Innenhof-Festival in Villingen: Ehrlicher Blues geht unter die Haut

Der begnadete Harp-Spieler Chris Kramer (links) und Gitarrist Paddy Zimmermann fesseln das Publikum mit ihrem Blues.
BombardiDas Villinger Innenhof-Festival bot einen musikalischen Leckerbissen für alle Fans von einem mit rockigen Tönen begleiteten Blues. Zu Gast waren der international bekannte und begnadete Mundharmonika-Artist Chris Kramer und der virtuose Gitarrist Patrick „Paddy“ Boy Zimmermann, die während zwei Stunden das Publikum in ihren Bann zogen.
Das Festival erlebte zwei charismatische Künstler, die ohne große Showeffekte ihr Publikum in die Welten einer Musikrichtung entführten, deren Ursprung in den Südstaaten der USA liegt und von dort aus um die ganze Welt zog. Den Blues-Musikern war sofort anzumerken, dass sie sich wohl fühlten inmitten der Kulisse des Innenhofs, der zu etwas mehr als der Hälfte seines Festivals bereits über 1000 Besucher zählte.
Von Beginn versetzte das Duo Kramer/Zimmermann die Gemüter mit waschechtem und ehrlichem Blues in Wallung. Anlehnungen an die Hochzeiten von Canned Heat, The Blues Brothers oder ZZ Top waren unüberhörbar, doch beeindruckten die beiden Künstler mit ihrem ureigenen Blues, der immer wieder unter die Haut ging und ein ums andere Mal Begeisterung bei den Zuhörern auslöste.
Kramer erwies sich als begnadeter Akteur an seiner Mundharmonika, aus der alles herauszuholen schien. Mitunter spielte er sich in eine Ekstase und zog damit die Blicke eines enthusiastischen Publikums auf sich.
Auch ruhige Melodien
In der gleichen Weise wirkten auch die Soli von Gitarrist Zimmermann. Markenzeichen ihres Blues war indes das harmonische Zusammenspiel, das vor allem dann voll zur Geltung kam, wenn die Melodien ihrer Stücke ruhiger und die Töne leiser waren. Die Musiker brillierten mit Traditionals in eigenen Fassungen wie „Wait in the Water“ ebenso wie in ihren Eigenkompositionen.
Als weiterer Pluspunkt erwiesen sich Kramers Erzählungen zu den Entstehungsgeschichten einzelner Kompositionen und Songs. So nahm er sein Publikum musikalisch auf eine Schifffahrt über die Seine mit.
Diese hatte er derart eindrücklich vertont, dass man sich beim Genuss eines Glas Rotweins während der Abenddämmerung wähnen konnte.
Zwei Stunden tauchte das Duo Kramer/Zimmermann sein Publikum in die Welt des Blues ein, ehe mit der Zugabe „House oft he Rising sun“, selbstverständlich in eigener Fassung, der letzte Takt verhallte.