Jugendcamp in Trossingen
: Trotz Sprachbarrieren wachsen Jugendliche zusammen

Schon Teil eins des vierten deutsch-französischen Jugendcamps im Naturbad Troase begeisterte alle Beteiligten. Nur mit der Finanzierung könnte es künftig schwierig werden.
Von
Ingrid Kohler
Oberndorf
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Auch wenn sich das Wetter nicht von seiner allerbesten Seite präsentierte, das vierte deutsch-französische Jugendcamp mit Start im Naturbad Troase wurde erneut zum großen Erfolg.

Ingrid Kohler

Bereits am ersten Schulferientag ab 11 Uhr bauten die Trossinger Teilnehmer des vierten deutsch-französischen Jugendcamps ihre Zelte im Naturbad Troase auf. Und noch bevor die Teilnehmer aus der französischen Partnerstadt Cluses anreisten, rief Stadtjugendreferent Marc Molsner, bei dem wie immer die Fäden der deutschen Organisation zusammenliefen, zum Schwimmtest im erfrischend kühlen Troasebecken.

„Die Eltern geben bereits ihre Unterschrift, dass ihr Kind schwimmen kann, doch bei allen Freizeiten, wo es ums Baden geht, mache ich mit den Teilnehmern gemeinsam mit einem Schwimmmeister – in diesem Jahr war es Mario Schneider vom Troaseteam – einen Schwimmtest, den übrigens alle unsere Teilnehmer aus Trossingen bestanden haben“.

Das Naturbad Troase biete sich für ein solches Camp sehr gut an. „Es ist großartig, dass die DLRG uns jedes Jahr das Vereinsheim so total unbürokratisch zur Verfügung stellt“, betont Marc Molsner. Dies sei alles andere als selbstverständlich, aber vertrauensbasiert. „Und nur so funktioniert es – mit der DLRG macht es einfach Spaß“, betont er.

Verständigung geht auch mit „Händen und Füßen“

Camp in der Troase Kurze Zeit später wurden die Camp-Teilnehmer aus Cluses mit ihrem Hauptorganisator Mefter Khiari, sowie Jordan Boy und Manon Pellier, begrüßt. Gemeinsam wurden anschließend die Zelte der Cluser aufgebaut – und das erste Eis damit gebrochen.

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Aus Erfahrung weiß Marc Molsner, der gemeinsam mit Stadtjugendreferent Johannes Ganter sowie Anita Lin das Jugendcamp in Trossingen führt, „nach insgesamt neun Tagen wachsen die Kids zusammen, auch mit Sprachbarrieren“. Wenn alle „wollen“, ist die Verständigung mit Deutsch, Französisch, Englisch und hin und wieder auch mit „Händen und Füßen“ keinerlei Problem.

Spannender Austausch im Camp

Der Austausch in einem Camp im direkten Wechsel sei immer sehr spannend, weiß Molsner mit Blick auf seine 15 Teilnehmer im Alter von 14 bis 17 Jahren aus Trossingen. Zunächst sind die Trossinger in der Troase für die Gäste aus Cluses da, und nach vier Tagen genießen sie dann den Aufenthalt als Gast bei den 16 Clusern.

Man sei bereits ein voll eingespieltes Team, erzählt Anita Lin. So zeige sich das Trossinger Küchenteam sehr gastfreundlich gegenüber den Clusern, beim Camp auf dem Fußballplatz in Cluses sei es dann umgekehrt. „Das klappt immer alles richtig gut“. Abends gibt es in der Troase für alle Lasagne, Kässpätzle, sowie zum Abschluss am Sonntag ein Pizzabuffet.

Am Freitag wurde, nachdem alle ihren Spaß beim Wasserskifahren in Pfullendorf hatten, gegrillt. Am Samstag fuhren alle gemeinsam nach Stuttgart ins Porschemuseum. Für Sonntag musste kurzfristig eine Programmänderung gemacht werden. Aufgrund des eher schlechten Wetters ging es ins Badkap nach Albstadt.

Gegenbesuch in Cluses

Besuch in Cluses Nach vier tollen Tagen fuhren die französischen Campteilnehmer am frühen Montag zurück in die Partnerstadt Cluses, um dort bereits alles für die Trossinger Freunde vorzubereiten, die am Mittag folgten. Wie Mefter Khiari, Leiter des Büros für Jugendarbeit in Cluses, verriet, ging es anschließend zum gemeinsamen Pizzaessen. Nach einer Wanderung am Dienstag konnte in der Nähe von Evian an einem See gebadet werden, ein ganzer Tag in einem Erlebnisbad bei Montreux stand am Mittwoch auf dem Programm, gefolgt von einer Wanderung auf den Mont Saxonnais und zum Lac de Passy, einem einzigartigen Bergsee, am darauffolgenden Tag.

Finanzierung wird zunehmend problematisch

Finanzierung Die Organisation und Durchführung des Jugendcamps ist das eine, die Finanzierung jedoch das andere. Zwei Jahre lang wurde das Camp mit jeweils 6000 Euro von der Baden-Württemberg-Stiftung aus dem Programm „Nouveaux horizons“ gefördert. Dann war dies nicht mehr möglich. Bereits 2024 wie auch in diesem Jahr war es das Deutsch-französische Jugendwerk (DFJW), das 4700 Euro beisteuerte. Hinzu kommen in diesem Jahr jeweils 50 Euro Teilnehmerbeitrag sowie eine großzügige Spende der Bäckerei Link über 1000 Euro aus dem Verkauf beim Markttag anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Partnerschaft mit Cluses im Oktober 2024. „Somit bleibt nur ein ganz kleiner Betrag an der Stadt Trossingen hängen“, erläuterte Marc Molsner.

Förderanträge stellen

Während die Cluser in den Vorjahren ebenso eine Förderung über das Deutsch-Französische Jugendwerk erhielten, habe es in diesem Jahr leider nicht geklappt, erzählte Mefter Khiari, zum Glück wurden die Kosten von der Stadt Cluses übernommen.

Sowohl auf Cluser wie auch auf Trossinger Seite wolle man die Förderanträge im Jahr 2026 wieder stellen. Sollte es nicht klappen „dann wird es mit der Finanzierung immer schwieriger“, betonte Marc Molsner, der aber auf die Unterstützung von Gérard Deleye, Vorsitzender des Cluses-Komitees, und dem Cluses-Komitee setzen kann. „Wir wollen, dass das Deutsch-französische Jugendcamp so weitergeht“, so Molsner.