Insolvenz der Kikripp: Villinger Kita-Betrieb nur bis Ende Juni gesichert – Investor gesucht

Bei der Kikripp in Villingen können die Kinder zumindest noch im Juni betreut werden – danach ist die Zukunft der Einrichtung völlig offen.
Marc EichNachdem dank des Engagements von Eltern eine Lösung für Catering und Reinigung der Räumlichkeiten gefunden werden konnte, kann die Villinger Kindertagesstätte Kikripp ihren Betrieb im Juni regulär fortführen. Das teilt der vorläufige Insolvenzverwalter Dirk Pehl von der Kanzlei Schultze & Braun am Freitag mit. Demnach sei es gelungen, die Betreuung der Kinder bis zur geplanten Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 1. Juli sicherzustellen.
„Es freut mich sehr, dass wir die Kinderbetreuung auch im Juni ermöglichen können“, wird Pehl zitiert. Ob die Einrichtung auch über den 1. Juli hinaus weitergeführt werden kann, hänge jedoch maßgeblich davon ab, ob ein Investor gefunden werde.
Kein Weiterbetrieb ohne Investor
Nach Angaben des Insolvenzverwalters ist ein Weiterbetrieb ohne Investor wirtschaftlich nicht möglich. Damit bestätigt er Informationen unserer Redaktion. So hatte Pehl bereits vergangene Woche gegenüber den Eltern erklärt, dass die Einrichtung mit der derzeitigen Struktur keine Zukunft habe – Eltern wurden angehalten, sich eine neue Kita zu suchen.
Mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens endet der Zeitraum des Insolvenzgeldes. Der Kita-Betrieb müsste dann wieder zu Vollkosten geführt werden und würde Verluste erwirtschaften. Dies lasse das Insolvenzrecht nicht zu. In diesem Fall müsste der Betrieb eingestellt werden, um weitere Verluste zu vermeiden.
Nach Angaben von Pehl laufen weiterhin Gespräche mit möglichen Investoren. Ein Einstieg sei nach wie vor möglich.
Kikripp-Ende zum 1. Juli?
Die Eltern der rund 70 betreuten Kinder sowie die Beschäftigten der Einrichtung seien bereits informiert worden. Zudem stehe der vorläufige Insolvenzverwalter weiterhin in engem Austausch mit der Stadt Villingen-Schwenningen.
Gemeinsam bereite man sich auch auf den Fall vor, dass der Kita-Betrieb zum 1. Juli eingestellt werden muss. Dabei gehe es insbesondere um Lösungen für die Beschäftigten sowie die betroffenen Familien. Pehl dankte der Stadt für deren Angebot, Eltern bei der Suche nach Betreuungsplätzen zu unterstützen.
Oberbürgermeister Jürgen Roth bekräftigte die Unterstützung der Stadt: „Wir stehen im direkten Austausch mit vielen Eltern und wissen, wie fordernd diese Lage ist. Unser Ziel ist es, den Familien so schnell wie möglich konkrete und tragfähige Lösungen anzubieten.“