Investitionen in Bad Dürrheim
: Ohne Fördergelder geht nichts mehr

Schulbau, Sanierungen, Klimaschutz – ohne Zuschüsse geht in Bad Dürrheim wenig. Doch der Weg durch den Förderdschungel ist mühsam, wie ein seltener Einblick zeigt.
Von
Anna-Sophie Zepf
Oberndorf
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Im Juli fand der Spatenstich für die Erweiterung der Ostbaarschule in Bad Dürrheim statt. Das Projekt wird mit nahezu 1,9 Millionen Euro gefördert. (Archivfoto)

Stadt Bad Dürrheim

Fördergelder sind für die Stadt Bad Dürrheim unverzichtbar – besonders in finanziell schwierigen Zeiten. Der stellvertretende Stadtkämmerer Mario Grieshaber gibt im Gemeinderat einen Einblick in einen zentralen, aber unterschätzten Bereich der Stadtverwaltung.

„Das Zuschusswesen ist eines der wichtigsten Aufgabengebiete für die Stadt Bad Dürrheim“, erklärt der Leiter der Stadtkämmerei Grieshaber. Besonders in einer schlechten Finanzsituation steige die Bedeutung von Investitionszuschüssen für den städtischen Haushalt.

Viele Bauprojekte und andere Maßnahmen seien daher nur mit Fördermitteln realisierbar, erläutert Grieshaber mithilfe einer Präsentation in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Die Beantragung solcher Mittel sei allerdings mit großem Aufwand verbunden.

Diese Fördermittel stammen aus unterschiedlichen Quellen, was den Antragsprozess zusätzlich komplex macht: Fördergeber sind das Land Baden-Württemberg, das zeitgleich der wichtigste Fördergeber der Stadt ist, der Bund, der Landkreis, die EU sowie private Organisationen.

Wenn der Aufwand zu groß wird

Beantragungen von Fördergelder beim Bund seien äußerst kompliziert, aber machbar. Bei der EU sei der Aufwand hingegen so hoch, dass er in keinem Verhältnis mit der Fördersumme stehe, und daher auch nicht in Betracht gezogen werde, erklärt er.

Viele Projekt können gefördert werden, zum Beispiel im Bereich Bildung und Betreuung, im Feuerwesen, der Wasserwirtschaft, dem Klimaschutz, der Städtebauförderung, der kommunalen Infrastruktur und noch einige weitere.

Für die Mitarbeiter der Stadtkämmerei beinhaltet die Beantragung der Fördergelder jede Menge Arbeit: Unter anderem muss erst einmal herausgefunden werden, welche Fördermittel und -programme für welches Vorhaben zur Verfügung stehen. Anschließend folgt die Prüfung der jeweiligen Förderrichtlinien, der Abgleich des Projekts mit den Fördervoraussetzungen und die Anforderung und Bearbeitung der Unterlagen.

Die Arbeit im „Förderdschungel“

Zusätzlich gehen an die Förderstellen Unmengen an Dokumentationen rund um das Vorhaben wie beispielsweise Verwendungsnachweise. Während dieser Arbeit muss die Stadtkämmerei sich mit anderen internen und externen Schnittstellen kurzschließen.

Mit dieser ganzen Dokumentationspflicht bezeichnet Grieshaber die Arbeit mit Förderprogrammen als „Förderdschungel“, da unter anderem ständig geprüft werden müsse, ob Fristen eingehalten und der Nachweispflicht nachgekommen wurde.

Als Beispiel über den Prozess der Fördergeldbeschaffung führt der Leiter der Stadtkämmerei die Erweiterung der Ostbaarschule an. Die Gesamtkosten der Erweiterung belaufen sich auf 2,8 Millionen Euro.

Zuschüsse für die Erweiterung der Ostbaarschule

Von der Schulbauförderung kommen 175 000 Euro an Zuschüssen, vom Ausgleichstock etwa eine halbe Million, von der Ganztagsförderung (GT-Förderung) des Bundes circa 1,15 Millionen Euro, von der KfW-Förderung des Bundes fast 40 000 Euro und von der Förderung Naturenergie noch mal etwa 20 000 Euro. Somit werden nahezu 1,9 Millionen Euro der Gesamtkosten des Vorhabens durch Fördergelder gedeckt. Das entspricht einem Förderanteil von 67 Prozent.

Ein weiteres Projekt, für das Förderung erhalten wurde, ist beispielsweise der Neubau der Kita Stadtkäfer.

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