Junge Elektronikerinnen: Drei Mädchen mischen in Brigachtal Elektrohandwerk auf

Drei Mädchen unter 15 Auszubildenden: Lena Bogdanski, Shireen Schlenker und Aylin Lienhard fühlen sich bei Elektro Eichkorn nicht anders behandelt als ihre männlichen Kollegen.
Julia Kipping- Elektro Eichkorn in Brigachtal bildet drei Elektronikerinnen aus – eine Besonderheit im Betrieb.
- Die Auszubildenden berichten von guter Atmosphäre und gezielter Förderung durch Workshops.
- Inhalte reichten von Empowerment bis Lichtplanung, inklusive Austausch mit Handwerkerinnen.
- Shireen und Aylin sind im zweiten Lehrjahr, Lena im ersten; Praktika führten sie in den Betrieb.
- Im Kammergebiet Konstanz sind 773 von 4177 Auszubildenden weiblich, im Elektro 20 von 524.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Lena Bogdanski, Shireen Schlenker und Aylin Lienhard sind die ersten weiblichen Auszubildenden bei Eichkorn. Und ob sie wollen oder nicht, sie nehmen in dem Elektrobetrieb im Schwarzwald eine kleine Sonderrolle ein zwischen all den männlichen Auszubildenden, Gesellen und Meistern.
Gerade deshalb liegt der Fokus des Betriebs auf einer gezielten Förderung der jungen Frauen, teilt die Handwerkskammer mit.
Bei einem zweitägigen Workshop speziell für Frauen in der Baubranche trafen die drei Auszubildenden auf andere Handwerkerinnen und profitierten vom Erfahrungsaustausch.
Austausch mit anderen Handwerkerinnen
Die 17-jährige Lena Bogdanski ist im ersten Ausbildungsjahr und fand es spannend, bei dem Workshop einen Einblick zu bekommen, wie andere Frauen mit Vorurteilen umgehen und ihren beruflichen Weg erfolgreich gestalten. Sie ist glücklich über die positive Atmosphäre in ihrem Ausbildungsbetrieb, denn sie hat gehört, dass es auch anders laufen kann.
Neben einem Workshop zum Thema Empowerment und Einblicken in die Arbeit von Influencerinnen, die sich für Frauen im Handwerk starkmachen, konnten die drei Schwarzwälderinnen auch an einer Schulung zur Lichtplanung teilnehmen.
Im Raum besondere Effekte erzeugen
Viele Ideen habe sie mitgenommen, erzählt Shireen Schlenker. „Es war toll, zu sehen, wie man mit den Lichtern spielen kann, um im Raum besondere Effekte zu erzeugen, oder wie man mit dem passenden Lichtkonzept Räume richtig gemütlich wirken lassen kann.“
Und Lena ergänzt: „Wir haben gesehen, welche Möglichkeiten uns offenstehen und dass Frauen sich unabhängig vom Gewerk im Handwerk untereinander vernetzen.“
Leidenschaft für die Baustelle
Shireen Schlenker kennt die Klischees von der schwachen Frau, die kein technisches Verständnis hat, gut. Sie wurde damit bei der Ausbildungsplatzsuche konfrontiert, ließ sich aber trotzdem nicht von ihrem Wunsch, ins Handwerk zu gehen, abbringen. „Ich habe mich schon immer fürs Handwerk interessiert und wollte raus auf den Bau“, erzählt die 18-Jährige, die im zweiten Ausbildungsjahr ist.
In der achten Klasse hat sie ein Praktikum bei Eichkorn gemacht und auch in den Ferien dort gejobbt. Nach dem Abschluss war klar, dass sie die Ausbildung zur Elektronikerin für Energie- und Gebäudetechnik machen möchte. „Ich mag es, zu wissen, dass andere von dem, was ich mache, einen Nutzen haben.“
Vorbilder machen Mut
Die Geschichte einer Elektroniker-Meisterin hat Aylin Lienhard besonders beeindruckt. „Als sie mit ihrer Ausbildung angefangen hatte, bekam sie zu hören: ‚Aus dir wird nichts.‘ Nun ist sie erfolgreich und führt eine eigene Firma.“
Die 18-Jährige ist wie Shireen im zweiten Lehrjahr und kam über ein Praktikum in den Betrieb. Nun ist sie froh, dass sie selbst anpacken kann: „Ich will gerne alles selbst machen und nicht immer jemanden anrufen, der mir das macht.“
Früh Verantwortung übernehmen
Eigenverantwortlich arbeiten darf Lena schon von Anfang an. „Ich bekomme eine Aufgabe auf der Baustelle und darf sie dann selbst lösen“, erzählt sie von ihrer Ausbildung. Sie ermutigt andere junge Frauen, einfach mal ein Praktikum zu machen. „Viele Betriebe würden sich freuen, wenn sich ein Mädchen bewirbt“, ist sie sich sicher.
Als frischgeschulte Ausbildungsbotschafterinnen werden Lena und Aylin künftig ihre Begeisterung für Elektrotechnik an Schülerinnen und Schüler weitergeben. Und Shireen ermutigt junge Frauen: „Sagt, was euch stört. Wenn man es runterschluckt, ändert sich nichts.“
Zahlen im Kammergebiet Konstanz
Zum Ende des Jahres 2025 waren im Kammergebiet Konstanz von 4177 Auszubildenden 773 weiblich. Im Elektrohandwerk waren von insgesamt 524 Auszubildenden 20 weiblich.
Handwerkskammer Konstanz
Die Handwerkskammer Konstanz ist Dienstleister und Ansprechpartner für über 13.700 Handwerksunternehmen mit etwa 74.000 Beschäftigten und rund 4700 Auszubildenden. Zum Bezirk der Handwerkskammer Konstanz gehören die fünf Landkreise Konstanz, Schwarzwald-Baar, Tuttlingen, Rottweil und Waldshut. Die vielen kleinen und mittleren Betriebe sind das Herz der deutschen Wirtschaft. Die Handwerkskammer vertritt die Interessen ihrer Mitglieder und bietet ihnen umfassende Beratungen an, etwa zur Fachkräftesicherung, Aus- und Weiterbildung, Betriebswirtschaft, Recht, Umweltschutz, Innovation und Digitalisierung. Mit Bildungsstandorten in Singen, Waldshut und Rottweil sowie der gemeinsam mit der IHK betriebenen Beruflichen Bildungsstätte in Tuttlingen gehört die Handwerkskammer Konstanz zu den größten gewerblichen Bildungsanbietern im Südwesten.

