Kinderbetreuung in VS: Jetzt ist es offiziell - Aus für Kikripp

Der Betrieb der Kikripp in Villingen wird Ende Juni eingestellt.
Marc EichDie Entscheidung ist gefallen: „Der Betrieb in der Kindertagesstätte Kikripp in Villingen-Schwenningen wird absehbar Ende Juni eingestellt und kontrolliert heruntergefahren werden müssen“, teilt der mit der Insolvenz der Kinderbetreuungseinrichtung Kikripp betraute Verwalter am 12. Juni mit.
„Ohne einen Investor ist eine Fortführung über die planmäßige Eröffnung des Insolvenzverfahrens zum 1. Juli 2026 hinaus nicht möglich“, sagt der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Dirk Pehl von der deutschlandweit aktiven Kanzlei Schultze & Braun. Es sei zwar immer noch denkbar, dass sich bis zum Monatsende Juni ein Investor melde. Realistischerweise seien die Chancen dafür aber gering, und „es wäre nicht angebracht, falsche Hoffnungen zu wecken.“
Damit zeichnet sich ab, dass es aller Voraussicht nach unumgänglich sein werde, den Betrieb zu Ende Juni einzustellen. Eine Weiterführung der Kikripp im Juli und darüber hinaus sei nur möglich, wenn bis zur planmäßigen Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 1. Juli 2026 ein Investor gefunden wird. Eine Weiterführung ohne Investor sei wirtschaftlich nicht darstellbar, da der Kita-Betrieb mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens und dem damit verbundenen Ende des Insolvenzgeldzeitraums wieder unter Vollkosten laufen müsste und dabei Verluste erwirtschaften würde.
Keine Weiterführung ohne Investor
„Das Insolvenzrecht untersagt, Verluste zu erwirtschaften“, sagt der vorläufige Insolvenzverwalter. „Deshalb ist ohne Investor eine Einstellung des Betriebs unabdingbar.“ Die Eltern der derzeit noch knapp 60 in der Kikripp betreuten Kinder sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kikripp wurden bereits über die Situation informiert.
„Wir sind uns im Klaren darüber, dass dies nicht die Nachricht ist, auf die alle gehofft haben. Eine Kita ist ja immer mehr als nur ein reines Dienstleistungsunternehmen“, sagt der vorläufige Insolvenzverwalter. Die Stadt Villingen-Schwenningen habe Planungssicherheit für betroffene Familien geschaffen.
„Unsere oberste Priorität ist es jetzt, den betroffenen Familien schnell eine verlässliche Perspektive zu bieten. Wir konzentrieren uns voll darauf, die Kinder in bestehenden Einrichtungen unterzubringen und sind zuversichtlich: Nach derzeitigem Stand können wir allen Kindern, für die bei uns eine Vormerkung vorliegt, zum neuen Kindergartenjahr ein Betreuungsangebot machen“, erklärt Oberbürgermeister Jürgen Roth. Die Verwaltung arbeitet derzeit mit Hochdruck an dieser Lösung.
Konkrete Platzangebote seitens der Stadt
Die ersten Familien erhalten danach bereits in dieser Woche konkrete Platzangebote. Derzeit sind bei der Stadtverwaltung Villingen-Schwenningen 20 Vormerkungen von Eltern aus der Kikripp eingegangen, die alle berücksichtigt werden können.
Über Kikripp: Die Kikripp Betriebsgesellschaft gGmbH ist das Trägerunternehmen der Kindertagesstätte Kikripp in Villingen-Schwenningen. Die rund 20 Mitarbeiter betreuen aktuell noch knapp 60 Kinder, größtenteils im Ganztag. Kikripp existiert seit 2011.
