Landwirte im Schwarzwald-Baar-Kreis informieren sich: Mehr Wertschöpfung durch Direktvermarktung

Gut besucht war die Kreislehrfahrt des Landwirtschaftsamts des Landratsamtes Schwarzwald-Baar-Kreis und des Vereins für Fortbildung in der Landwirtschaft. Drei Höfe mit drei unterschiedlichen Konzepten wurden besichtigt. Hier: Auf dem Futtertisch des neuen Milchviehstalls auf dem Betrieb von Sophia Flaig und Erwin Linhard in Mönchweiler.
Landratsamt SBK- Infofahrt im Schwarzwald-Baar-Kreis: drei Höfe zeigen Direktvermarktung und Diversifizierung.
- Hummelhof in VS-Obereschach: drei Mobilställe für 1.500 Legehennen, Ausbau seit 2022.
- Beratung nannte Fördermöglichkeiten; Direktvermarktung bringt Wertschöpfung, aber viel Arbeit.
- Betrieb Hils in Königsfeld-Buchenberg modernisierte Rinderhaltung auf 21 Hektar Fläche.
- Linhard-Flaig GbR in Mönchweiler: Laufstall für 110 Kühe, Melkroboter, Umstellung auf Bioland.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Manuel Krawutschke, stellvertretender Leiter des Landwirtschaftsamtes, begrüßte die Teilnehmenden zum Auftakt auf dem „Hummelhof“ in VS-Obereschach. Dort präsentierten Jürgen, Tamara und Johannes Hummel ihre drei Legehennen-Mobilställe mit Freilandhaltung für 1.500 Tiere und berichteten über ihren erfolgreichen Ausbau der Direktvermarktung seit 2022. Die Tiere können frei zwischen Stall mit Fütterungs-, Tränke- und Legeeinrichtung, Scharraum und Freiland wählen.
„Man muss jedes Ei in die Hand nehmen“, erläuterte Tamara Hummel und wies darauf hin, dass Direktvermarktung zwar Wertschöpfung bringt, aber auch viel Arbeit bedeutet. Hans-Martin Schwarz, Berater des Landwirtschaftsamts, verwies auf aktuelle Fördermöglichkeiten für Geflügelställe und bezeichnete die Haltungsform als sinnvolle Diversifizierungsoption für Betriebe, für die es arbeitswirtschaftlich leistbar ist.
Auf dem zweiten Betrieb der Familie Martin Hils in Königsfeld-Buchenberg zeigte sich, wie moderne Rinderhaltung auch auf begrenzter Fläche funktionieren kann. Der Schwarzwald-Betrieb hat seine Mastrinder und Mutterkuhhaltung auf den neuesten Stand gebracht. Da der Betrieb nur gut 21 Hektar Grünland bewirtschaftet, musste der Bestand mit 32 Mastochsen und Mastrindern sowie sieben Mutterkühen an die Fläche angepasst werden. Ein freistehender Laufstall mit Tief- und Hochboxen, Schieberentmistung und optimierter Lüftung wurde als kosteneffiziente Lösung vorgestellt. Rund 8.000 Euro netto pro Tierplatz – das Ergebnis gezielter Eigenleistung beim Bau.
Laufstall für 110 Kühe
Als dritten und letzten Betrieb ging es mit der Linhard-Flaig GbR in Mönchweiler weiter. Mehr als 120 Personen informierten sich über den Umbau des Laufstalls für 110 Kühe, den Einbau von Melkrobotern und moderne Entmistungs- sowie Gülletechnik. Der Milchviehlaufstall wurde 2024 und 2025 umgebaut. Die Inhaber berichteten von der schrittweisen Umstellung auf ökologische Bewirtschaftung, mit dem Ziel, über bessere Vermarktung höhere Preise zu erzielen.
Schrittweise zum Biolandhof
Heute erzielt der Betrieb rund 10.000 Kilogramm Ökomilch pro Kuh und Jahr. Die Betriebsleiter erläuterten, wie es zu der Umstellung als ökologisch wirtschaftender Betrieb kam: Tochter Sophia kam bei einem Auslandspraktikum im Rahmen ihres Studiums auf einem Milchviehbetrieb in Neuseeland zu der Erkenntnis, dass bei den Produktionsbedingungen in Deutschland im Vergleich zu der kostengünstigen Milchproduktion in Neuseeland kaum kostendeckend und rentabel konventionelle Milch erzeugt werden kann. Dies sei aber mit einer ökologischen Wirtschaftsweise, mit der beim Verbraucher höhere Preise umgesetzt werden können, möglich. So wurde der Betrieb sukzessive zu Bioland-Bedingungen umgestellt. Weiter betreibt die GbR eine Direktvermarktung mit Automaten und Verkaufshaus.
