Mieten in VS: WBG kämpft um bezahlbaren Wohnraum

Der lang erhoffte Spatenstich: Auf dem Gelände der Wohnungsbaugesellschaft entstehen Mietwohnungen im preisgünstigen Segment. (Archivfoto)
Jochen Schwillo- WBG plant bezahlbare Mietwohnungen in VS, Baustart an der Sturmbühlstraße im August 2026.
- Nachfrage bleibt hoch, besonders bei rund zehn Euro pro Quadratmeter – Entspannung fehlt.
- Müldner kritisiert Förderpolitik, höhere Bau- und Zinskosten erhöhen den wirtschaftlichen Druck.
- 2025 gilt als Jahr des Handelns: Sanierungen laufen, Bürk-Areal für Studierende nimmt Form an.
- Jahresüberschuss knapp 0,5 Mio. Euro, Rückgang zu 2024 wegen Sonderertrag; Kapital bleibt Engpass.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Eigentlich sollte es damals schnell gehen. Die alten Wohnungen der Wohnungsbaugesellschaft VS (WBG) an der Schwenninger Sturmbühlstraße wurden abgerissen und sollten durch neue, preisgünstige Mietwohnungen ersetzt werden. Erst fünf Jahre später, im August 2026, kann die Bautätigkeit endlich losgehen.
„Wir fühlen uns in der Branche wie ein Frosch im Kochtopf. Es wird immer heißer. Wir müssen uns jeden Tag auf sich ändernde Rahmenbedingungen einstellen“, sagte Rainer Müldner in der letzten Sitzung des Gemeinderates vor der Sommerpause. Der WBG-Geschäftsführer spielte damit auf die großen Veränderungen in der Baupreisentwicklung, bei Kreditzinsen und der Wohnbauförderung an, die gerade kommunalen Wohnungsbaugesellschaften das Leben schwer machen, wenn sie bezahlbaren Wohnraum schaffen wollen. Hier gibt es auch in Villingen-Schwenningen keine Entspannung.
„Wohnungen werden weiter massiv nachgefragt, insbesondere im Bereich um die zehn Euro pro Quadratmeter Miete“, so Müldner im Rahmen des Jahresberichtes 2025. Sehe man sich Städte ähnlicher Größenordnung an, dann erscheine Villingen-Schwenningen ein wenig wie eine Insel der Glückseligen. In Tübingen zahle man beispielsweise für Mietwohnungen in Neubauten 24 Euro pro Quadratmeter.
Förderpolitik bereitet Sorgen
Sorgen bereitet dem Geschäftsführer die Förderpolitik. Bei Sanierungen hätten sich die Förderbedingungen nochmals verschlechtert durch die neuen Gesetze der Bundesregierung. „Der wirtschaftliche Druck nimmt zu.“
Insgesamt könne sich der Angebotsmix der WBG sehen lassen. „Wir planen jetzt Wohnungen für Generationen, die noch gar nicht geboren sind.“ Müldner kennzeichnete das Jahr 2025 aus Unternehmenssicht als „Jahr des Handelns“.
Die Sanierungsarbeiten in der Allensteiner Straße laufen danach auf Hochtouren, das Bürk-Areal nehme als Wohnquartier für internationale Studierende Form an, und für das Neubauprojekt Sturmbühlstraße sei der Weg zur Genehmigung nun frei. Gleichzeitig beeinflussten steigende Bewirtschaftungs- und Personalkosten das Ergebnis des Geschäftsjahres spürbar.
Vor diesem Hintergrund ist der erzielte Jahresüberschuss von knapp einer halben Million Euro „ein solides Ergebnis“ – auch wenn er sich nicht mit dem Vorjahreswert von 1,5 Millionen Euro vergleichen lasse, der von einem einmaligen Sonderertrag aus der Kostenerstattung für das Bürk-Areal in Höhe von rund 567.000 Euro profitierte. „Das Kerngeschäft, die zuverlässige Bewirtschaftung unserer Bestände, trägt nach wie vor stabil und nachhaltig zum Unternehmenserfolg bei.“
Der Rückgang der Studierendenzahlen am Standort Villingen-Schwenningen führt inzwischen dazu, dass Wohnungen in diesem Segment schwerer an den Mann oder an die Frau zu bringen sind. Daher hofft Rainer Müldner: „Die Wohnungen auf dem Bürk-Areal können im Oktober bezogen werden von hoffentlich vielen Studierenden.“ Hier kooperiere man seitens der WBG mit den Hochschulen, um die Zielgruppe auch zu erreichen.
Weniger Studierende
Investieren muss die WBG außerdem in den Bestand. Das dient nicht nur der Erhaltung. Gesetzliche Vorgaben führen dazu, dass Wärmedämmung, Heizsysteme ohne fossile Brennstoffe und anderes dem Eigentümer einiges abverlangen. Rund fünf Millionen Euro flossen bei der Wohnungsbaugesellschaft im vergangenen Jahr in Sanierung und Instandhaltung.
„Der Flaschenhals ist das Kapital“, unterstrich Müldner. Ein großer Teil des Eigenkapitals der Gesellschaft sei gebunden in Immobilien. Für geförderte Projekte müsse man aktuell ein Eigenkapital von 20 Prozent bringen. „Wir brauchen Cash auf dem Konto.“

