Kundgebung in Villingen: Mahnwache erinnert an Folgen nuklearer Gewalt

Mit einer Gedenkstunde erinnert das regionale Friedensbündnis VS an die Opfer der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki.
Klaus Peter Karger- Gedenkstunde in Villingen-Schwenningen erinnert an Hiroshima und Nagasaki.
- Rund 100 Menschen versammelten sich auf dem Osianderplatz – moderiert von Christa Lörcher.
- Hiroshima-Bürgermeister ruft im Grußwort zu Sicherheitspolitik auf Basis von Vertrauen und Dialog auf.
- IPPNW-Arzt Helmut Lohrer warnt: medizinisch nicht beherrschbare Folgen und Ende vieler Abrüstungsverträge.
- Zur Ukraine betont Lohrer fehlende Sympathie für den Angriff, fordert jedoch diplomatische Initiativen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Das regionale Friedenbündnis VS veranstaltete eine Kundgebung zum Gedenken an den 81. Jahrestag der Atombombenabwürfe auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki durch die USA. Etwa 100 Menschen nahmen an der von der ehemaligen Bundestagsabgeordneten Christa Lörcher moderierten Veranstaltung auf dem Osianderplatz in Villingen teil.
Ekkehard Hausen verlas in seiner Eröffnung ein Grußwort des Bürgermeisters von Hiroshima, Kazumi Matsui, an alle Städte, die solche Gedenktage gestalten. Darin wird die Vorstellung politischer Entscheidungsträger, dass Atomwaffen für die nationale Verteidigung unerlässlich seien, scharf kritisiert, Stattdessen sei eine Kultur des Friedens zu entwickeln, in der die Politik von der nuklearen Abschreckung übergeht zu einer gemeinsamen Sicherheitspolitik, die auf Vertrauen und Dialog basiert.
Der Villinger Arzt Helmut Lohrer, der auch Mitglied im Bundesvorstand der IPPNW, Ärztinnen und Ärzte gegen den Atomkrieg, ist, berichtete von seinem Besuch in der Hafenstadt Nagasaki, in der noch heute im Bewusstsein tiefe Spuren der damaligen Ereignisse erlebbar sind. Die Ärzte der IPPNW weisen mahnend darauf hin, dass es von medizinischer Seite aus bei einem Atombombenangriff nichts entgegenzusetzen gäbe. Inzwischen seien alle in den vergangenen Jahrzehnten mühsam ausgehandelten Abrüstungsverträge entweder ausgelaufen oder gekündigt worden.
Diplomatische Initiativen zu Sicherheitspolitik gefordert
Als Arzt benannte Lohrer deutlich den Zusammenhang zwischen der aktuellen massiven Aufrüstung und den Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen. Zur aktuellen Eskalation im Ukrainekrieg bemerkte er, dass er keinerlei Sympathie mit dem russischen Angriff habe, es aber gleichzeitig für eine Illusion halte, Russland militärisch zu besiegen, weshalb diplomatische Initiativen zu einer Sicherheitspolitik nötig seien, in der man sich um ein Verständnis der Interessen aller Seiten bemühe.
Ergänzt wurde die Ansprache durch das Verlesen eines erschütternden Zeitzeugenberichtes und von verschiedenen Texten zum Thema Krieg und Frieden. Eine deutliche Bereicherung der Gedenkveranstaltung waren mehrere musikalische Beiträge der in Trossingen lebenden japanischen Künstlerinnen Yuko und Aya Koyama, Klavier und Gesang. Sie präsentierten auch das „Friedenslied Hiroshima“. Zum Abschluss sangen die Anwesenden gemeinsam das mit der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung verbundene Lied „We shall overcome“.
