Entschieden ist, wohin die neue Gemeinschaftsunterkunft in Bad Dürrheim kommt. Foto: Wilfried Strohmeier

Es war ein langes Ringen um einen Standort und die Bürger haben ihre Meinung bei der Informationsveranstaltung am 22. November 2023 kundgetan. Nun ist entschieden wo die Flüchtlingsunterkunft gebaut wird.

Zur Auswahl standen am Schluss zwei Standorte, im Schabelweg gegenüber des Schwimmbads und in der Schwenninger Straße. Die Anwohner des künftigen Standorts bekamen diese Woche eine Information von der Stadt und des Landkreises.

 

Die Flüchtlingsunterkunft kommt in die Schwenninger Straße, an den ehemaligen Standort des Unternehmens Schmidt-Schlenker. Für das Grundstück gab es schon mehrere Pläne, unter anderem sollte der Firmensitz des Unternehmens Immo Pro Invest darauf entstehen. Aktuell ist es mehr oder weniger eine Industriebrache.

Anwohner informiert

Die Anwohner der Schwenninger Straße, Am Salinensee, Carl-Zeiss-Straße, Siemens- und Seestraße, Seible, Friedrichstraße und Obere Briel wurden in einem zweiseitigen Schreiben über die Entscheidung informiert. „Nach sorgfältiger Abwägung und Prüfung beider Standorte wurde vom Landratsamt der Standort in der Schwenninger Straße 6 (...) als der geeignetere Ort für die Realisierung der Gemeinschaftsunterkunft festgestellt.“

Platz für 100 Personen

Weiter informiert das Schreiben über den Ablauf: „Die geplante Unterkunft am Standort Schwenninger Straße 6 wird aus Modulen in Stahlbauweise bestehen und Platz für bis zu 100 Menschen bieten. Wie bereits in der Informationsveranstaltung erwähnt, ist dies die Maximalzahl, die im Regelfall nicht ausgeschöpft wird. Geplant ist, mit den Vorbereitungen und dem Herrichten des Grundstücks zum Ende der Sommerferien 2024 zu beginnen. Das Bauvorhaben wird im Gemeinderat am 26. Juni vorgestellt und soll für maximal drei Jahre an diesem Standort bestehen bleiben.“

Appell an Bürger

Man sei sich bewusst, dass diese Entscheidung Auswirkungen auf die unmittelbare Umgebung habe und möglicherweise Bedenken hervorrufe. Landrat Sven Hinterseh und Bürgermeister Jonathan Berggötz – beide unterzeichneten das Schreiben – erklären, dass man die Anliegen ernst nehme und um Verständnis für die Maßnahme bitte. „Die Einrichtung der Gemeinschaftsunterkunft dient der humanitären Pflicht, Schutzbedürftigen eine vorübergehende Heimat zu bieten und Ihnen eine menschenwürdige Unterbringung zu ermöglichen.“

November bezugsfertig

Wie schon in der Bürgerinfo vergangenes Jahr ging man in dem Schreiben nochmals kurz auf den Betrieb der Flüchtlingsunterkunft ein. Es werde ein Betreuungsteam aus Heimleitung, Hausmeistern und Integrationsmitarbeitern geben. „Aufgrund des hohen Migrationsgeschehens reichen die derzeitigen Kapazitäten jedoch nicht aus, um den aktuellen Bedarf zu decken, weshalb diese Unterkunft nun notwendig werde.

Auf Nachfrage beim Landratsamt soll die Flüchtlingsunterkunft im Oktober, spätestens November 2024 bezogen werden. Ein konkretes Datum stehe derzeit noch nicht fest.

Familien und Paare

Welche Nationalitäten zugewiesen werden hänge von der Zuweisungssituation ab. In den Schwarzwald-Baar-Kreis werden derzeit meist Türken, Afghanen und Syrer zugewiesen. In Bad Dürrheim werden Familien, Paare und alleinreisende Personen wohnen. Die Zuweisungen des Landes spielt bei der Belegung eine Rolle, so die Mitteilung.

Im November 2023 war bekannt geworden, dass in Bad Dürrheim eine Gemeinschaftsunterkunft gebaut werden soll. Es gab dazu eine äußerst emotionale Bürgerinformation. Viele sahen den Standort Schabelweg als äußerst ungünstig an. An dem damaligen Abend waren gut 350 Bad Dürrheimer im Haus des Bürgers. Die Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften liegt bei maximal 24 Monaten.