welche sind die richtigen und wie viele benötigt man für sein Eigenheim. Doch ein Feuerlöscher allein macht noch keinen effektiven Brandschutz aus, denn schließlich kommen die Löschgeräte erst zum Einsatz, wenn es bereits brennt, erläutert er.

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„Der Fokus muss in erster Linie darauf liegen, Brände von vorneherein zu vermeiden.“ empfiehlt Kienzler. Hierfür gebe es zahlreiche Informationen und Tipps von Experten, die wie OKI Brandschutz vor Ort auch beraten. Darüber hinaus stellen auch Versicherungen und Verbänden viele Broschüren mit entsprechenden Ratschläge kostenfrei zur Verfügung.

Rauchmelder sind effektiv

Die gesetzlich vorgeschriebene Rauchmelderpflicht sei dazu das effektivste Mittel, einen Brand frühzeitig zu bemerken und, damit man sich und seine Liebsten schnell vor einem Brand in Sicherheit bringen kann. Seit 2013 gelte dieser Paragraf in der Landesbauordnung Baden-Württemberg für alle Wohnungen (Bestand und Neubauten) und schreibt in jedem Schlafraum und im Flur zu den Fluchtwegen jeweils mindestens einen Rauchwarnmelder vor.

„Da Rauchmelder alle zehn Jahre ausgetauscht werden müssen, hätte eigentlich 2024 ein regelrechter Verkaufshype im Handel stattfinden müssen. Doch das Gegenteil ist der Fall: Keine nennenswerten Anstiege bei den Verkaufszahlen waren zu verzeichnen. Ein fatales Zeichen, denn ein Rauchmelder kann nur dann wirklich Leben retten, wenn er auch funktioniert. Auch hier stehen Fachbetriebe mit Expertenwissen parat“, zeigt Oliver Kienzler weiter auf. Allerdings müsse sich jeder Häuslebesitzer selbst darum kümmern.

„Fachleute fragen“

Da es kein Pauschalrezept für den ultimativen Brandschutz gibt, empfiehlt Oliver Kienzler stets das Hinzuziehen von Fachleuten. Grundsätzlich sollte man sich in allen sicherheitsrelevanten Bereichen nicht mit Halbwissen und Internet-Weisheiten zufriedengeben.

Auch sollte die eigene Sicherheit und das Eigenheim nicht mit den günstigen Angeboten „abserviert“ werden, rät Kienzler weiter. Auch im Brandschutz gelte „Wer billig kauft, kauft zweimal.“ Und die Erfahrung zeige, dass gut geplante und auf den tatsächlichen Bedarf abgestimmte Brandschutzmaßnahmen, selten kostenintensiv eskalieren.