Musiksommer in Brigachtal: Über die Eigenheiten der Schwarzwälder

Die Waldvögel Chris Thoma (von links), Martin Wangler und Thomas Klauer setzen ein dickes Ausrufezeichen hinter den Musiksommer 2025.
Rainer BombardiEinmal derb, einmal feinfühlig aber immer authentisch gab sich Fidelius Waldvogel alias Martin Wangler mit seinen Waldvögeln Pankratius und Servatius, alias Thomas Klauer und Chris Thoma.
Die drei original Schwarzwälder Buäbä setzten als Bänd im Länd ein dickes Ausrufezeichen hinter den Musiksommer im Zirkuszelt, der in diesem Jahr während drei Tagen das Publikum begeisterte.
Das Musikkabarett hatte neben viel Humor und Klamauk auch durchaus ernste Themen mitgebracht, die es mit viel Hintersinn präsentierte.
Einstieg mit dem Cego-Lied
So war der Einstieg mit dem Cego-Lied und dem Walzer dem ein Viertel fehlt wohl gewählt und wirkte wie ein Aufwärmphase für die Strapazen, denen die Lachmuskeln in der Folge noch ausgesetzt sein sollten.
Auf seinem Ausflug in die Historie nahmen Fidelius und seine Waldvögel das Publikum in die Zeiten der Bauernkriege vor 500 Jahren mit. „Uns geht es doch heute eigentlich gut“, appellierte Fidelius, dankbar zu sein für die Freiheit und den Frieden in der heutigen Gesellschaft.
Sein Ruf nach dem Streben nach Menschlichkeit und der Wunsch, dass sich die „Litt an einen Tisch setzen“, um im Gespräch in Frieden zueinander zu finden, verfehlte seine Wirkung nicht.
Zwischen Klezmer und Rap
Wangler als Energiebündel am Akkordeon und seine Waldvögel Thoma am Schlagzeug und Klauer an Cello und Gitarre verstärkten ihre Geschichten in den unterschiedlichsten Musikrichtungen, pendelten zwischen Klezmer und Rap, Walzer und Pop.
Fidelius rückte auf originelle Art die Eigenschaften und Eigenheiten der Schwarzwälder Lebensart in den Fokus, testete ein Lied über den Bibbeliskäs oder den Kuckuck, rückte die tragische Geschichte zu dem Gedenkstein für den Polen Stefan Kowalski entlang des Weges zur Hinterzartener Adlerschanze in den Fokus.
Unmittelbar danach wusste er seine Gäste mit seinem Wunsch zu begeistern, als Erzbischof Fidelius der Erste in die Geschichte einzugehen. Ob ihm dies gelingt lässt sich nur vage sagen. Doch im Zirkuszelt hat er an diesem Abend mit Sicherheit einige neue Fans hinzugewonnen.
Veranstalter sind zufrieden
Rundherum zufrieden mit drei Tagen Musiksommer waren die Veranstalter vom Musikverein Brigachtal. Co-Vorsitzender Andreas Weißhaar lobte den tollen Zusammenhalt aller Mitwirkenden während der Vorbereitung und dem Aufbau.
Der Musiksommer soll auch in Zukunft im Zwei-Jahres-Rhythmus in Brigachtal stattfinden.
Die Konzentration des Festprogramms von vier auf drei Tage hat sich bewährt und wird ebenfalls beibehalten.