Kunst und Kauflust in VS
: Tausende strömen zu verkaufsoffenem Sonntag und Museumsfest

Ein Museumsfest, das die Herzen aller Fans der Kunst und Kultur höher schlagen ließ, veranstaltete das Franziskaner. Und sogar Shoppingfans kommen auf ihre Kosten.
Von
Rainer Bombardi
Oberndorf
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„Schau mal was die Schmiede hinbekommen“. Das Mädchen ist fasziniert von der heißen Arbeit der Schmiede.

Rainer Bombardi

Hammerhart, aber dennoch entspannend wirkte die Komposition der Angebote, die mit einem verkaufsoffenen Sonntag garniert ein paar tausend Gäste aus Nah und Fern wie ein Magnet anzogen.

Das pickepacke dicht gedrängte Publikum strömte von Beginn an in Richtung Franziskanermuseum. Die besonders starken – oder jene, die meinten dies zu sein –, versuchten sich auf dem Osianderplatz am Jahrmarktklassiker „Hau den Lukas.“

Dabei entdeckten einige von ihnen, dass neben der Kraft auch die Technik ausschlaggebend ist.

Der Osianderplatz war auch Plattform für die Bearbeitung von Leder, Martin den Schuster und bot erste Möglichkeiten sich zu verköstigen.

Schmiedekunst und Stadtgeschichte

Derweil folgten Kinderaugen und die Erwachsene fasziniert den Schmiedekünsten die Kunstschmied Winfried Huger und Hufschmiedemeister Gerhard Hipp im Innenhof präsentierten. Wer es gemütlich wollte gönnte sich im Museumscafé Kaffee und Kuchen und lauschte der Musik des Musikakademie-Trios. „I Solisti di Salon“ waren Violinist Sandor Varga, Pianist Alexandru Szabo und Kazimierz Strittmatter am Kontrabass. Die Kaffeehausmusik mit besonderer Note ließ die Zuhörer besonders lange verweilen, während andere im frei zugänglichen Chorraum die Dimensionen des Konzerthauses bewunderten.

Das bewegte Franziskanermuseum steckte derart voller Leben, dass es selbst in der Abteilung Stadtgeschichte erschien, als lernten die Bilder das Laufen.

Auf der Bühne feierte Comedian Michael Link sein 30. Bühnenjubiläum und es gab einen Vortrag. Sissis Erben huschten durch das Franziskaner, um im Auftrag des Freundeskreises der städtischen Museen Villingen-Schwenningen Lose zu verkaufen.

Ein breites Spektrum

Die Eröffnung der 72. Jahresausstellung des Kunstvereins war ebenso Programm wie eine Fotopräsentation oder Museumsführungen der unterschiedlichsten Art. Wie immer hatten die Künstler bei der Jahresausstellung großen Wert auf ein breites Spektrum an Kunstrichtungen von der Skulptur bis zum abstrakten Gemälde gelegt.

Für die junge Generation gab es eine Kreativwerkstatt oder die Chance Metallhandwerk wie die Kelten zu fertigen.

Wer Musikwünsche hatte, konnte sie sich mit Glück an einem restaurierten Orchestrion zu Gemüte führen.

Orte der Kommunikation

Neben den lebendigen Museumsaktionen gab es auch noch den verkaufsoffenen Sonntag, der das ein oder andere Schnäppchen für die Gäste bereithielt. Beiden Veranstaltungen war gemein, dass sie sich hervorragend als Orte der Kommunikation eigneten und um sich zu begegnen. So hatte das Museumsfest mit verkaufsoffenem Sonntag neben seinem kreativ-kulturellen und wirtschaftlichen auch noch einen gesellschaftlichen Aspekt.

In den gut besuchten Gartenwirtschaften und Cafés genossen zahlreiche Besucher die Nachmittagsstunden und beobachteten das Geschehen. Ein Ballonverkäufer harrte am Latschariplatz der Dinge und lockte mit seinen bunten Kreaturen manches Kind schon von Weitem an. Das versuchten auch viele Händler: Aufgrund des trockenen Herbstwetters nutzten zahlreiche Geschäfte den Außenbereich um ihre Waren zu präsentieren.

Die SVS war ebenso mit einem Stand vertreten wie die AOK und weitere Dienstleister. In der Verlängerung des Museumsfests war zudem der Skiclub mit seinem Ski-Basar in der Neuen Tonhalle zu Gange.

Der etwas andere verkaufsoffene Sonntag endete kurz vor Sonnenuntergang in der Gewissheit, dass er sich beim nächsten Mal in etwas anderer Form wiederholen lässt.

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