Kinder/Jugendhospiz VS: Wie Musiker der Sternschnuppe helfen

Die stolze Summe von 20 000 Euro für das geplante Kinder- und Jugendhospiz in Schwenningen überreichten die Vorsitzende der Musikkapelle Altoberndorf Jessica Schnetter (von links) und Sören Hanusa und Miljenko Krvaric von der Band „Fast alles ohne Strom“ an Maria Noce, Maria Hanßmann und Michaela Morath vom Hospiz Via Luce.
Jochen SchwilloFast 2000 Leute kamen zu den vier Konzerten in Villingen, Tuttlingen, Oberndorf und Rottweil. Jetzt wurde der stolze Betrag von 20 000 Euro an die geplante Einrichtung an Geschäftsführerin Maria Noce und ihr Team vom Hospiz Via Luce in Schwenningen übergeben.
Das Geld ist ein wichtiger Baustein für das geplante Kinder- und Jugendhospiz, betonte Maria Noce bei der Spendenübergabe. Für die Schwenningerin ist es ein Herzensprojekt, mit dem sie einen Ort schaffen will, an dem Familien mit einem lebensverkürzt erkrankten Kind oder Jugendlichen zur Ruhe kommen können.
Da der Finanzbedarf für die Sternschnuppe sehr hoch ist und die Kosten nicht übernommen werden, sei man auf regelmäßige Spenden und Zuwendungen angewiesen, so Maria Noce.
„Im nächsten Jahr werden wir andere Kinderhospize in Deutschland besuchen um zu schauen, wie diese arbeiten und sich finanzieren“, kündigte die Geschäftsführerin an. Denn schließlich haben alle Einrichtungen das eine Ziel, die betroffenen Kinder und Jugendlichen mit ihren Familien zu unterstützen.
Erstes Konzert 2019
Dass das geplante Projekt des Kinder- und Jugendhospizes in Schwenningen jede finanzielle Hilfe benötigt, war bereits im Dezember 2019 der Ansporn von Sören Hanusa, ein erstes Benefizkonzert mit Songs der Toten Hosen in der Villinger Scheuer zu veranstalten. Eine weitere geplante Veranstaltung 2020 in der Neuen Tonhalle in Villingen fiel der Coronapandemie zum Opfer.
Weitere Musiker an Bord
Mit dem Projekt „Fast alles ohne Strom“ holte sich Sören Hanusa mit Marcus Schrägle Miljenko Krvaric, Anke Hezel, Lara Götz und Jürgen Klink weitere Musikerinnen und Musiker an Bord, um die Hits der Toten Hosen neu aufleben lassen und auch gleichzeitig einen Beitrag für einen guten Zweck zu leisten. „Was Maria Noce und ihr Team leisten ist großartig“, lobte Hanusa deren Engagement.
Zur Umsetzung der Benefizkonzerte konnte die Musikkapelle Altoberndorf mit ihrem Dirigenten Volker Rückert an der Spitze gewonnen werden. Durch diese musikalische Symbiose zwischen Band und Blaskapelle wurden die Konzerte zu einem ganz besonderen Klangerlebnis, erinnerte sich Hanusa und sagte, dass die Lieder neu arrangiert werden mussten, damit alles passte.
Kontakt mit Altoberndorf
Der Kontakt mit der Musikkapelle Altoberndorf kam durch Schlagzeuger Jürgen Klink zustande, so die Vorsitzende Jessica Schnetter. Mit Begeisterung wurde mit den Proben begonnen. Da gab es Übungseinheiten des gesamten Blasorchesters, aber auch verschiedene Registerproben. Außerdem übten die Musikerinnen und Musiker eifrig zu Hause. Bei den Konzerten waren neben den Bandmitgliedern immer 25 Altoberndorfer auf der Bühne.
Man erinnerte sich an das Lichterfest auf der Schwenninger Möglingshöhe im vergangenen Jahr zurück, als dass Projekt „Fast alles ohne Strom“ eine Vorpremiere vor einigen hundert Festbesuchern feierte und von der tollen Resonanz überwältigt war.
Der Lohn der Mühe waren schließlich die gut besuchten Benefizkonzerte, die zwischen Mai und Juni veranstaltet worden waren und mit Abzug aller Kosten schließlich den Spendenbetrag von 20 000 Euro einbrachten.
Bei den Konzerten, die rund zwei Stunden dauerten, wurden 24 Titel der Toten Hosen gespielt, berichtete Sören Hanusa. Für den Frontmann und Sänger von „Fast alles ohne Strom“ gehört die Musik von Campino und Co. zum deutschen Kulturgut mit vielen guten sozialkritischen Texten, erklärte Sören Hanusa den Grund sich musikalisch mit den Toten Hosen zu beschäftigen.