Museumsfest und verkaufsoffener Sonntag: Villingen lockt Menschen von den Sofas

Oberbürgermeister Jürgen Roth und Museumsleiterin Anita Auer (rechts) schnitten die Geburtstagstorte an.
Birgit Heinig- Museumsfest und verkaufsoffener Sonntag in Villingen trotz Schmuddelwetter gut besucht.
- Anlass war das 150-jährige Jubiläum der Altertümersammlung im Franziskanermuseum.
- Programm mit Führungen, Musik, Tombola, Kinderbasteln und Vortrag von Peter Graßmann.
- OB Jürgen Roth schnitt die Torte an – freier Eintritt lockte in alle Museumsbereiche.
- Aktionen: „Törtchen 2.0“, „Schwarzwaldmarie 2.0“, Fotostation und Gemeinschaftskunst von Debora Weisser.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Während um Punkt 13 Uhr die Ladengeschäfte öffneten und zum sonntäglichen Einkaufsbummel einluden, wurden im Café des Franziskanermuseums ein Lied angestimmt und eine Torte angeschnitten.
Der Anlass? 1876, also vor genau 150 Jahren, wurde auf Initiative von Fridel Hirt der Grundstein für die Altertümersammlung gelegt. „Happy Birthday, Baby!“ lautete daher das Motto des diesjährigen Museumsfestes, das bereits seit 20 Jahren in Kooperation des Gewerbeverbandes Oberzentrum (GVO) und dessen verkaufsoffenem Sonntag veranstaltet und von der Sparkasse Schwarzwald-Baar finanziell unterstützt wird.
Erneut standen die Besucherzähler in den Händen der Mitglieder des Freundeskreises Städtischer Museen am Eingang kaum still, schließlich erfreut sich das Museumsfest bei der Bevölkerung aus der ganzen Region großer Beliebtheit. Auch, weil man sich an diesem Tag bei freiem Eintritt die gesamte Museumslandschaft anschauen und erleben kann.

„Schwarzwaldmarie 2.0“, Gunter Schwarz (links) und Jens Daryousch Ravari als „Törtchen 2.0“ stimmten ein Geburtstagslied an.
Birgit HeinigZudem lockte auch diesmal wieder zusätzlich ein vielseitiges Programm für Klein und Groß. Neben den wiederkehrenden Angeboten von Museumsführungen, einem Kuchenbuffet mit musikalischer Begleitung (I Solisti di Salon von der Musikakademie VS), einer Tombola mit hauptsächlich von den Einzelhändlern spendierten Preisen, für die „Sissis Erben“ Lose verkauft, Basteln mit Kindern und Vorträgen – diesmal sprach Peter Graßmann über die Anfänge des Museums – gab es im Jubiläumsjahr natürlich Besonderheiten.
Jens Daryousch Ravari, neuer Intendant im Kulturamt, und Stadtführer Gunter Schwarz studierten als „Törtchen 2.0“ und „Schwarzwaldmarie 2.0“ mit dem Publikum des Museumscafés einen Festtagskanon ein und trugen das Jubiläumslied „Schön isch`s beim Museumsfest“ vor, ein umgedichteter Song der Spittelsänger mit dem aus vielen Kehlen erklingenden Refrain „Zicke, zacke, zicke, zacke, hoi, hoi, hoi!“

Simeon Disch (rechts) klärte als „Professor Jazzpresso“ Kinder über die Anfänge des Jazz auf.
Birgit HeinigOberbürgermeister Jürgen Roth schritt hernach zur Tat und zerteilte eine von der Bäckerei Hilsenbeck geschaffene Geburtstagstorte mit einer Franziskanerfassade aus Fondant in (vielleicht 150?) Stücke.
Inmitten der Museumsabteilung Stadtgeschichte war erstmals Simeon Disch, Lehrer und Vorsitzender des Jazzclubs Villingen, alias „Professor Jazzpresso“ mit seiner hochbegabten Ratte Ovid zu Gast, der, wie er im Vorfeld erklärte, mit einem neu gegründeten Kindertheater antritt, das schon den Nachwuchs über die Anfänge des Jazz aufklären soll. „Die Museumspädagogik ist uns da schon einen Schritt voraus“, so Disch.
Im Kapitelsaal konnte man sich – wie vor einer von Partys bekannten Fotobox – mit historischen Accessoires wie Hut, Monokel, Federboa, Schirm und Schmuck ausstaffieren und von Fotograf Thomas Pfleiderer ablichten lassen.

"Werde Teil eines Kunstwerkes“ – das ließen sich diese drei Jungs von der Künstlerin Debora Weisser nicht zweimal sagen.
Birgit HeinigAlle Altersgruppen waren gefragt, als die Villinger Künstlerin Debora Weisser zur gemeinsamen Gestaltung eines Kunstwerkes einlud. Sie hatte ein Segeltuch grundgetönt und mit den Bogenfenstern des Franziskaners verziert. Darüber durfte jeder und jede mit Ölkreide, Aquarellstiften oder Aquarellmarkern hantieren und „seine Eindrücke vom Franziskaner“ festhalten.

Der verkaufsoffene Sonntag in Villingen holten trotz Schmuddelwetters viele Menschen von den Sofas.
Birgit HeinigIhr sei es eine Herzensangelegenheit, „Kreativität in die Welt zu bringen“, sagte sie dazu. Das von vielen Händen bemalte, wasserdichte Segeltuch bleibe im Museum und könne, so Debora Weisser, „zu vielen Gelegenheiten wieder hervorgeholt werden“.
Im Museum war es warm und trocken, draußen kühl und nass. Gleichwohl durchstreiften die Besucher die Straßenzüge innerhalb der Stadtmauern, um sich mit der neuen Herbstmode auszustatten, endlich die neuen Sportschuhe zu erwerben, die schon lange auf der Wunschliste standen, schon einmal nach Weihnachtsgeschenken Ausschau zu halten oder sich mit neuer Lektüre für die langen Winterabende einzudecken.