Integration in Bad Dürrheim: Grünes Licht für Flüchtlingsunterkunft

Am Rande des Gewerbegebietes, in der Schwenninger Straße 6, soll noch in diesem Jahr eine Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge gebaut werden.
Hans-Jürgen EisenmannIn der Schwenninger Straße 6, am Übergang von Gewerbe- zu Wohngebiet wird es zu einer Veränderung kommen. Mit dem Beschluss des Gemeinderates, kann der Landkreis dort nun eine Unterkunft für Geflüchtete mit einer Kapazität von bis zu 100 Personen bauen.
Bürgermeisterstellvertreter Heinrich Glunz erwähnte in der jüngsten Gemeinderatssitzung, dass die Stadt und das Landratsamt bereits im November 2023 mit einer Bürgerinformationsveranstaltung versucht hatten, größtmögliche Transparenz herzustellen. Damals war noch geplant, die Unterkunft auf ein städtisches Grundstück im Schabelweg zu bauen. Dieser Standort war jedoch von Bewohnern der Umgebung und Stadträten als nicht so ideal betrachtet worden.
Zur gleichen Zeit lag dem Landratsamt auch das Angebot eines Grundstückseigentümers im Gewerbegebiet vor. Der zweistöckige Neubau mit Containerelementen soll nun auf dem Grundstück der letzten Bad Dürrheimer Uhrenfabrik, Schmid-Schlenker, errichtet werden.
Nur für drei Jahre
Wie Stefan Löffler, der Leiter des Amtes für Schule, Hochbau und Gebäudemanagement beim Landratsamt Schwarzwald Baar ausführte, wurde das Grundstück für zwei Jahre gepachtet mit der Option, noch ein weiteres Jahr dranzuhängen. „Wir sind in drei Jahren also wieder weg“, so der Amtsleiter aus dem Landratsamt. Man gehe davon aus, dass sich dann die Zahl der ankommenden Flüchtlinge auf einem tieferen Niveau eingependelt habe. Wie Löffler weiter ausführte, werde die Gemeinschaftsunterkunft in der Regel nicht voll belegt. Angepeilt werde eine 80-prozentige Belegung.
Freizeit gestaltet jeder Bewohner selbst
Heimleiter, Hausmeister und Sozialbetreuer seien stundenweise vor Ort, nachts jedoch nicht. Die Bewohner seien in der Gestaltung ihres Alltags frei, sie könnten gemeinnützige Arbeiten übernehmen oder, falls Plätze frei sind, Sprachkurse belegen.
Zugewiesen werden nach Bad Dürrheim Alleinreisende, Familien und Paare. Geplant ist beispielsweise, dass die Flüchtlinge, die im Moment in einer kreiseigenen Sporthalle in Donaueschingen untergebracht sind, bei Fertigstellung Ende 2024 nach Bad Dürrheim verlegt werden.
46 Containermodule
Das Gebäude selbst besteht aus 46 Containermodulen. Die 18 Quadratmeter großen Räume werden in der Regel mit zwei Personen belegt, können aber auch mit kleineren Familien oder Einzelpersonen belegt werden. Neben den elektrisch beheizten Wohneinheiten befinden sich Aufenthalts-, Sanitär-, Ess- und Küchenräume in dem Gebäude.
Ende Oktober oder Anfang November werden die Container angeliefert. Die Kosten des Gebäudes und die Pacht erstattet das Land Baden-Württemberg dem Landratsamt. Dass Bad Dürrheim als drittgrößte Stadt im Landkreis nun eine solche Einrichtung bekommt, bezeichneten die Stadträte Wolfgang Kaiser und Klaus Götz als Akt der Solidarität mit den anderen Kommunen im Kreis.
Schnellst mögliche Integration
Barbara Fink (CDU) war es wichtig die Bedenken der Anwohner zu berücksichtigen. Sie schlug daher eine Abgrenzung zur Straße vor. Fink plädierte dafür, dass die Geflüchteten so schnell wie möglich in Arbeit kommen müssten, dies erleichtere die Integration. Deshalb sollten ihnen gemeinnützige Arbeitsgelegenheiten angeboten werden.
Wolfgang Kaiser (LBU) war aber der Meinung, dass man keine zu hohen Erwartungen an die Integrationsarbeit haben dürfe, solange sich die Geflüchteten noch im Asylanerkennungsverfahren befänden.