MC Gremium Villingen City: So helfen die Biker einem Brandopfer aus der Innenstadt

Alfredo Giannuzzo (Mitte) hat beim Villinger Großbrand alles verloren. Nun übergaben die Mitglieder des MC Gremium Villingen City Christian Röthel (von links), Erik Kaminski, Präsident Mario Kiefer und Jens Götze eine Spende.
Marc EichAlfredo Giannuzzo war gerade Kaffeetrinken, als an jenem Samstagabend das Unheil in der Villinger Innenstadt seinen Lauf nahm. Auf einem Balkon in der Goldgrubengasse brach ein Feuer aus. Dass er anschließend kein Zuhause mehr hatte – für ihn unvorstellbar. Bis heute.
Der Bewohner der Goldgrubengasse kann kaum aussprechen, was vor rund sechs Wochen geschah. Der Großbrand vernichtete sein gesamtes Hab und Gut. „Es gibt keine Worte dafür“, sagt der Mann leise mit Tränen in den Augen. Sein „ganzes Leben“ wurde zerstört. Ein Schicksalsschlag, der auch die Mitglieder des Motorradclubs MC Gremium Villingen City tief betroffen macht.
„Es tut uns unheimlich leid, was da passiert ist“, sagt Mario Kiefer. Er ist der Präsident des Gremium-Chapters Villingen City. Der Club hat gerade erst die ehemalige Voga-Bar in der Goldgrubengasse zu seinem Heim umgebaut und dafür renoviert – in direkter Nachbarschaft brach dann der Brand aus.
„Eigentlich wollten wir an dem Tag unsere Sommerparty machen“, erinnert sich Kiefer an den verhängnisvollen Abend in der Villinger Innenstadt. Einige Mitglieder des Gremiums trafen sich kurz vorher im Café Rebstock noch auf ein Getränk, als es plötzlich hieß: „Es brennt, ihr müsst Eure Motorräder wegfahren.“
Erleichterung – und dann der Drang zu helfen
Die Biker mussten mitansehen, wie das Feuer innerhalb kürzester Zeit ungeahnte Ausmaße annahm – über Stunden hinweg bangten und hofften sie, dass das Feuer nicht auch ihren neuen Treffpunkt in Mitleidenschaft zieht. Es sei „Wahnsinn, was die Feuerwehr geleistet hat“. Kiefer: „Und wir hatten am Ende auch richtig Dusel.“ Mit der Erleichterung, dass das Clubheim unversehrt blieb, kam aber auch der Drang zu helfen. „Wir haben uns gesagt, dass wir was machen müssen“, erklärt der Präsident.
Um dies möglichst unbürokratisch gestalten zu können, initiierte das Chapter kurzerhand eine eigene Spendenaktion. An den vergangenen Freitagen, als das Gremium Freunde, Bekannte und Mitglieder im Clubheim bekochte, stellten sie eine Kasse auf und baten die Gäste und Anhänger um Spenden.
1733 Euro kommen zusammen
„Gleichzeitig haben wir auch im privaten Bereich viel Werbung gemacht“, erklärt Chapter-Mitglied Jens Götze. Über die sozialen Netzwerke sei der Zuspruch ebenfalls groß gewesen – „unsere Aktion hat die Runde gemacht“, ergänzt Erik Kaminski. Insgesamt 1733 Euro sind so zusammengekommen.
Dem Gremium sei es anschließend wichtig gewesen, die Spenden direkt an einen Betroffenen zu übergeben. Die Mitglieder ließen ihre Verbindungen spielen, trafen so auf Alfredo Giannuzzo – der zufällig ein ehemaliger Arbeitskollege von Erik Kaminski war. So war der Kontakt schnell aufgebaut und das Ziel der Spende damit gesichert.
Am Clubheim – im Schatten der schlimmen Brandruinen – übergaben die Rocker Alfredo Giannuzzo nun das Geld. Ein herzliches „Danke“ seinerseits und die Erkenntnis, dass auch weiterhin an die gebeutelten Opfer des Großbrandes gedacht wird, sind die Folgen dieser Spendenaktion.