Kommunale Wärmeplanung: So will Brigachtal Klimaneutralität erreichen

Robert Lechner (von links) und Jana Gaiser von „RBS wave“ stellen im Gemeinderat einen ersten Entwurf des kommunalen Wärmeplans vor. Bauamtsleiter Patrick Lutz und Bürgermeister Michael Schmitt folgen interessiert den Ausführungen.
Sabine Krümmer- Brigachtal strebt Klimaneutralität bis 2040 an – Basis ist die kommunale Wärmeplanung.
- 71 Prozent der 1424 Heizungen laufen mit Öl und Gas, PV-Nutzung liegt bei 17 Prozent.
- Jährlich entstehen 11.100 Tonnen CO₂, 92 Prozent entfallen auf Wohnungen.
- Plan liegt bis 4. November aus, Beschluss im Gemeinderat soll am 10. November erfolgen.
- Geprüft werden Wärmenetze, Ausbau von Geothermie und Biomasse sowie Unterstützung beim Heizungstausch.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Das Zahlenmaterial, das Jana Gaiser und Robert Lechner von der RBS wave GmbH mit Hauptsitz in Stuttgart in der jüngsten Gemeinderatssitzung vorlegten, war umfangreich und detailliert. Die kommunale Wärmeplanung hat keine unmittelbaren Verpflichtungen für Bürger, Netzbetreiber oder Unternehmer zur Folge, soll aber Orientierung für die Wärmewende liefern.
Gemeinden mit weniger als 100.000 Einwohnern sind nach dem Wärmeplanungsgesetz des Bundes verpflichtet, bis 2028 kommunale Wärmepläne erstellt zu haben.
Die Heizungsstruktur aus dem Jahr 2024 zeigt auf, dass 71 Prozent der 1424 Heizungen in Brigachtel noch mit Öl und Gas befeuert werden. Zu dieser Zeit waren 56 Wärmepumpen installiert und drei Haushalte ans Wärmenetz angeschlossen. Während das Gros der Gasheizungen auf einem recht aktuellen Stand ist, sind 20 Prozent der Ölheizungen älter als 30 Jahre und rund 50 Prozent älter als 20 Jahre. Die Besonderheit im Ort besteht darin, dass 92 Prozent der Kohlendioxidemissionen auf das Konto von Wohnungen gehen. Insgesamt entstehen in Brigachtal jährlich 11.100 Tonnen CO₂.
Sportlicher Zeitplan
Der Zeitplan ist sportlich: Der jetzt vorliegende Plan wird bis 4. November offengelegt mit der Möglichkeit zur Rückmeldung. Die Endversion der Wärmeplanung soll nach Einarbeitung der Rückmeldungen bis zum 9. November stehen. Formell beschlossen werden soll das Dokument im Gemeinderat nur einen Tag später. Bürgermeister Michael Schmitt begründete den straffen Zeitplan damit, „dass wir die Förderung bekommen“.
Um die hochgesteckten Ziele zu erreichen, soll in Kirchdorf und Klengen geprüft werden, ob ein Wärmenetz sinnvoll ist. In Überauchen sind bereits drei Gebäude mit einer Wärmemenge von 240 MWh an ein kleines Netz angeschlossen, welches erweitert werden soll. Wenn die oberflächennahe Geothermie voll ausgebaut werde, könnten fünf bis 26 Prozent des Wärmebedarfs hiermit bereitgestellt werden. Bislang gibt es in Brigachtal zehn Erdwärmesonden in 66 bis 93 Metern Tiefe.
Großes Potenzial bei Biomasse
Ein großes Potenzial steckt laut Wärmeplanung in der Biomasse beziehungsweise den Biogasen. Bis zu 42 Prozent des Wärmebedarfs könnten über Biomasse gedeckt werden. Biogasanlagen sollen in ein gemeinsames Quartierkonzept einbezogen werden. Es soll zudem geprüft werden, wo Abwärme entsteht und ob diese in Wärmenetze eingebunden werden kann. Bei der Photovoltaik (PV) sehen die Energietechniker weiterhin viel Luft nach oben. Bislang sei dieser Zweig nur zu 17 Prozent genutzt, wie Lechner vorrechnete.
Konkret schlugen die Planer weitere Maßnahmen vor: Die Bürger sollen beim Heizungstausch unterstützt werden. Zuvor soll die Information der Bürger über Wärmepumpen, Photovoltaik und Geothermie stehen. Auch Förder- und Beratungsangebote sollen aufgezeigt werden. Informationsveranstaltungen und Praxisbeispiele sind ebenfalls Teil der Informationsplattform.
Auch die Gemeinde selbst steht natürlich in der Pflicht. So sollen die Energieverbräuche kommunaler Gebäude systematisch erfasst werden. Heizungsumstellungen und Sanierungen sollen erste Priorität haben. Die kommunale Wärmeplanung empfiehlt neben weiteren Maßnahmen die Einrichtung eines kommunalen Energiemanagers.
