Jubiläum in Trossingen
: Mit der Rosenschule auf Zeitreise

Im komplett gefüllten großen Saal des Konzerthauses wurde das Jubiläum gefeiert. Es zeigte sich: Die Historie ist bewegt – und der Blick geht gemeinsam nach vorne.
Von
Ingrid Kohler
Oberndorf
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Nicht mit offiziellen und langen Reden, sondern mit einem rundum gelungenen musikalischen Programm nahmen die Grundschüler der Rosenschule die Gäste des Jubiläums „50 Jahre Grundschule“ mit auf eine Reise durch die Zeit.

Ingrid Kohler

„Im Schuljahr 1974/75 hat es begonnen“, blickte Rektorin Kathrin Gass in die Geschichte der Grundschule Rosenschule zurück.

„Wir sind eine Schule mit Musikprofil, deshalb werden heute keine langen Reden gehalten, sondern es ist eine musikalische Veranstaltung von allen 310 Rosenschulkindern und dem gesamten Team“, sagte sie.

Somit gab sie die Bühne frei für „eine Reise durch die Zeit“ und ein mehr als beeindruckendes, energiegeladenes musikalisches Jubiläum, das über Wochen von allen Beteiligten mit großer Motivation und viel Herzblut für die Schule einstudiert wurde und auf durchweg große Begeisterung stieß.

Durch alle Eingänge des großen Saales im Konzerthaus strömten die Schülerinnen und Schüler aller 13 Grundschulklassen samt Lehrern und Betreuern der Ganztagsschule auf die Bühne, um den musikalischen Samstagmorgen mit dem Trossinger Heimatlied zu eröffnen.

Keck und mit viel Wissen

Das Moderatorenteam, bestehend aus fünf Grundschülerinnen und -schülern, das mit viel Wissen und einer großen Portion Keckheit rund um die Rosenschule durch das anderthalbstündige Programm führte, machte sich dabei Gedanken, ob das Lied aus dem Jahr 1957 etwa prähistorisch sei, man einigte sich dann aber auf „traditionell“.

Doch wie haben die ersten Grundschüler vor 50 Jahren ausgesehen und wie waren sie drauf? Sie spielten im Schulhof Ball- und Hüpfspiele sowie Gummitwist, die Jungs machten den Mädchen das Poesiealbum kaputt, so dass sie von der Lehrerin mit „In die Ecke, auf die Knie und Hände nach oben“ bestraft wurden.

Eingeschult, wie auf Fotos mit Schultüten auf der Leinwand ersichtlich war, wurden vor 50 Jahren übrigens die Rosenschul-Lehrerinnen Patricia Dorndorf, Christine Kern und Corona Möst.

Samba und Schulsong

Die Zweitklässler hatten sich ausgiebig mit den 1970er-Jahren in sportlicher Weise befasst, tanzten Samba, immerhin wurde Deutschland 1974 Fußballweltmeister, präsentierten Pyramiden zu „Movie Star“ und boxten zu „Eye of the Tiger“. Die 1980er-Jahren waren nicht nur Hot Pants und Dauerwelle, sondern auch „99 Luftballons“. Mit dem Titel „Walking on Sunshine“ stürmten die Drittklässler auf die Bühne und präsentierten mitsamt den Luftballons ihre Schule, so wie es im Rosenschulsong heißt „laut und bunt“.

Angekommen in den 1990er- Jahren meldet sich die Stimme des damaligen Rektors Pius Kekeisen am überdimensionalen Handy. Mit selbstgebastelten Instrumenten aus Joghurtbechern und bunten Bändern zeigten sich die Erstklässler zunächst klassisch. „Weil wir eine Schule mit musikalischem Profil sind, gehört Klassik auch dazu“, klärten die jungen Moderatoren auf. Doch die Erstklässler hatten auch das rappende ABC mitgebracht, tanzten mit bunten Tüchern zu „Rhythm is a dancer“ und erinnerten an die Farbe Pink und „I’m a Barbie Girl“.

Die Moderatoren blickten auf das neue Jahrtausend, denn auch da ging die Welt nicht unter, „es ging 2000 einfach weiter mit der Schule.“ Und wie schaut es in der Zukunft aus? Werden Computer das Lernen übernehmen? Immerhin „Musik mit dem Digi-Tablet machen die Musiklehrerinnen Monja Heuler und Lisa Werner ja heute schon“.

Und dass sich im nächsten Jahrtausend wohl auch zwischen Jungen und Mädchen nichts ändern wird, zeigten die Viertklässler mit dem Rapp „Jungs gegen Mädchen und Mädchen gegen Jungen – wer ist stärker?“ Dass die Rosenschule auch weiterhin eine musikalische Schule bleiben wird, bekräftigten die Viertklässler mit Michael Jackson „Heal the World“.

Noch einmal füllte sich die Bühne mit allen Schülern, Lehrern und Betreuern und dem gemeinsamen Song „Ein Hoch auf das, was vor uns liegt“ schauten allein in eine gute Zukunft, denn: „Die Rosenschule, das sind wir, hier spielt das Leben, was kann es Besseres geben?“ Einen schöneren und prägnanteren Abschluss hätte man für dieses Jubiläum nicht finden können.

Eindrücke und Informationen aus fünf Jahrzehnten

Feier und Fotos
Beim großen Schulfest im Hof wurde weitergefeiert. Eine Fotoausstellung fand großes Interesse.

Geschichte der Schule
Das Gebäude der Rosenschule in direkter Nachbarschaft zum Rathaus wurde bereits im Jahr 1907 erstellt, da das bisherige Gebäude auf der Löhr (heutige Musikschule) für die damals schon 650 Kinder der Volksschule zu klein war. Ab 1945 wurde es als evangelische Volksschule mit Klassen des Progymnasiums genutzt, ab 1948 nur noch als evangelische Volksschule. Als Ende der 1960er-Jahre die Raumnot an der bisher einzigen Grundschule von Trossingen, der Friedensschule, zu groß war, musste eine Lösung her. 1974/75 wurde aus der Rosenschule eine Grundschule. 1978 bis 1980 wurde das Gebäude saniert. Als erster Rektor leitete Hans-Joachim Wernecke bis 1992 die Schule, gefolgt im Jahr 1993 von Pius Kekeisen bis 2011, seit 1994 mit Konrektor Heinz Frey. Danach übernahmen Rektorinnen die Führungspositionen, zunächst ab 2011 Helene Leske und Konrektorin Michaela Stöhr. Von 2016 bis 2018 war Yvonne Kissendorfer Rektorin, Konrektorin war Kathrin Gass. Und seit dem Schuljahr 2019/20 bilden Katrin Gass als Rektorin und Regine Mayer als Konrektorin das Leitungsteam. Im Jubiläumsjahr werden hier rund 310 Kinder in 13 Klassen von 26 Lehrkräften unterrichtet. Zudem sind hier weitere 16 Betreuungskräfte tätig.Die Rosenschule ist eine Schule mit Musikprofil und eine Startchancenschule.

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