Innovation Forum in Tuttlingen
: Ein Plädoyer für Mut beim Netzwerktreffen der Medizintechnik-Branche

Am 22. Oktober findet das 18. Innovation Forum Medizintechnik in Tuttlingen statt. 80 Unternehmen und Institutionen sind vertreten. Friedhelm Beyersdorf hält einen Vortrag zu aktuellen und zukünftigen Entwicklungen in der kardiovaskulären Medizin.
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red/pm
Tuttlingen
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Themenbereiche wie Simulation, Robotik, vernetzte Systeme und künstliche Intelligenz, aber auch Werkstoffe, Fertigungsverfahren und Nachhaltigkeit sind beim Innovation Forum Medizintechnik gesetzt – bei rund 80 Unternehmen und Institutionen in der begleitenden Ausstellung und bei rekordverdächtigen 55 Fachvorträgen. Fotos: jeweils © MedicalMountains GmbH/Michael Kienzler

Themenbereiche wie Simulation, Robotik, vernetzte Systeme und künstliche Intelligenz, aber auch Werkstoffe, Fertigungsverfahren und Nachhaltigkeit sind beim Innovation Forum Medizintechnik gesetzt – bei rund 80 Unternehmen und Institutionen in der begleitenden Ausstellung und bei 55 Fachvorträgen.

Medical Mountains GmbH/Michael Kienzler
  • Am 22. Oktober findet das 18. Innovation Forum Medizintechnik in Tuttlingen statt.
  • Friedhelm Beyersdorf hält eine Keynote zu Entwicklungen in der kardiovaskulären Medizin.
  • Programm mit 55 Fachvorträgen und rund 80 Ausstellern – Themen von KI bis Nachhaltigkeit.
  • Beyersdorf plädiert für Mut und rät, mindestens zehn Prozent Umsatz in F&E zu investieren.
  • Neu ist ein Pitch für Medtech-Start-ups, zudem gibt es eine Trial-Area mit Da-Vinci-System.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Vom großen Bild der Forschung hinein in die konkreten Möglichkeiten der Industrie: Beim 18. Innovation Forum Medizintechnik in Tuttlingen reflektiert Friedhelm Beyersdorf in seinem Vortrag aktuelle und zukünftige Entwicklungen in der kardiovaskulären Medizin. Seine Keynote am 22. Oktober ist ein Plädoyer für Mut – und das Programm des Tages der Spiegel dafür, heißt es in einer Mitteilung der Medical Mountains GmbH.

Dass Fortschritt das Leben verändert, ist eine tagtägliche Erfahrung und fundamentaler Bestandteil der Kulturgeschichte. Gleichwohl sieht Beyerdorf einen Paradigmenwechsel. Was aus Menschsein und Dasein heraus erschaffen worden ist, schickt sich an, Menschsein und Dasein neu zu erschaffen.

„Wir leben in einer Zeit, in der nicht mehr nur Materie verändert wird“, sagt Beyersdorf, „sondern erstmals auch Intelligenz und das Leben selbst.“ Moleküle und Genome lassen sich im Labor frei modellieren. Roboter haben längst schon humanoide Formen angenommen. Zentren für Organreparatur und -ersatz sind in Griffweite. Big Data und Machine Learning katalysieren neue Erkenntnisse im Sekundentakt. Dabei befindet sich KI im Grunde genommen erst im Vorschulalter. Was aber, wenn sie in zehn, 15 Jahren erwachsen wird?

Aus diesem weiten Feld heraus zoomt Beyersdorf hinein auf Entwicklungen in der kardiovaskulären Medizin. Der ehemalige Ärztliche Direktor der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie am Universitätsklinikum Freiburg hat zum einen vielfach ausgezeichnete Pionierarbeit im OP-Saal geleistet, zum anderen ein Start-up gegründet. Er kennt die Perspektive der Wissenschaft ebenso wie die der Industrie – die Gegebenheiten in großen Einrichtungen ebenso wie in kleinen Unternehmen.

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Mut, Neues zu wagen

In seiner Keynote schwingt daher immer ein Aspekt mit: der Mut, Neues zu wagen. Dafür stehen unterschiedliche Wege offen. Evolutionäre Innovation verbessert etablierte Produkte für bestehende Kunden. Disruptive Lösungen sind zu Beginn hingegen häufig einfacher, günstiger oder in einzelnen Leistungsmerkmalen sogar unterlegen – erschließen aber neue Anwendergruppen und Märkte.

Wie kann vor diesem Hintergrund der Medizintechnik-Mittelstand seinen Platz im internationalen Wettbewerb behaupten? Die gute Nachricht sei, dass „es heute so viele Möglichkeiten gibt wie noch nie“, Nischen zu finden und zu besetzen. Das Credo des 72-Jährigen: Unabhängig von der Betriebsgröße müssten mindestens zehn Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung fließen, und davon wiederum ein gewisser Prozentsatz in disruptive Innovationen, also in unkonventionelle Projekte – auch „auf die Gefahr hin, dass dabei nichts herauskommt“. Dabei seien es gerade „irre Ideen“ gewesen, die sich im Nachhinein als bahnbrechend erwiesen haben. „Die größte Gefahr für Marktführer ist nicht, dass sie zu wenig optimieren. Die Gefahr ist, dass sie eine Entwicklung ablehnen, für die es heute noch keinen Markt zu geben scheint“, so Beyersdorf.

55 Fachvorträge

Die Botschaft der Keynote findet auf verschiedenste Weise Widerhall im Programm des 18. Innovation Forums, das von der Medical Mountains GmbH, dem Verein Technology Mountains sowie der Industrie- und Handelskammer Schwarzwald-Baar-Heuberg veranstaltet wird.

Rekordverdächtige 55 Fachvorträge reflektieren laut Mitteilung Themenbereiche wie Simulation, Robotik, vernetzte Systeme und künstliche Intelligenz, aber auch Werkstoffe, Fertigungsverfahren und Nachhaltigkeit. In der begleitenden Ausstellung sind rund 80 Unternehmen und Institutionen vertreten, die Fortschritt mit Dienstleistungen, Forschung oder Produkten unterstützen.

In der Trial-Area können sich die Teilnehmer an ein Da-Vinci-Operationssystem setzen. Und: Erstmals findet ein Pitch für MedtechStart-ups statt – also für jene jungen Unternehmen, die den von Friedhelm Beyersdorf beschworenen Mut bereits bewiesen haben.

Was ist die Medical Mountains GmbH?

Die Medical Mountains GmbH mit Sitz in Tuttlingen ist ein Kompetenznetzwerk für die Medizintechnik mit den Schwerpunkten Technologie und Innovationsförderung sowie Regulatorik. Gesellschafter sind neben der Industrie- und Handelskammer Schwarzwald-Baar-Heuberg der Landkreis Tuttlingen, die Stadt Tuttlingen, Hahn-Schickard gGmbH, Landesinnung Chirurgiemechanik, das Naturwissenschaftliche und Medizinische Institut an der Universität Tübingen (NMI) sowie die Handwerkskammer Konstanz. Aus dieser unabhängigen und neutralen Position heraus bildet die Medical Mountains GmbH eine Schnittstelle zwischen Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Kliniken, Politik und weiteren Partnern. Ziel ist, durch den Austausch gemeinsame Lösungsansätze für gegenwärtige und perspektivische Herausforderungen der Medizintechnik zu finden. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse und Impulse insbesondere kleinerer und mittlerer Medizintechnik-Unternehmen fließen in die Interessenvertretung auf Landes-, Bundes- und europäischer Ebene ein.