Kinderverschickung in Bad Dürrheim
: Betroffene erinnern sich

Derzeit ist im Landratsamt die Ausstellung zur Kinderverschickung zu sehen. Am Dienstag, 30. Juni, werden betroffene Zeitzeugen berichten.
Von
Wilfried Strohmeier
Schwarzwald-Baar-Kreis
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Kindersolbad Bad Dürrheim

Das Haus Hohenbaden (Kindersolbad) in Bad Dürrheim war nach dem Zweiten Weltkrieg eines der größten Kinderkurheime im Südwesten. Betrieben wurde es vom Badischen Roten Kreuz.

Marc Eich
  • Zeitzeugengespräch zur Kinderverschickung: Dienstag, 30. Juni, 18 Uhr im Landratsamt.
  • Ausstellung des Landesarchivs steht im Foyer und läuft noch bis zum 31. Juli.
  • Betroffene berichten: Barbara Zander und Angelika Koch schildern ihre Erfahrungen.
  • Gesprächspartner ergänzen Entwicklungen – Jugendamt und Rehaklinik blicken auf 50 Jahre.
  • Hintergrund: Strenge Disziplin prägte viele Heime, individuelle Bedürfnisse kamen zu kurz.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Das Zeitzeugengespräch zur Kinderverschickung im Schwarzwald-Baar-Kreis findet am Dienstag, 30. Juni statt und beginnt um 18 Uhr. Das Landesarchiv Baden-Württemberg hat zu der Thematik eine Ausstellung erarbeitet, die noch bis zum 31. Juli im Foyer des Landratsamts zu sehen ist.

Flankierend dazu findet am Dienstag ein Zeitzeugengespräch mit Kreisarchivar Clemens Joos statt, bei dem Betroffene über ihre Erlebnisse in unserer Region berichten werden: Barbara Zander war als Kind in einem privaten Kindererholungsheim, Angelika Koch in einem Kinderkurheim. Als ehrenamtliche Heimkoordinatorin für die Verschickungsheime in Bad Dürrheim besitzt sie zudem einen Überblick über die Erlebnisse vieler anderer.

Ferner wird nach gesellschaftlichen Lernprozessen aus diesen düsteren Ereignissen gefragt. Dafür werden die Amtsleiterin des Jugendamts Heike Rau und der Leiter der Rehaklinik Katharinenhöhe Stephan Maier darüber berichten, was sich in den vergangenen 50 Jahren im Umgang mit Kindern geändert hat.

Bis in die 1980er Jahre hinein war es beinahe selbstverständlich, dass Kinder einmal oder mehrfach in Kur geschickt wurden, um sich auszukurieren, um an Gewicht zuzunehmen oder einfach einmal „herauszukommen“. Kinderkur- und -erholungsheime gehörten in vielen Orten zum selbstverständlichen Bild.

Alleine 56 davon sind bis jetzt im Gebiet des heutigen Schwarzwald-Baar-Kreises bekannt geworden, mehr als in jedem anderen baden-württembergischen Landkreis. Doch was an sich gut gemeint war, erlebten viele betroffene Kinder ganz anders, denn in vielen Heimen herrschte eine eiserne Disziplin mit rohen Erziehungsmethoden aus dem Arsenal weit rückwärtsgewandter Pädagogik. Dabei ging es vor allem um Zwang und sehr wenig um die individuellen Bedürfnisse von Kindern, und je weiter die Zeit voranschritt, desto mehr sahen sich die Kinder hier in eine Welt von gestern und vorgestern zurückkatapultiert.

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