Landwirte in Niedereschach
: Deshalb ärgern sich die Bauern über die „Biberplage“

Biber, Freiflächen-Photovoltaikanlagen und der Winterdienst waren Themen beim Landwirtegespräch von Bürgermeister Martin Ragg in Niedereschach.
Von
Albert Bantle
Oberndorf
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Nicht bei allen beliebt ist der Biber, wie beim Landwirtegespräch in Niedereschach deutlich wurde. (Symbolfoto)

© Jillian – stock.adobe.com

Groß war das Interesse am Landwirtegespräch von Bürgermeister Martin Ragg mit den Landwirten aus der Gesamtgemeinde. Im Gasthaus „Kreuz“ in Fischbach-Sinkingen waren dabei viele junge Gesichter zu sehen, was zeigt, dass die Landwirtschaft trotz vieler Betriebsaufgaben durchaus noch Zukunft hat.

Die Themen waren breit gestreut. Mit Blick auf die geplante Biotopverbundplanung hat sich der Ortsverband Niedereschach des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbands (BLHV) bereits vor über einem Jahr an den Bürgermeister gewandt. Dabei wurde die Sorge ausgedrückt, ob es bei der angestrebten Freiwilligkeit bleibt. Ragg konnte vermelden, dass sich seither nicht viel getan habe, weil nach wie vor ein für die Ausarbeitung und Umsetzung erforderliches Fachbüro gesucht und bislang noch keines gefunden werden konnte.

Zweites wirtschaftliches Standbein

Ein weiteres Thema waren Freiflächen-Photovoltaikanlagen, mit denen sich Landwirte teils ein zweites wirtschaftliches Standbein aufbauen wollen.

Im Niedereschacher Gemeinderat gebe es diesbezüglich sehr unterschiedliche Strömungen. Aktuell laufen zwei Anträge, die von der Gemeinde unterstützt werden, die aber noch viele Hürden zu nehmen hätten. Man werde schauen, wie diese Anlagen einmal laufen. Im Gemeinderat überlege man sich mit Blick auf das Landschaftsbild, eventuell eine Obergrenze einzuführen.

Bürgermeister Ragg hat die Landwirte zum Gespräch eingeladen.

Foto: Albert Bantle

Clemens Hug vom Kreisvorstandsteam erläuterte hierzu, dass der BLHV auf Agri-Photovoltaik-Anlagen als relativ neue innovative Lösung für die Landwirtschaft setze. Als diskussionswürdig bezeichnete er auch die Frage, ob die von den Versicherungen für alle Photovoltaikanlagen geforderten Umzäunungen unbedingt notwendig seien.

Großer Einsatz im Winterdienst

Wichtig war es dem Bürgermeister im Namen der Gemeinde den im Winterdienst tätigen Landwirten zu danken. Gerade bei Glatteis, sei dies eine „Wissenschaft für sich“. Vor diesem Hintergrund freue er sich sehr über viel Lob, das die Gemeinde und die Winterdienstleistungen immer wieder erhalten. Dass dieses Lob zudem von vielen Auswärtigen komme, die Vergleiche haben wie es anderswo läuft, spreche für die Winterdienstleistenden.

Hinterfragt wurde von den Landwirten bezogen auf eine von der Gemeinde verpachteten landwirtschaftlichen Fläche im Bereich des Ammelbachs in Kappel, was die Gemeinde mit Blick auf die „Biberplage“ und durch die Nagetiere verursacht umfallende Bäume zu tun gedenke, erklärte Ragg, dass dies nicht so einfach sei. Der Biber sei geschützt und der Gemeinde damit Grenzen aufgezeigt.

Gesetzgeber soll in Sachen Biber aktiv werden

Man war sich einig, dass der Gesetzgeber in diesem Bereich aktiv werden sollte, damit dort, wo die Bestände überhand nehmen, die Biber reduziert werden können. Mit Blick darauf, dass in Bayern die Biber unter bestimmten Voraussetzungen wieder geschossen werden dürfen, ist für die Landwirte klar, dass hier die Landesregierung etwas tun und nicht die EU oder die Bundesregierung vorschieben könne.

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