Kuscheltier-Aktion in Aldingen
: Teddy-Klinik nimmt Kindern die Angst vor dem Arztbesuch

In Aldingen verwandelt sich das Gemeindehaus in eine Klinik für Kuscheltiere. Den Kindern soll mit dieser Aktion die Angst vor dem Arztbesuch genommen werden.
Von
Lukas Podolski
Oberndorf
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Susanne Haller vom DRK Aixheim zeigt mithilfe eines Verbandes, wie die Kinder ihre Kuscheltiere verarzten können.

Lukas Podolski

Kinder haben vor so manchem Angst: vor Dunkelheit in der Nacht, vor Spritzen oder vor Arztbesuchen. Genau hier setzt das Teddybär-Krankenhaus an – spielerisch und mit nachgebauten Geräten wird versucht, den Kindern die Angst vor dem Aufenthalt beim Arzt zu nehmen.

Die Idee dazu hatte Laura Mauch, sie studiert Medizin an der Universität in Freiburg und möchte Kindern in spielerischer Form die Angst nehmen. Ende des letzten Jahres nahm sie dazu Kontakt mit Ralf Sulzmann, Bürgermeister von Aldingen, auf. Er ließ sich direkt von der Idee überzeugen und half ihr, die Aktion in die Wege zu leiten. In Kooperation mit dem Kinder- und Familienzentrum St. Marien konnte das Projekt schließlich realisiert werden.

Mauch nahm bereits während ihres Studiums an einer ähnlichen Aktion in Freiburg teil. Die Erfahrung gefiel ihr so sehr, dass sie beschloss, ein solches Projekt selbst zu organisieren. Zusätzlich absolvierte sie ein Praktikum in einer Kinderarztpraxis, bei dem ihr bewusst wurde, wie viel Angst Kinder vor Arztbesuchen hätten. Diese Erfahrung sei ein weiterer Grund gewesen, warum sie die „Teddybär-Aktion“ selbst ins Leben rief. Ihr Ziel sei es, dass „die Kinder beim nächsten Arztbesuch das Kuscheltier mitnehmen und keine Angst mehr haben“.

Bürgermeister ist begeistert

Bürgermeister Sulzmann blickt begeistert auf das Projekt und die Organisation. Mauch habe all das in ihren Semesterferien auf die Beine gestellt und mit dem Blick, dass dies die Premiere einer solchen Aktion ist, sei es „umso beachtlicher, wie gut das organisiert ist“, so der Bürgermeister. Insgesamt knapp 25 Helfer, darunter vier Studienkollegen von Mauch aus Freiburg sowie etliche Freiwillige von der DRK aus Aixheim, verwandeln das Gemeindehaus in eine Krankenhauspraxis.

Die 24-jährige und ihre Studienkollegen aus Freiburg beginnen einen Tag vor dem Projekt mit dem Aufbau des Raumes, zu dem unter anderem drei Untersuchungs-, vier Diagnostik- und drei Operationsplätze gehören. Dazu beinhaltet das nachgebaute Krankenhaus unter anderem ein Wartezimmer sowie eine eigene Apotheke, bei der die Kinder sich noch etwas mit auf den Weg nehmen können.

Laura Mauch ist die Organisatorin der Teddybär-Aktion.

Foto: Lukas Podolski

Den ganzen Morgen über strömen Kinder aus fünf Kindergartengruppen aus Aldingen und einer aus Aixheim ins Gemeindehaus. Sie halten ihre Kuscheltiere fest im Arm, sind zu Beginn noch ein wenig schüchtern, schauen neugierig umher und tasten sich vorsichtig heran. Doch je länger sie die Untersuchungen mitmachen, desto mutiger werden sie. Sie lachen, witzeln miteinander und fühlen sich völlig wohl – obwohl sie gerade in einer, wenn auch nachgebauten, Arztpraxis stehen.

„Magische Phase“

Kindergartenleiter Ralf Schräpel erklärt, warum die Kinder trotz des ganzen Spaßes sich gut um ihre Kuscheltiere kümmern und dafür sorgen, dass sie gesund aus der Praxis kommen. Er nennt es die „Magische Phase“, in der sich Kinder in diesem Alter befinden: Sie glauben, dass ihre Kuscheltiere wirklich Schmerzen haben, und können noch nicht einschätzen, dass diese gar nicht echt sind. Im Gegenzug fällt jedoch auf, dass einige Teddys mit zum Teil losen Armen oder Beinen in die Praxis kommen – diese werden dann sorgfältig und realitätsgetreu verarztet.

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