Innenhof-Festival in Villingen
: To Athena entführt in andere Welten

Die Musikerin aus Luzern erzählte in melancholischen Liedern von der Suche nach dem Selbst,  stimmte zusammen mit ihrer Band aber auch rockige Klänge an. Mit dieser Mischung riss To Athena alle mit.
Von
Sabine Krümmer
Villingen
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Die Schweizer Sängerin Tiffany Limacher von „To Athena“ riss am Dienstagabend im Innenhof ausnahmslos all

Die Schweizer Sängerin Tiffany Limacher von „To Athena“ riss am Dienstagabend im Innenhof ausnahmslos alle mit.

Sabine Krümmer
  • Innenhof-Festival in Villingen: To Athena begeisterte mit Kammerpop und starker Bühnenpräsenz.
  • Sängerin Tiffany Limacher sang auf Englisch und Schweizerdeutsch, teils mit reduzierter Besetzung.
  • Mischung aus melancholischen Liedern und rockigen Einlagen – Themen von Selbstsuche bis Politik.
  • Höhepunkt war „Angscht“ ohne Mikrofon direkt vor dem Publikum, das hörbar beeindruckt reagierte.
  • Dreistimmiger Publikumsrefrain und Zugabe rundeten das fast zweistündige Konzert ohne Pause ab.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Mit „To Athena“ bewiesen die Macher des Villinger Innenhof-Festivals wieder einmal ein gutes Händchen. Die Schweizer Sängerin Tiffany Limacher entführte mit ihren Musikern in eine fast schon mystische Welt für Aug' und Ohr.

Als „Wohnzimmerkonzert“ angesagt, entpuppte sich die kleine Bühne im ebenso überschaubaren Innenhof als idealer Rahmen für die in Englisch und Schweizerdeutsch singende Musikerin. Die Band „To Athena“ wird denn auch als Anbieter von Kammerpop umschrieben. Die weich dahinfließenden blaugrauen Stoffbahnen auf der Bühne spiegelte sich ebenso in den manchmal sanft fließenden Sphärenklängen wider. Die kleine Bühne machte es auch notwendig, die Anzahl von normalerweise neun Musikern, darunter einem Harfenspieler, auf vier zu reduzieren.

Dies geriet am Dienstagabend nicht zum Nachteil. Im Gegenteil, die sympathische Sängerin wurde nicht müde zu erwähnen, wie wohl sie sich beim Villinger Innenhof-Festival fühle. Und als das Publikum bestätigte, des Schweizerdeutschen mächtig zu sein, war das Eis endgültig gebrochen: „Voll cool, da muss ich die Texte nicht übersetzen“. Bei „Es Näscht“ mussten die Villinger dann doch passen, denn auf Hochdeutsch heißt dies „Das Nest“.

Musiker überraschen mit rockigen Einlagen

In den melancholischen Liedern der aus Luzern stammenden Sängerin handelt es sich oft um die Suche nach dem Selbst, um das innere Kind, aber auch um aktuelle politische Themen. Wer „To Athena“ so in die „Spiri- und Esoecke“ schieben will, wird den Schweizer Musikern überhaupt nicht gerecht. Sie überraschen mit rockigen Einlagen, mit perfekt abgestimmten Instrumenten und mit einer wohldosiert eingesetzten Nebelmaschine. Die Lichttechnik tut ein übriges, um durch die Klänge der Band in eine andere Welt entführen zu lassen.

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Technische Probleme überbrückt Limacher gekonnt und erklärt dabei ausführlicher die Liedtexte. Das Stück „Ready“ sei beispielsweise eine „Motivationsrede für ein Update“, wenn der Mensch also eine weitere Entwicklungsstufe erklimmt – Hermann Hesse lässt grüßen. „To Athena“ bietet einen Musikgenuss zum Innehalten, zur Bewusstwerdung.

Publikum hängt an den Lippen der Sängerin

Längst hängt das Publikum an den Lippen der Sängerin, deren klare Stimme und das natürliche Auftreten alle mitreißt. Als die Sympathieträgerin fragt, ob das Villinger Publikum für ein Experiment offen sei, wussten viele nicht, dass wohl der Konzerthöhepunkt erreicht war. Die Zuhörer entschieden sich also für das Experiment: Die Sängerin verließ die Bühne, platzierte sich direkt vor den Konzertbesuchern und sang ohne Mikrofon das wohl bekannteste Stück der Band, „Angscht“. Die Zuhörer hielten förmlich den Atem an, bis dies schließlich in einem mehrstimmigen „Wow!“ entlud. Mehrstimmig wurde dann beim allerersten Konzert von „To Athena“ in Deutschland mit dem neuen Programm gesungen. Ohne Mühe verstand es die Frontfrau, dass das Publikum den Refrain dreistimmig mitsingt.

Viel zu schnell war dann das Ende des Konzerts erreicht. Die Zuhörer im Innenhof spendeten begeisterten Applaus, teils im Stehen, und forderten eine Zugabe. Die Musiker gewährten diese gerne und saßen beim letzten Stück lässig vorn auf der Bühnenkante. Das Publikum steuerte wieder den dreistimmigen Refrain hinzu. Viel zu schnell war das fast zweistündige Konzert ohne Pause zu Ende. Doch wohl jeder ging zufrieden und bereichert nach Hause. Dieser Festivalabend hätte wahrlich den einen oder anderen Besucher mehr verdient gehabt. Doch auch so waren die Sitzplätze alle gefüllt. Die lauen Temperaturen taten ihr übriges, auch nach dem Konzert ein bisschen noch zu verweilen.