Innenhof-Festival in Villingen: Mitreißende Hommage an Led Zeppelin

Die Band Mad Zepplin lässt bei ihrer Show die Zeit der legendären Hardrock-Band Led Zeppelin wieder aufleben.
Martina ZieglwalnerHarte Gitarrenriffs schallen über den Hof, treibende Schlagzeugrhythmen und über allem der mal in höchsten Tönen schreiende, dann wieder in tiefe Lagen sinkende Gesang: Die Band „Mad Zeppelin“ hat beim letzten Abend des Villinger Innenhof-Festivals die Bühne gerockt und vom ersten Moment an das Publikum mitgerissen.
Die fünf Musiker setzten einen fulminanten Schlusspunkt unter die 35. Auflage, die einmal mehr mit einer unglaublichen musikalischen Vielfalt aufwartete. Mit der Band aus Mainz ging es auf eine Zeitreise zurück in die 70er-Jahre, als Led Zeppelin zum Höhenflug ansetzte und mit ihrem Hardrock die Musikwelt prägte.
Dass sie es ebenso wie ihre Vorbilder drauf haben, beweisen die fünf Musiker der Tribute-Band. Kaum legten sie mit den ersten Takten von „Rock and Roll“ los, zeigen sich die Zuhörer begeistert, wie energiegeladen und authentisch Sänger Roman Erken, Gitarrist Ralph Glodek, Bassist Christian Ludwig, Keyboarder Thomas Blum und Drummer Rafael Winter die Songs der britischen Kultband inszenieren.
Erken muss nur fragen, „Hey, kennt ihr das?“, und schon singen alle lauthals „Ah, ah, ah, ah“ bei „Black Dog“ mit. Ein ums andere Mal fasziniert der Frontmann, der wie Robert Plant mit seiner Stimme jault und quietscht, sich in die höchsten Lagen hochschrauben, ebenso plötzlich düster und melancholisch klingen kann. Er tobt über die Bühne, lässt seine Mähne im besten Headbanging-Stil ums Mikrofon fliegen und sich vom Gitarristen antreiben, der ganz wie Jimmy Page auch auf einer Doppelhals-Gitarre spielt oder die Saiten mit dem Geigenbogen zum Kreischen bringt.
Die ganze Band überzeugt mit ihrem Können und ihrem Zusammenspiel, jeder einzelne beeindruckt bei Instrumentaleinlagen. Gerade Winter, der an den Drums nicht nur den Rhythmus vorgibt, sondern es richtig krachen lässt, mit den Sticks über die Trommeln fliegt, bei einem umjubelten Solo seinem Instrument alles entlockt und die Zuhörer in Bann zieht.
Premiere für Sängerin
Gemeinsam zelebrieren sie die Songs von Led Zeppelin und ihre Klanglandschaften, haben aber auch akustische Nummern im Gepäck, die sie auf Barhockern sitzend spielen. Melancholie breitet sich beim Stück „Going To California“ aus, ruhig geht es auch beim Folk-Duett „The Battle of Evermore“ zu, das Mareike Kurzmann zum ersten Mal mit Roman Erkan aufführt und sich direkt in die Herzen singt.
So geht es Schlag auf Schlag, ob Balladen oder harte Rockstücke, „No Quarter“, „Kashmir“ oder die Cover-Version von „Going to San Francisco“, das Publikum feiert jedes Stück. Und bei der Rockballade „Stairway to heaven“ sind alle begeistert am Singen.
Musiker ziehen Show voller Spielfreude durch
Voller Spielfreude ziehen die fünf Musiker ihre Show ohne Pause durch. Dass sie Spaß an ihrem Auftritt haben, ist ihnen anzumerken. Erken unterhält mit seinen launigen Ansagen, sucht immer wieder den Kontakt zu den Besuchern und mischt sich bei den Instrumentalpassagen unter die Tanzenden vor der Bühne. Der Hof bebt, als es mit „Whole Lotta Love“ dem Ende entgegen geht. Schnell nutzt die Band die letzten sechs Minuten, um sich mit „Babe I’m Gonna Leave You“ endgültig zu verabschieden.
Gerne hätten sie noch weiter gemacht, betont der Sänger. Doch um 22 Uhr ist im Innenhof eben Schluss. Die Premiere in Villingen hat den Musikern jedenfalls so gut gefallen, dass Roman Erken ein Wiedersehen verspricht, ob beim Innenhof-Festival oder einer anderen Gelegenheit. Frenetischer Jubel ist ihnen gewiss, von jenen unter den Gästen, die Led Zeppelin noch live sahen, und von denen, die zum ersten Mal die legendären Rockhymnen in einem Konzert erlebten.