Leerstände in Schwenningen
: Wann bekommt das E-Werk endlich neue Mieter?

Es liegt zentral in der Schwenninger Innenstadt, ist ein echtes Schmuckstück und frisch saniert: das E-Werk. Und so sieht es derzeit mit den beiden Leerständen aus.
Von
Mareike Kratt
Oberndorf
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Das E-Werk in der Schwenninger Kirchstraße ist nicht nur wegen seiner Lage attraktiv – trotzdem sind die Räumlichkeiten nicht voll belegt.

Mareike Kratt

Jeder Doppelstädter kennt das markante große Backsteingebäude an der Ecke zwischen der Schwenninger Bürk- und Kirchstraße, das einst als Elektrizitätswerk diente und mittlerweile unter Denkmalschutz steht.

Ein Schmuckstück in 1A-Lage ist es nicht für von außen für Passanten, sondern auch drinnen für die Mieter in den beiden Obergeschossen. Vor mehr als dreieinhalb Jahren ist ins erste Obergeschoss das Brautmodengeschäft La belle mariée gezogen, vor drei Jahren ins zweite und dritte Obergeschoss die Anwaltskanzlei Tritschler Maier Mager. Für beide Mieter wurden die Räumlichkeiten entsprechend umgebaut – und diese fühlen sich nach eigenen Aussagen sehr wohl im E-Werk.

Zwei passende Mieter

Diesen Eindruck hat auch Markus Preller vom Stuttgarter Büro ImmoPR, der seit mehreren Jahren für die Vermarktung und Gestaltung des Gebäudes zuständig ist. Er ist froh, mit Brautmodenstudio und Kanzlei zwei adäquate Mieter für die Obergeschosse, in denen sich zuvor leerstehende Wohnungen waren, gefunden zu haben.

Spielothek ist weg

Anders sieht es mit Erd- und Untergeschoss aus: Die Spielothek im Untergeschoss musste vor rund vier Jahren aufgrund der Verordnung, die den Betrieb untersagt, wenn zwischen einer Spielhalle und einer Kinder- und Jugendeinrichtung – in diesem Fall Kindertagesstätte, Großtagespflege sowie Grundschule – nicht ein Mindestabstand von 500 Metern eingehalten werden kann, schließen.

Und auch das Erdgeschoss steht seit geraumer Zeit leer. Hier war zuletzt die Arena-Bar beheimatet, die mittlerweile in die Schwenninger Alleenstraße gezogen ist. Ihr Logo war immer noch an den großen Scheiben des Erdgeschosses angebracht und für die Passanten sichtbar.

Großer Umbau

Inzwischen ist es zumindest an einer Seite weg und wurde vom Schriftzug „EG und UG zu vermieten“ mit den entsprechenden Kontaktdaten des Stuttgarter Immobilienbüros abgelöst. Überhaupt hat Markus Preller zusammen mit dem langjährigen Eigentümer nochmals kräftig Hand angelegt, um die Attraktivität des denkmalgeschützten Gebäudes, allen voran der Leerstände, zu steigern.

So wurde das Treppenhaus erneuert und ein Aufzug eingebaut, der die Barrierefreiheit auf allen Etagen gewährleistet. Auch der Parkplatz auf der Rückseite des Hauses, auf der sich der Eingang befindet, wurde neu gemacht. Ebenso wurde die Beleuchtung rund ums Haus angepasst, blickt der Immobilienmakler, der ebenso Architekt und für Projektentwicklungen zuständig ist, zurück. So werden unter anderem die Rundbogenfenster nun abends beleuchtet.

Denkmalschutz-Auflagen

In den Leerständen sollen bald noch die Toiletten gerichtet werden, ebenso wie Boden und Wände. Außerdem geplant ist eine Taubenabwehr rund ums Haus sowie die Erneuerung vom Fassadenputz auf der Rückseite – und möglicherweise auch der Austausch des Rolltores an der Vorderseite gegen eine Glasfassade mit Tür.

Schild an Schild stehen Rechtsanwaltskanzlei und Brautmodenstudio mit dem Mietergesuch für die leerstehenden Etagen im E-Werk.

Foto: Mareike Kratt

„Dann ist alles in einem Top-Zustand“, freut sich Markus Preller, dass trotz baurechtlicher Herausforderungen mit Blick auf den bestehenden Denkmalschutzes das E-Werk in frischem Glanz erstrahlen kann.

Schwierige Suche

Und das hat, so hoffen Eigentümer und Makler, auch einen positiven Effekt auf einen potenziellen Mieter, nach dem derzeit händeringend gesucht wird. Kandidaten hatte es in der Vergangenheit immer wieder gegeben, unter anderem einen Friseur, den der Makler „liebend gerne“ genommen hätte. Die Pläne hatten sich allerdings wieder zerschlagen. „Wir brauchen einen ordentlichen und passenden Mieter“, betont Markus Preller. „Von Einzelhandel bis Büros“ – man sei offen für jegliche Art von Konzept- und auch, ob beide Etagen gemeinsam oder getrennt genutzt werden.

Etwas zurückhaltend ist der Unternehmer allerdings beim Thema Gastronomie, vor allem mit Blick auf die Denkmalschutz-Auflagen bei einem eigentlich notwendigen Um- und Abluftanlage. Dies hatte seiner Zeit beim Restaurant Bun Bun-Burger, das nach Vertragsauslauf weiter hoch an den Marktplatz gezogen, bereits für Probleme gesorgt. „Wir brauchen jemanden, der Erfahrung und ein gutes Konzept hat“, sagt er zudem.

Das bereitet Sorgen

Auch wenn das E-Werk selber mit attraktivem Ambiente lockt: Mit Sorgenfalten auf der Stirn blickt Markus Preller auf die Leerstände links und rechts – auf dem Marktplatz und in der Fußgängerzone. So hofft er, dass die Stadt genügend für die Standortentwicklung in der Innenstadt leistet – und auch das E-Werk bald endlich komplett vermietet sein wird.

Das ehemalige E-Werk

Zur Historie
Das „alte E-Werk“ ist nicht etwa ein fiktiver Name, sondern darin begründet, dass in diesem Bauwerk im Jahr 1902 das Zeitalter der Elektrizität in Schwenningen begann. Von dort aus wurde Schwenningen mit Elektrizität versorgt. Zu Beginn waren es mehrere Tausend Lampen – Tendenz steigend.

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