Zwischen Flüstern und Donnern: Fulminanter Auftakt beim Jazz-Festival in Villingen

Das „Dave Gisler Trio“ spielte zum Auftakt des Jazz-Festivals in Villingen.
Joachim Westendorf- Jazzin’ The Black Forest startete im Jazzkeller in der Villinger Webergasse.
- Neun Bands treten bis zum 26. September auf – viele Stilrichtungen sind vertreten.
- Das Dave Gisler Trio eröffnete mit strukturierten Stücken, die wie Improvisation wirken.
- Setliste reichte von leisen Intros bis zu hartem Rock mit experimentellen Klängen.
- Publikum reagierte begeistert, das Finale „Lullaby“ verband Ruhe und rhythmische Dynamik.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Zum Beginn des Herbstprogramms mit dem aktuellen 65-Jahre-Jubiläum haben die Macher gleich zu einer aufregenden Woche in Villingens kultig-berühmtem Jazz-Club eingeladen.
Neun Bands und Gruppen bieten bei den Konzerten noch bis zum 26. September viele Stilrichtungen. Den Start übernahm am Donnerstagabend das schweizerische „Dave Gisler Trio“ – schon als alte Bekannte!
„Wir kommen gerne nach Villingen, irgendetwas ist hier im Busch, es ist ein besonderer Ort“, verrät Bandleader Dave aus Luzern bei seiner Begrüßung nach vielen Minuten Musik. Diese hat zuvor unmerklich sanft und leise begonnen: Dave Gisler an der E-Gitarre, Raffaele Bossard am Bass und Lionel Friedli am Schlagzeug.
Es tönt nach vermuteter freier Improvisation, interagierend in Dynamik, Rhythmik und Intensität. Aber nein, alles ist genauestens verabredet und eingespielt. Die Maschine kommt ins Laufen, bis zu vielem Druck auf die Ohren und vergnügten Fortbewegungen der Musiker.
Sie liebkosen
Sie umarmen ihre Instrumente, liebkosen, streicheln, klopfen. Sie hämmern, traktieren, zupfen, lauschen auf einzelne Töne, experimentieren kreativ zu immer neuen Klangereignissen. Sie halten untereinander Ohrenkontakt, viel mit geschlossenen Augen. So geht es mit „The Vision“ in vier Nummern ohne Pause über 25 Minuten, scheinbar spontan. Aber nein, alles ist detailliert, verabredet, eingespielt, höchst attraktiv zu hören.
Bei „Überraschung für uns“ kommt noch eine Schippe drauf. Welche Geschichte erzählen sie denn, wenn es vom intimen Sound zum harten Rock explodiert? Die Begeisterung im Publikum ist jedenfalls am Applaus zu merken!
Kuhglocken und Urwaldtöne
Teil zwei des Programms beginnt mit leisem gezupftem Bass von Raffaele, mit und ohne Bogen. Die Klangwolke von Schlagzeuger Lionel entwickelt sich sanft schwebend. Man hört Kuhglocken, Maschinencrescendi, plötzliche Brüche, natürlich wieder verabredet, Poltern, Knarren, Urwaldtöne, die Gitarre von Dave akustisch verzerrt.
Die Drei lauschen, verfolgen ihre Klänge, geprobt, erprobt, erarbeitet. „Better don’t talk with the drunken sailor“ verklingt nach ordentlich Krach erstaunlich leise. Sie haben sichtlich Spaß am gemeinsamen Entwickeln, Produzieren, Erfinden, und Gestalten, von leise bis donnernd, das kommt beim Publikum an.
Jeder spielt auf seine Art virtuos und kreativ an seinem Instrument, bis zum Klangrausch strukturierter Muster und dem Überraschungs-End-Klopfer an die Wand!
Das finale „Lullaby“ bringt nochmals eine lange Geschichte, die wieder mit ruhigem Intro beginnt, viele Soli vereint und sich natürlich und immer rhythmisch pochend weiterentwickelt. Wirklich hörenswert präsentiert!
Die Gäste konnten beeindruckt von so viel Kreativität den anregenden Abend gut ausklingen lassen. Und werden sich gerne auf ein Wieder-Hören freuen.
