„Kinder im Holocaust“ in der Gnadenkirche in VS
: Emotionale Eröffnung einer Ausstellung

Die Geschichte ihres Großvaters erzählte die messianische Jüdin Nadja Reble. Bekannt wurde auch, dass es negative Reaktionen auf die Ausstellung gab.
Von
Uwe Klausner
Villingen-Schwenningen
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Das sind die Verantwortlichen der Ausstellung (von links): Margrit Schindler (Älteste aus der Gemeindeleitung), Friedrich Engelke (Vorsitzender des Vereins Pro Stolpersteine VS), Nadja Reble (messianische Jüdin), Brigitte Liebelt (lokale Ausstellungsleiterin), Markus Liebelt (Ältester aus der Gemeindeleitung) und Frank Clesle (stellvertretender Vorstand deutsch-christliches Hilfswerk Zedakah).

Das sind die Verantwortlichen der Ausstellung (von links): Margrit Schindler (Älteste aus der Gemeindeleitung), Friedrich Engelke (Vorsitzender des Vereins Pro Stolpersteine VS), Nadja Reble (messianische Jüdin), Brigitte Liebelt (lokale Ausstellungsleiterin), Markus Liebelt (Ältester aus der Gemeindeleitung) und Frank Clesle (stellvertretender Vorstand deutsch-christliches Hilfswerk Zedakah).

Silas Newiger
  • In der Gnadenkirche VS läuft „Sterne ohne Himmel: Kinder im Holocaust“ – Fokus auf Kinder-Schicksale.
  • Tafeln, Fotos, Spielsachen und Briefe zeigen Verfolgung und Überlebenswillen der Kinder.
  • OB Roth mahnt zur Auseinandersetzung mit dem Thema, damit es nie wieder passiert.
  • Es gab einzelne Relativierungen beim Plakatieren, insgesamt überwog laut Veranstaltern Zustimmung.
  • Geöffnet täglich bis zum 21. Juni, 14 bis 18 Uhr; Sonderführungen vormittags auf Anfrage.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die ganze Woche über lädt die Gnadenkirche Villingen-Schwenningen zu der Ausstellung „Sterne ohne Himmel: Kinder im Holocaust“ ein. Sie widmet sich einem besonderen Kapitel in der Zeit des Nationalsozialismus: dem Schicksal jüdischer Kinder.

Hierbei geht es vor allem um die persönlichen Schicksale der einzelnen Kinder während des Holocausts. Ihre Kindheit war von einem auf den anderen Tag zu Ende. Ab sofort wurde ihr Alltag geprägt durch Verfolgung, Hunger und Angst.

In eindrucksvoller Weise belegen die Informationstafeln und Fotos, wie die Kinder trotz dieser Verfolgung und Schrecken, am Leben festhielten und der sie umgebenden Realität mit Kreativität, Fantasie und Optimismus begegneten.

Was der OB sagt

Oberbürgermeister Roth sagte bei der Eröffnung, er begrüße, dass die Gnadenkirche sich um dieses wichtige Thema kümmert. Weiter betonte er: „Wir müssen uns mit der Thematik beschäftigen, damit so etwas nie wieder passiert.“ Roth betonte, der Überlebenswille der jüdischen Kinder habe ihn persönlich sehr betroffen gemacht.

Jüdische Kinder wurden während des Holocausts oft in Kellern oder auf Dachböden versteckt. So sollten sie geschützt werden. Ein Spielzeug oder Kuschelbär war oft das Einzige, was ihnen in ihrem Versteck Ablenkung und Halt bot. Auch über diese Erinnerungen berichtet die Ausstellung.

Weitere Veranstaltungen

Das Thema der Ausstellung wird unterstrichen durch drei Abendveranstaltungen. Diese finden unter der Woche statt. Am Dienstag ab 19 Uhr referiert Markus Liebelt über die „Wurzeln des Antisemitismus in der christlichen Tradition – und was wir heute tun können“. Am Mittwoch, 19 Uhr,  geht es um das Thema „Von Wut zur Liebe“. Am Donnerstag ab 18.30 Uhr findet ein Vortrag über „Margarete Hoffer – Widerstand im Dritten Reich in Schwenningen“ statt. Hier wird die lokale Ausstellungsleiterin Brigitte Liebelt aus ihrem Buch vorlesen.

Brigitte Liebelt erklärt im Gespräch, viele Menschen hätten zur Holocaustzeit nichts aktiv gegen Juden gemacht, aber sie hätten geschwiegen. Auch heute noch gebe es viele antisemitische Vorfälle gegen Juden. Diese stehen jedoch selten im Fokus der Öffentlichkeit. Weiter betont sie: Als Gnadenkirche wollen sie nicht schweigen und sich ganz bewusst an die Seite von jüdischen Menschen stellen.

„Es gibt noch zahlreiche Leugner“

Margrit Schindler aus der Gemeindeleitung ergänzte: „Trotz der massiven Aufklärung gibt es immer noch zahlreiche Holocaustleugner. Beim Aufhängen von Plakaten haben Außenstehende den Holocaust relativiert.“ Doch die meisten Reaktionen fielen positiv aus. Eine Besucherin betonte, durch die Ausstellung wurde ihr neu bewusst, dass die Nationalsozialisten gezielt Kinder töteten, um jüdisches Leben auch zukünftig auszulöschen.

Die Ausstellung wurde von der Internationalen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem konzipiert. 27 Tafeln mit Dokumenten und Fotografien sowie Spielsachen und Briefen stellen die Überlebenszeit jüdischer Kinder dar.

Emotionale Momente

Die Eröffnungsveranstaltung der Ausstellung verlief sehr emotional. Friedrich Engelke, Vorsitzender des Vereins Pro Stolpersteine VS, berichtete über jüdische Schicksale aus Villingen-Schwenningen. Die messianische Jüdin Nadja Reble erzählte die Geschichte ihres Großvaters. Er überlebte den Holocaust, trotz Arbeitslager. Frank Clesle vom deutsch-christlichen Hilfswerk Zedakah, sprach über das Pflegeheim Beth Elieser aus Nordisrael. „Hier leben die Kinder von damals“, berichtete er.

Öffnungszeiten

Noch bis zum 21. Juni ist die Ausstellung täglich zwischen 14 und 18 Uhr im Foyer der Gnadenkirche, Wilhelm-Schickard-Straße in VS, zu sehen. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen und zur Ausstellung ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Vormittags besteht die Möglichkeit von Sonderführungen für Gruppen oder Schüler ab der siebten Klasse. Anmeldungen sind möglich per E-Mail sterne@gnadenkirche-vs.de oder unter der Handynummer 0157/346132.

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